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Mongolei
Seite 2: Geschichte, Staat & Politik

Geschichte

Schon im 3. Jh. v. Chr. lebten in Zentralasien Hunnen, Kirgisen, Uiguren und Turkvölker, aus denen sich das Volk der Mongolen bildete. Zumeist waren die Mongolen Hirtennomaden, die sich in Familiengemeinschaften organisierten. Existenzgrundlage dieser Nomaden war die Schaf-, Ziegen-,Rinder- und Pferdezucht. Doch auch der Handel, in erster Linie mit den Chinesen, trug zur Deckung des täglichen Bedarfs bei.

Für historisch Interessierte geeignet ist eine umfangreiche Länderstudie Mongolei. Sie enthält detaillierte Hinweise über nahezu alle Wissensgebiete und gibt Ihnen in zahlreiche Kapiteln einen ausführlichen Überblick zur mongolischen Geschichte. Sie können hier die Gründung des mongolischen Großreiches im 13. Jahrhundert nachlesen oder sich über die Reiche der Goldenen Horde und der Il-Khane informieren. Sie finden Angaben zur Unterwerfung der Mongolen durch die Mandschuren und einen Überblick zur Entwicklung der Mongolei im 20. Jahrhundert. Die Studie endet allerdings unmittelbar vor Beginn der politischen Wende (1989).


Dschingis Khan Denkmal im Erdene sum

Dshingis Khan und das mongolische Reich - bestimmt haben Sie davon gehört? Dem Khan und seinen Nachfolgern gelang es im 13. Jahrhundert, den Grundstein für ein Imperium zu legen, das zu den größten in der Menschheitsgeschichte zählte.

Lesen Sie dazu bitte auch den Beitrag Tschingis Khan und seine Nachfahren Garantiert eine spannende Lektüre. Mit dem Zerfall des Reiches im 15. Jahrhundert wurde die Mongolei politisch bedeutungslos und erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte das Land wieder von sich reden.

Nach der Erklärung der Unabhängigkeit 1911 und einer erneuten Invasion durch die Chinesen im Jahre 1919 wurde 1921 der Sieg der Volksrevolution verkündet. 1924 wurde die Mongolische Volksrepublik gegründet.


Der "Rote Recke" Sukhebaatar (Sukhebaatar-Platz in Ulaanbaatar)

Stalinistische Terroraktionen und Säuberungsaktionen in den 30er und zu Beginn der 40 Jahre fügten dem Land schweren Schaden zu. In den 60er und 70er Jahren gelang es den Mongolen, die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln zu sichern und das Analphabetentum zu überwinden. 1990 dankte die kommunistische Regierung ab und das Land trat in einen Transformationsprozeß zur Marktwirtschaft ein. Sollten Sie Interesse haben, machen Sie sich bitte mit der Zeittafel zur mongolischen Geschichte vertraut. Diese kurze Chronik beginnt mit der Errichtung des Hunnenreiches und endet im Jahre 2000.

Nachdem Sie nun mit der nördlichen, der "Äußeren Mongolei" vertraut sind, zum Schluß auf der Landkarte ein Blick in die südliche Richtung. Hier finden Sie das Autonome Gebiet Innere Mongolei. Eine kurze Übersicht zu Geographie, Bevölkerung, Wirtschaft, Geschichte und Sprache dieses Teils der Mongolei, der heute zur VR China gehört und in dem, so sagt man, über 4 Millionen Mongolen leben, beendet unseren Ausflug nach Ostasien vorerst.

Der Repräsentant des Staates

Nambaryn Enkhbayar, Präsident der Mongolei. Bei der Präsidentenwahl am 22.05.2005 erreichte er rund 54% der Stimmen. Informieren Sie sich über den Präsidenten der Mongolei, über sein Pflichten, Aufgaben und Ziele.

