alle Länder Homepage
Landesüberblick Staat & Politik Wirtsch. & EZ Gesellsch. & Kultur Praktisches


Namibia
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

"Namibia - herbes Paradies Afrikas" so titelt ein Bildband über das Land an der atlantischen Südwestküste des Kontinents. Ein Land mit weiten Sandflächen und Hochebenen, schroffen Gebirgen und Tafelbergen, mit einer schütteren Vegetation. "Afrika light", so überschrieb eine Reisejournalist seine Eindrücke von Namibia. Deutsche kolonialzeit und südafrikanische Besatzung haben dm Land einen unverkennbaren europäischen Stempel aufgeprägt, vor allem in den zentralen und südlichen Landesteilen.

Lage und Größe




Grenzen und Regionen

Die Namibwüste an der Atlantiküste im südlichen Afrika hat dem Land seinen heutigen Namen gegeben. Sie hat das Land lange vor dem Eindringen der Europäer geschützt. 1884 wurde das heuige Namibia zur Kolonie Deutsch-Südwestafrika proklamiert. Diese Koloalzeit bis 1915 begründet die besondere Aufmerksamkeit Deutschlands an diesem Staat. Trotz der relativ kurzen Kolonialherrschaft ist der deutsche Einfluss im heutigen Namibia unverkennbar.
Nach dem 1. Weltkrieg regierte Südafrika im Auftrag des Völkerbundes in Namibia. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges erneuerten die Vereinten Nationen als Nachfolgeorganisation des Völkerbundes das Mandat nicht. Dennoch herrschte Südafrika weiter, als wäre Namibia eine fünfte Provinz.

Namibia ist ein großes Land. Mit etwa 830.000 Quadratlilometern ist es knapp zweieinhalb so groß wie die Bundesrepublik Deutschland (350.000 qkm). Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 1.300 km. Die größte Ausdehnung von West nach Ost beträgt im norden mit dem Caprivizipfel 1.450 km. Die Atlantikküste erstreckt sich über 1.570 km.

Die Ostgrenze des Landes zu Botswana und Südafrika mit ihrem am Reißbrett gezogenen Grenzen und der schmale Caprivizipfel, der weit in den Nordosten bis zum "Länderviereck" - Sambia, Simbabwe, Botswana und Namibia - hineinragt, erinnert daran, dass das Territorium ein Produkt von Kolonialismus und Landnahme ist. Die anderen Grenzen sind so genannte natürliche Grenzen: im Westen der Atlantik, im Norden bilden die Flüsse Kunene und Kavango die Grenze zu Angola, im Süden trennt der Oranje Namibia von Südafrika.

Der Oranje bildet die Grenze zu Südafrika. Foto: H. Möllers, issa

Diese Flüsse sind die einzigen, die ganzjährig Wasser führen. Alle anderen sind Trockenflüsse oder riviere, die nur gelegentlich und nur für kurze Zeit Wasser führen.





Die politischen Regionen Namibias in alphabetischer Reihenfolge: 1: Caprivi; 2: Erongo; 3: Hardap; 4: Karas; 5: Kavango; 6: Khomas; 7: Kunene; 8: Ohangwena; 9: Omaheke; 10: Omusati; 11: Oshana; 12: Oshikoto, 13 Otjozondjupa

Politische Gliederung


In der deutschen Kolonialzeit und der folgen südafrikanischen Mandats- und Besatzungszeit wurde Namibia aufgeteilt in Zonen, die als Siedlungs- und Wirtschaftsgebiet der weißen Bevölkerung vorbehalten waren, und Reservaten für die schwarze Bevölkerung. Auch die Städte besaßen diese rassisch getrennt räumliche Zuweisung. Mit der Unabhängigkeit wurde diese Trennung aufgehoben. Dabei wurden bewusst die kolonialen Spaltungsgrenzen übergangen.