Staat

Bis zur politischen Wende 1990 war die "Mongolische Volksrepublik" ein sozialistischer Staat und fest in die Strukturen des COMECON eingebunden.
Im Zuge der politischen Reformen, die die Mongolei als erster Staat des Ostblocks einleitete, fanden 1992 auf der Grundlage einer zuvor verkündeten rechtsstaatlichen Verfassung die ersten demokratischen Parlamentswahlen statt, aus denen die bis dahin regierende Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) überraschend als Sieger hervorging. Während einer vierjährigen Amtsperiode bemühte sich die MRVP-Regierung, die 1990 begonnenen Reformen voranzutreiben.
Die Parlamentswahlen 1996 gewann ein Oppositionsbündnis. Die Demokratische Union löste damit die seit 1924 ununterbrochen regierende MRVP ab.
Aber dieses Bündnis hielt nur vier Jahre und mit den Wahlen vom 2. Juli 2000 wurde die MRVP erneut Regierungspartei. Nach den Parlamentswahlen vom 27.Juni 2004 gab es in der Mongolei mehrere Regierungen der Großen Koalition. Ministerpräsident war seit Januar 2005 M. Enkhbold.
Inzwischen ist diese Regierung zurückgetreten, gegenwärtiger Ministerpräsident ist der Vorsitzender der MRVP S. Bayar.
Welche Ministerien gibt es in der Mongolei und mit welchen Führungskräften sind sie besetzt? Kein Problem - schauen Sie unter Mongoleiservice nach. Hier finden Sie übersichtlich nach Kathegorien geordnet die aktuellen Angaben und noch vieles mehr.

Innenpolitik

Lassen Sie sich an dieser Stelle etwas Zeit und lesen Sie den Beitrag über The State Structure of Mongolia. Möchten Sie wissen, wer bei den vorletzten Wahlen im Jahr 2000 ins mongolische Parlament gewählt wurde, dann lesen Sie über den Großen Staatchural und seine Mitglieder.


Eröffnungssitzung des mongolischen Parlaments (April 2008)

Gemäß der im Februar 1992 in Kraft getretenen Verfassung ist die Mongolei eine unabhängige, souveräne Republik. Grundlagen des Staates sind Demokratie, Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit, nationale Einheit und Respekt vor dem Gesetz. Die Rechtsstaatlichkeit ist weitgehend gewährleistet, die Judikative ist unabhängig. Allerdings sind Staatsanwälte, Richter und Verteidiger noch nicht immer ausreichend mit den neuen Gesetzen vertraut und mitunter noch immer in alten Denkweisen verfangen. Auch in der Bevölkerung sind die Instrumente des Rechtsstaates zumeist noch nicht hinlänglich bekannt und werden deshalb nicht ausreichend genutzt.

Neu ist ein Internethandbuch zum Recht der Mongolei. Es enthält wichtige rechtliche Informationen für die tägliche Arbeit in der Mongolei.

Zur Innenpolitik lesen Sie bitte die aktuelle Information des deutschen Auswärtigen Amtes. Einen Bericht zur politischen Situation, allerdings schon älteren Datums, bietet Ihnen der Mongolia Country Report on Human Rights Practices for 1999. Die Freiheit der Presse als auch politische Partizipation der Bevölkerung sind garantiert.


Demonstration gegen die Politik der mongolischen Regierung

Eine in der Mongolei sehr aktive politische Bewegung ist die "Bürgermutpartei." mit ihrer Vorsitzenden, Frau Oyun.

Ergebnisse der Parlamentswahlen vom 27.06.2004

Mit einer großen Überraschung endeten die Parlamentswahlen Ende Juni 2004. Das Oppositionsbündnis errang ebenso wie die bis dahin regierende MRVP 36 Sitze. Hinzu kamen drei unabhängige Kandidaten und ein Vertreter der republikanischen Partei. Lesen Sie den Beitrag zu den Parlamentswahlen 2004. Die nächsten Wahlen zum Parlament finden im Juni 2008 statt. Im Vorfeld tagte im Oktober 2007 der 25. Parteitag der MRVP. Lesen Sie die Ergebnisse auch auf der offiziellen Website der MRVP nach.