Politisch ist Namibia heute in 13 Regionen aufgeteilt.
Im äußersten Nordwesten Kunene mit dem Hauport Opuwo; daran an schließen sich vier Regionen des ehemaligen Ovambolandes Omusatimit dem Hauport Outapi, Oshana mit dem Hauptort Oshakati, Ohangwena mit dem Hauptort Oshikango und Oshikoto, die bis in die Bergbauregion um den Hauptort Tsumeb hineinragt.
Nach Osten folgen Okavango mit dem Hauport Rundu und der Caprivimit dem Hauptort Katima Mulilo.
Die Regionen in den zentralen Landesteilen sind: Odjozondjupa mit dem Hauptort Otjiwarongo, Erongo mit dem Hauptort Swakopmund, Khomas mit der regionalen und nationalen Hauptstadt Windhoek und Omaheke mit dem Hauptort Gobabis.
Im Süden liegen die beiden Regionen Hardap mit dem Hauptort Marienthal und Karas mit dem Hauptort Keetmanshoop.

Impressionen

Land und Leute

Namibia ist ein Wüsten- und Halbwüstenland. Weite Landstriche sind nur schwer zugänglich. Ungastlich ist Namibia deswegen keineswegs, und wer das Besondere liebt,dem erschließt style="ich die Einzigartigkeit in jedem Lebensbereich. An der Atlandtikküste erstreckt sich karg und versengt die Namibwüste, im Osten in herber Unfruchtbarkeit die Kalahari. An der Randstufe erheben sich Bergketten wie zerstreute Faustkeile aus gruer Vorzeit. Siedlungsfreundlicher sich die zentralen Hochebenen, während der Norden gelegentlich geradezu verschwenderisch über Wasser verfügt.

Einen ersten Eindruck bieten die Fotos auf diesen Landesinformationsseiten. Verschaffen Sie sich einen weiteren Eindruck von Namibia mit einer Bildergalerie; sie erlaubt es, sich Landschaft für Landschaft vorzunehmen.

Für Geologen ist Namibia ein Paradies

Grunddaten

Zahlen, Statistiken und Quellen

Wie bei allen Statistiken zu Entwicklungsländern ist auch im Falle Namibias zu berücksichtigen, dass die Aussagefähigkeit statistischer Angaben aus begrifflichen, methodischen und verfahrenstechnischen Gründen oft mehr oder weniger eingeschränkt ist. Internationale Vergleiche sind deshalb meist nur mit Vorbehalt möglich. In Namibia sind die zentralen und südlichen Landesteile, die bis 1990 der weißen Bevölkerung vorbehalten waren, statistsich relativ verlässlich erfasst. Zur Mehrheitsbevölkerung und ihren Siedlungsgebieten vornehmlich im Norden gab es bis dahin keine verlässliche statistische Grundlage. So musste z.B. die Bevölkerungszahl nach der Unabhängigkeit in einem ersten allgemeinen Zensus um fast 200.000 Menschen auf 1,5 Millionen nach unten korrigiert werden. Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, Grunddaten zu Namibia mit der einen oder anderen veröffentlichten Statistik zu vergleichen. Solche Grunddaten bieten das cia-fact book, das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland oder encarta, um nur einige zu nennen.

Etwa 35% aller Menschen in Namibia leben in absoluter Armut, d.h. sie müssen mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auskommen. Etwa 56% haben pro Tag weniger als 2 Dollar zur Verfügung. Auf der issa-Homepage finden Sie einen Vergleich der sozialen und wirtschaftlichen Indikatoren Namibia mit anderen Ländern der Region.