Aktuelle politische und gesellschaftliche Diskussion

Die Einstiegsseite der mongolischen Nachrichtenagentur MONTSAME sollten Sie unbedingt aufsuchen. Hier erhalten Sie einen ersten Überblick zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussion in der Mongolei.
Auch der Mongol Messenger bietet interessante aktuelle Informationen über Politik, Wissenschaft und Kultur. Interessant sind auch die geschalteten Werbeanzeigen.
Die Nachrichten in der UB-Post sind nicht ganz vollständig, weil sich die Agentur vorbehält, weitere Informationen an gelistete Abnehmer zu veräußern. Trotzdem lesenswert.
Die Lektüre einzelner Beiträge der Udrijn Sonin, einer Montag bis Samstag erscheinenden Tageszeitung, setzt allerdings Kenntnisse der mongolischen Sprache voraus und erfordert evtl. einen mongolischen Sprachsatz in Ihrem Computer.
Die Ardiin Erkh kann ebenfalls aufgerufen werden.
Interessant die Seite der Academy of Political Education Mongolia mit Informationen über aktuelle Prozesse im Lande.
Eine sehr kritische Nichtregierungsorganisation ist Ongi River.
Das Press Institute of Mongolia ist gleichfalls eine gute Adresse für die Meinungsbildung in der Mongolei.
Daneben erscheinen in Ulaanbaatar weitere Zeitungen und Zeitschriften, deren Inhalte jedoch nicht über das Internet abrufbar sind.

Frauen in der Mongolei

Die sowohl rechtliche als auch weitgehend faktische Gleichstellung von Mann und Frau und die vor allem auf dem Land noch intakten Familienstrukturen sind als wichtige positive soziale Stabilitätsfaktoren anzusehen.
Ohne Frauen ginge in der Mongolei nichts - sagt man. Es stimmt. Viele kleine, mittlere und inzwischen auch Großunternehmen werden von Frauen geführt. Nebenbei gesagt: Frauen sind in der Mongolei auch die besseren Autofahrer!!!
Von den insgesamt 76 Mandaten im mongolischen Parlament sind allerdings nur ganz wenige - fünf - von Frauen besetzt. Ob sich das bei den nächsten Parlamentswahlen, die in diesem Jahr stattfinden, ändern wird, bleibt abzuwarten.
Generell ist festzustellen, dass Frauen immer stärker in politische und wirtschaftliche Bereiche eindringen und oftmals erfolgreicher arbeiten als ihre männlichen Kollegen.
Lesen Sie bitte den Aufsatz über Frauen in der Mongolei.

Zur Lage der Menschenrechte

Angaben von amnesty international Deutschland zufolge wurden politische Gegner der Regierung Opfer von Menschenrechtsverletzungen wie willkürlichen Inhaftierungen und Misshandlungen. Folter war in Hafteinrichtungen diesem Beitrag zufolge weiterhin gängige Praxis, und Folter- und Misshandlungsvorwürfe wurden nur selten Gegenstand einer Untersuchung. Die Haftbedingungen besserten sich weiter, aber die schweren Mängel in diesem Bereich waren nach wie vor nicht behoben. Lesen Sie dazu auch den ai Jahresbericht 2004.

Außenpolitik

Die Insellage der Mongolei zwischen Rußland und China bestimmt im Wesentlichen die Außenpolitik des Landes. 1993 und 1994 wurden Freundschafts- und Kooperationsverträge mit beiden Nachbarländern geschlossen, die zugleich auch die wichtigsten Handelspartner der Mongolei sind. Die Mongolei verfolgt eine Politik der Bündnisfreiheit und erklärte sich 1993 zur kernwaffenfreien Zone. Die Außenpolitik der Mongolei ist auf die Herstellung freundschaftlicher Beziehungen mit allen Ländern der Welt gerichtet. Durch eine aktive Mitarbeit in internationalen Organisationen sucht und findet die Mongolei die internationale Einbindung. Ein hohes Ansehen in der Mongolei genießen die USA, Japan und Deutschland.

Auf der Internetseite des mongolischen Außenministeriums finden Sie Angaben zur Landeskunde ebenso wie zur Geschichte und Wirtschaft der Mongolei. Sie erhalten Aussagen zur mongolischen Außenpolitik, über die Mitgliedschaft der Mongolei in internationalen Organisationen sowie über den aktuellen Stand der diplomatischen Beziehungen. Ein besonderer Service: Sie finden hier auch eine Reihe aktueller Rechtsvorschriften sowie die Adressen aller ausländischen Vertretungen und vieler internationaler Einrichtungen, die in der Mongolei tätig sind. Außerdem wird Ihnen eine Beratung zu Konsular- und Visafragen geboten.

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