Lebenserwartung
(in Jahren)
1970-1975
53,9
2000-2005
48,6
Kindersterberate
(auf 1.000 Lebendgeburten)
1970
85
2004
47
Sterberate der unter Fünfjährigen
(auf 1.000 Lebendgeburten)
1970
135
2004
63
Bevölkerung mit Zugang zu sauberem Wasser 1990
57%
2004
87%
Einschulungsrate 1991
k.A.
2004
74%
Alphabetenrate
(über 15-Jährige)

1990
74,9%

2003
85,0%

Quelle: UNDP Human Development Report 2006

Naturraum

Topographie und Klima

Entlang der gesamten Atlantikküste zieht sich ein 80 bis 100 km breiter Flachlandstreifen, die Sand- und Felswüste Namib. Östlich wird die Namib von der steil aufsteigenden Großen Randstufe begrenzt. Ihre höchste Erhebung ist der Brandberg mit 2606 m.

Die Atlantikküste und die Große Randstufe. Luftbild

Die Randstufe leitet über in ausgedehnte flachwellige Binnenhochländer. Sie liegen im Mittel zwischen 1000 und 2000 m hoch. Eine Besonderheit bildet im Norden des Plateaus die Etosha-Pfanne; sie wird zeitweise überschwemmt und ist abflusslos. Sie ist eine der größten Salzpfannen Afrikas.
Die Plateaulandschaften senken sich nach Osten in das Kalaharibecken, das bis weit ins benachbarte Botswana hineinragt und im Südosten an die nördlichen Gebiete Südafrikas reicht. Die Kalahari ist ein tiefsandiges Halbwüstengebiet ohne Oberflächenwasser. Sie nimmt fast ein Drittel der Gesamtfläche Namibias ein.
Auf dem Territorium Namibias gibt es keine Flüsse, die ganzjährig Wasser führen, sondern nur nach starken Regefällen, womit nicht in jedem Jahr gerechnet werden kann. Deshalb wird Namibia auch oft "Land der trockenen Flüsse" genannt. Lediglich die Grenzflüsse im Norden und Süden führen ganzjährig Wasser. Im Norden sind das der Kunene (Grenze zu Angola), der Okavango, der von Angola kommend Namibia am Beginn desCaprivi-Zipfels durchschneidet und im abflusslosen Okavango-Delta in der botswanischen Kalahari endet. Ganz im Osten reicht Namibia an den Sambesi, den längsten und wasserreichsten Fluss im Südlichen Afrika. Im Süden bildet das Nordufer des Oranje die Grenze, nicht - wie sonst international üblich die Strommitte. Der Fluss liegt damit in voller Breite auf dem Territorium Südafrikas. Die namibische Regierung bemüht sich darum, mit der südafrikanischen Regierung eine Korrektur der Grenzziehung auszuhandeln und die Flussmitte nach völkerrechtlichen Gewohnheiten als Grenze festzulegen. Ein solcher Vertrag würde Namibia ein Mitspracherecht bei der Wasserzuteilung gewähren.

Das Klima
Regenarmut und hohe, tages- und jahreszeitlich schwankende Temperaturen charakterisieren das Klima. Die Mitteltemperaturen reichen an der Küste von 12°C bis 18°C, im Hochland von 13°C bis 27°C.

Namibia zählt zu den wasserärmsten Ländern der Erde. Die Lage im Trockengürtel der Erde und der Einfluss des aus der Antarktis kommenden Benguelastromes sorgen in weiten Teilen Namibias für ein extremes Trockenklima. Ablandige Winde und der kalte Benguela-Strom an der Küste verhindern Niederschläge im Küstenbereich. Die Niederschläge erreichen hier weniger als 20 mm im Jahr. Die Feuchtigkeit kommt überwiegend vom Nebel, der sich durchschnittlich mehrmals in der Woche bildet und diesem Landstrich Feuchtigkeit verschafft.

Nebel über den Dünen der Namib. Foto: Station Gobabeb

Der überwiegende Teil des Landes liegt im Einfluss tropischer Sommerregen (November bis April), die sich im zentralen Kongobecken bilden. Im Nordosten (Caprivi) betragen die Niederschläge bis 600 mm im Jahr; im zentralen Hochland betragen sie 300 bis 400 mm. Sie nehmen nach Südwesten hin kontinuierlich ab. Die westlichen und östlichen Gebieten von Namib und Kalahari gehören zu den trockensten Landesteilen.
Die Niederschlagsmenge bestimmt auch die landwirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten Namibias. Erst ab einem durchschnittlichen Niederschlag ist von 500 mm ist Trockenfeldbau möglich. Deshalb kann nur - sofern nicht Staudämme künstliche Bewässerung ermöglichen - in den nördlichen Regionen Ackerbau betrieben werden. In den mittleren Landeszeilen erlaubt der Niederschlag eine extensive Rinderzucht, weiter nach Süden lässt er nur Kleinviehhaltung - Schafe und Ziegen zu.

Rinder werden in den Kral getrieben. Foto: issa

Wasser als determinierender Faktor

Die Verfügbarkeit über Wasser ist somit ein bestimmender Faktor für die Wirtschaft Namibias über die Landwirtschaft hinaus. Auch Industrie, Städte und der Tourismus fragen immer mehr Wasser nach.

Periodisch treten immer wieder Dürren ein. Gelegentlich führt starker Regen zu Überschwemmungen und Vernichtung der Saaten.

Sturzregen in der Namib



Trockenheit und Wasserarmut entstehen aber nicht nur durch geringe Niederschläge ein. die Wasserknappheit wird verschärft durch drei Faktoren. Da ist zum einen die schjon erwähnte Saisonalität. In der Trockeheit von Ende April bis Oktober fällt von - seltenen Ausnahmen abgesehen - kein Regen. nur im südlichen Sommer von November bis April kann es regnen.
Oft bleibt jedoch auch dann der Regen aus. Und das kennzeichnet den zweiten Faktor, die Variabilität.

Auch in Regenzeiten fällt der Niederschlag unregelmäßig - zeitlich wie regional - und manchmal in kurzer Zeit in hohen Mengen.

Ovamboland 1996 "landunter". In den zentralen Landesteilen geht das Wasser aus. Schlagzeile im Namibian vom Dezember 1996

Der dritte Faktor ist die extrem hohe Verdunstungsrate, sie ist deutlich höher als in den Nachbarländern. Nur 17 Prozent des Regens werden überhaupt am Boden gebunden, nur ein Prozent erreicht das Grundwasser.


Die Verdunstungsrate in Namibia ist extrem hoch.

Diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Verdunstungsrate die Niederschlagsmenge bersteigt und das Land ein ständiges Wasserdefizit hat. Auch die Gebiete des Landes, die nicht von Wüsten und Halbwüsten bedeckt sind, sind latent von der Desertifikation begroht.

Ökologie

Die Welwitschia kann lange Trockenheiten überstehen.

Oryx-Antilopen

Die Verfügbarkeit von Wasser bestimmt auch Flora und in Namibia und den Umgang mit einer empfindlichen Umwelt

Vegetation und Tierwelt
Die Vegetation Namibias reicht vom lichten Trockenwald im Norden über die Dornsavanne im Zentralteil bis zur kargen Wüstensteppe im Süden. In der Namib können nur wenige Sukkulenten und Hartlaubgewächse aushalten. Sie leben fast ausschließlich vom Tau, wenn die feuchtkalte Luft vom Atlantik über denn heißen Wüstenboden streicht.
Namibia gilt als eines der zierreichsten länder Afrikas. Neben den "fünf Großen" - Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden - gibt es 130 Säugetierarten, darunter Giraffen, Gnus, Zebras, Flusspferde, Hyenen und allerlei Affenarten. In freier wildbahn leben mehr als 20 Antilopenarten, darunter Kudu und Oryxs. Ferner gibt es mehr als 250 Arten von Reptilien, 50 Frosch- und 630 Vogelarten. Interessant ist auch die Insektenwelt. An der Küste leben Flamingos und Seelöwen.
Namibia hat 14 Naturreservate, das größte und bekanntste ist die Etosha-Pfanne mit 22.270 Quadratkilometern. Aber auch Waterberg, Naukluft sind für wenig trainierte Touristen wahrgenommene Ziele. Gute Kondition braucht man dagegen für eine Wanderung durch das Fischfluss-Canyon im Süden Namibias. Um die touristischen Gebiete trotz der harschen Umweltbedingungen zu sichern, werden für bestimmte Gebiete Obergrenzen für die Besucherzahlen festgelegt; die Zugangsberechtigungen werden zentral in Windhoek vergeben. Geführte Wanderungen in die Wildnis wechseln wöchentlich die Strecken.

Ökologische Probleme

Umweltfragen haben in Namibia eine Bedeutung, die weit über jene in den Nachbarstaaten hinausgehen. Entsprechende Diskussionen spielen nicht nur bei der Erschließung und Nutzung der äußerst sensiblen Landschaften für den Tourismus eine Rolle. Auch die Energiedeckung auf dem Lande, die landwirtschaftliche Nutzung und die Durchführung einer Landreform haben unmittelbare Auswirkungen auf die Ökologie. Der Energiebedarf im Norden wird auch heute noch überwiegend durch Holz gedeckt, was zu ausgedehnter Entwaldung geführt hat.

Der Druck, dem Boden hohe Erträge abzugewinnen, hat zu Überweidung und Überbeanspruchung des Bodens geführt. Im Zentrum breitet sich aufgrund einseitiger und dichter Viehhaltung die so genannte Verbuschung aus. Von den Rindern gemiedenen Pflanzen setzen sich gegen die Futtergräser durch und machen so die Flächen für die Rinderzucht unbrauchbar. Viele Farmen haben deshalb teilweise auf Wildtierparks für Touristen umgestellt oder die Rinderhaltung ganz zugunsten von Tourismus umgestellt. Vielerorts werden auch die Zäune auf weite Strecken abgebaut, um den saisonalen Durchzug von Wild zu ermöglichen. Das Wild verbeißt den für die Tierzucht unwillkommenen "Busch".

Die Versorgung der Bevölkerung, Wirtschaft und Landwirtschaft mit Wasser stellt Namibia vor große Probleme. Die Bewässerungslandwirtschaft am Oranje ist abhängig von den Wasserquoten, die jährlich mit Südafrika ausgehandelt werden müssen. Das betrifft auch die Diamantenproduktion im Südwesten. Bisher hat es hier jedoch noch keine Probleme gegeben.

Problematischer wird die Wasserversorgung der zentralen Landesteile mit dem industriellen Zentrum Windhoek. Bisher wird die Versorgung durch ein Staudamm-Netz mit weiten Überlandleitungen gesichert. Um periodischen Engepässen zu begegnen und eine langfristige Versorgung zu sichern, wurden Pläne zur Abzweigung von den Flüssen im Norden entwickelt worden. Bisher gibt es nur eine Abzweigung von Wasser aus dem Kunene. Einer Wasserentnahme aus dem Okavango - selbst begrenzen Ableitungen in Dürrejahren - hat Botswana nicht zugestimmt. Das Land fürchtet um die touristische Attraktion des Okavango-Deltas, möchte aber wohl auch Reserven für die heimische Diamantenproduktion vorhalten.

Die regionale Entwicklungsgemeinschaft SADC (Southern African Development Community hat sich darauf verständigt, grenzüberschreitenden Flussläufe nicht ohne Zustimmung er anderen Anrainer zu nutzen.

Aktuelle umweltpolitische Kontroversen gelten dem Großstaudamm-Projekt Epupa und der Erschließung der Uranmine Langer Heinrich nahe Swakopmund.
Seit der Unabhängigkeit haben die namibischen Regierungen das ehrgeizige Projekt verfolgt, den Grenzfluss Kunene bei den Wasserfällen von Epupa aufzustauen, um ein Kraftwerk zu betreiben.

Elektrizität wird in der Region des Südlichen Afrika nach Prognosen der Entwicklungsgemeinschaft SADC (Southern African Development Community) in den nächsten Jahren knapp werden. Die Suche nach neuen Energiequellen ist insofern ein Gebot der Stunde.
Ein Großstaudamm-Projekt jedoch stößt heute weltweit aus guten Gründen auf Skepsis und Ablehnung. Von der namibischen Regierung angeforderte Gutachten rechnen mit schwerwiegenden Eingriffen in Natur und Sozialgefüge der dort lebenden Bevölkerung. Die Weltbank ist aus ökologischen und sozialpolitsche Erwägungen heraus zurückhaltend, solche Projekte zu finanzieren.

Die Epupa-Fälle am Grenzfluss Kunene

Die fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten sind ein Grund, warum das Epupa-Projekt bisher nicht über das Planungsstadium hinausgekommen ist. Ein zweiter Grund ist die Zurückhaltung Angolas, das lange nur einem kleinerem Projekt westlich in den Barnsbergen zustimmen wollte, da dieses Projekt den Bau von Vorhaltebecken in Angola erfordert hätte und damit auch der eigenen Wirtschaft zugute gekommen wäre. Der Bürgerkrieg in Angola war zudem wenig förderlich, das Projekt konkret anzugehen. Der Bürgerkrieg ist seit 2002 zu Ende, und die angolanische Regierung hat seit 2006 Entgegenkommen signalisiert. Die namibische Regierung scheint jedoch von dem Projekt Abstand genommen haben. Der Bergbauminister Erkkie Nghimtina sagte am 14. Juni 2007 auf Anfrage der oppositionellen DTA im Parlament: Eine Realöisierung des Epupa-Projektes wird derzeit nicht in Erwägung gezogen." Gleichzeitig unterstrich der die Bedeutung des Kudu-Projektes, das die Regierung unbedingt verwirklichen wolle.

Kritiker des Epupa-Projektes favorisieren als Alternative die Erschließung des Kudu-Gasfeldes vor der Mündung des Oranje in den Atlantik. Mit dem Gas sollen Turbinen zur Stromerzeugung betrieben und zusätzlich Gas für den Vertrieb in die südafrikanische Provinz Westkap verflüssigt werden. Investoren für dieses Projekt wurden mittlerweile gefunden. Mit der Erschließung wird noch im Jahr 2007 gerechnet.

Umstritten ist auch die Erschließung der Uran-Lagerstätten beim Langen Heinrich am Unterlauf des Swakop. Uran hat in den letzten Jahren wieder Konjunktur, da weltweit der Bau neuer Atomkraftwerke geplant ist. Deshalb erscheint die Ausbeutung des Urans am Langen Heinrich wirtschaftlich lukrativ.

In der Rössingmine naher Swakopmund wird Uran im Tagebau gefördert.

In Namibia wird Uran bisher in der Rössingmine bei Arandis unweit von Swakopmund abgebaut. Auch diese Mine ist hoch umstritten. Umweltschützer und Menschenrechtler werfen der Betreibergesellschaft vor, keine hinreichenden Schutzmaßnahmen für Mensch und Umwelt durchzuführen.

Sozialgeographie

Bevölkerung, Sprache und Infrastruktur

In Namibia leben heute etwa zwei Millionen Menschen. Mit nicht einmal durchschnittlich zwei Einwohnern auf einem Quadratkilometer ist das Land dünnbesiedelt. Ein Land von mehr als der doppelten Größe Deutschlands hat eine Bevölkerung vergleichbar den Ballungsgebieten um Köln, München oder Hamburg, weniger als Berlin. Das Land ist jedoch höchst ungleich besiedelt. Knapp die Hälfte der Bevölkerung lebt im ehemaligen Ovambogebiet, im Norden zwischen Etosha-Pfanne und angolanischer Grenze.

bevölkerungsverteilung

Namibia hat eine junge Bevölkerung. Nach dem letzten Zensus von 2004 sind 53 Prozent der Menschen des Landes unter 20 Jahren. Das Bevölkerungswachstum lag in den letzen Jahrzehnten bei etwa 3 Prozent jährlich. Bei diesem Wachstum dürfte die Bevölkerung bis 2020 auf 2,25 bis 2,5 Millionen Menschen ansteigen. Alle Anzeichen deuten jedoch darauf hin - nicht zuletzt aufgrund von HIV/Aids - , dass das Wachstum sich auf 1,5 Prozent pro Jahr verlangsamt hat.

Die Amtssprache ist seit der Unabhängigkeit Englisch. Afrikaans (oder Kap-Holländisch) wird aufgrund der südafrikanischen Zeit vor allem von Älteren noch weitgehend als lingua franca benutzt. Daneben gibt es neun afrikanische Sprachen mit ihren Dialekten. Deutsch ist in Städten wie Windhoek, Lüderitz oder Swakopmund verbreitet.
Alle Sprachen haben im Rundfunk eigene Sendezeiten. In den Schulen kann in der Primarstufe muttersprachlich unterrichtet werden, wenn es die Klassenzusammensetzung zulässt. Ab Sekundarstufe wird in Englisch unterrichtet.
Auf Seite 4 "Gesellschaft und Kulur" wird auf die einzelnen Sprachen näher eingegangen.

Verkehr

Namibia ist verkehrsmäßig gut erschlossen. Das gilt vor allem für die zentralen und südlichen Landesteile. Die Wege im Norden waren bis zur Unabhängigkeit 1990 den militärischen Bedürfnissen Südafrikas untergeordnet. Die namibische Regierung hat seitdem den Ausbau der Straßen, vor allem den Transit zur Region Caprivi und den Anschluss an die Nachbarstaaten vorangetrieben.

Foto: FAO

Namibia verfügt heute über 9.000 km Asphaltstraßen. Nach und nach sollen weitere stärker frequentierte Strecken geteert werden. Hinzu kommen 57.000 km Schotterpisten, die regelmäßig gewartet werden und in meist gut befahrbarem Zustand sind. Lediglich in den Randgebieten entlang der Küste und in der Kalahari benötigt man Allrad-Antrieb.

Fuhrpark der Straßenbehörde. Foto: issa

Das Schienennetz ist 2.382 km lang. Die älteste Linie führt von Swakopmund (Walvis Bay) nach Windhoek. Von dort geht eine Linie über Keetmanshoop nach Südafrika. Es besteht eine Querverbindung nach Lüderitzbucht, die derzeit überholt wird. Von der Linie Swakop- Windhoek zweigt bei Usakos eine Linie ins Bergbauzentrum Tsumeb ab; bei Otjiwarongo gibt es eine Stichverbindung nach Outjo. Die Bahn soll über Tsumeb weitergeführt werden nach Angola. Der Ausbau bis Ondangwa wurde im Juli 2006 fertiggestellt. Eine weitere Stichverbindung besteht zwischen Windhoek und dem Rinderumschlagplatz Gobabis im Osten.

Über den Flughafen Windhoek hat Namibia Anschluss an den internationalen Luftverkehr. Es gibt 20 Flugplätze mit internationalem Code und mehr als 100 Landepisten.

Strom und Telekommunkation

In der Telekommunikation verfügt Namibia über ein staatlich betriebenes Festnetz, das heute weitgehend automatisiert ist, es gibt allerdings noch Handverbindungen, zudem teilen sich oft mehrere Farmen einen Hauptanschluss; dort muss man sich "durchklopfen". Der Mobilfunk ist in weiten Teilen des Landes nutzbar. Die Mobilfunk-Anschlüsse liegen heute deutlich über denen des Festnetzes.

Nur im zentralen Nord-Süd-Gürtel ist Namibia ans nationale und regionale Stromverbundnetz angeschlossen. Namibia bezieht seinen Strom hauptsächlich aus Südafrika über zwei Hochspannungsleitungen mit einer Leistung von 500 MW bzw. 200 MW. Das Wasserkraftwerk Ruacana qam Kunene liefert 240 MW. Windhoek verfügt über ein Kohlekraftwerk (120 MW), Dieselgeneratoren versorgen Walvis Bay mit 24 MW und Katima Mulilo im Caprivi mit3 MW.
Der jährliche Stromverbrauch in Namibia beträgt derzeit etwa 300 MW. Man schätzt, dass die Nachfrge bis 2020 auf 600 MW steigen wird. Der Bedarf soll zum einen aus dem regionalen Verbundnetz, das die Länder des Südlichen Afrika verbindet, gedeckt werden, zum anderen sind alternativ ein Wasserkraftwerk bei den Epupa-Fällen am Kunene, für das sich allerdings kaum ein Kreditgeber findet und das wegen sozialer und ökologischer Unverträglichkeit in der Kritik steht,und ein Gaskraftwerk vor der Oranjemündung (Kudufeld) geplant.

solaranlage

In den ländlichen Gebieten wird Elektrizizät dezentral gewonnen. Farmbetriebe, Kliniken, Schulen oder Touristikzentren versogen sich lokal durch Solaranlagen oder Dieselgeneratoren.

Nationale Symbole

flagge

Das Wappen der Republik Namibia

Die Landesflagge


die fünf Farben stehen für :
Blau
der klare namibische Himmel, der atlantische Ozean
die wertvollen Wasserressourcen, die Wichtigkeit des Regens
Gold-Gelb
die Sonne - Leben und Energie, die Namib-Wüste
Grün
die Vegetation und die agraren Möglichkeiten
die natürlichen Schätze des Landes
Rot
der jahrzehntelange Kampf um die Freiheit
die Opferbereitschaft der Menschen
Weiss
Frieden und Einigkeit - der menschliche Reichtums Namibias


Staatswappen

Das Wappen der Republik Namibia


Der Schild beinhaltet die Flagge der Republik Namibia und hat dementsprechend die gleiche Symbolik. Der Schild steht fest im Sand der Jahrtausende alten Wüste Namib. In diesem Sand ist die Welwitschia Mirabilis verwurzelt, eine der ältesten Pflanzen der Welt. Der Fischadler sitzt auf einem Band von Diamanten, er repräsentiert den Norden Namibias und seine Wasserressourcen. Der Fischadler ist bekannt für seinen durchdringenden Schrei und seine kräftige Erscheinung. Er soll die Zukunft Namibias darstellen.
Die zwei Oryx-Antilopen auf jeder Seite des Schildes sind typisch besonders für die halb-ariden Gebiete Namibias. Sie stehen für Eleganz, Stolz und Mut. Selbst Löwen sind ihnen gegenüber vorsichtig.
"Unity, Liberty, Justice" 
Einigkeit, Freiheit, Gerechtigkeit sind die grundlegenden Prinzipien der Verfassung der Republik Namibia.



Notenblatt
Zum Vergrössern anklicken !
Die Nationalhymne
"Namibia Land of the Brave"

Text und Musik : Axali Doeseb


Namibia land of the brave,
freedom fight we have won
Glory to their bravery
whose blood waters our freedom.
We give our love and loalty
together in unity
contrasting beautiful Namibia,
Namibia our country.
Beloved land of savannahs,
hold high the banner of liberty.

Chorus : Namibia our country,
Namibia, motherland,
we love thee.

Freie deutsche Übersetzung :
Namibia, Land der Mutigen.
Der Freiheitskampf ist gewonnen.
Ehre Ihrem Mut,
deren Blut floss für unsere Freiheit.
Wir geben unsere Liebe und
Freiheit in Einigkeit gemeinsam
kontrastreiches schönes Namibia,
Namibia unser Land.
Geliebtes Land der Savannen,
haltet das Banner der Freiheit hoch.

Refrain : Namibia unser Land,
Namibia, Vaterland
wir lieben Dich.

Mit der entsprechenden Ausrüstung können Sie die Hymne auch hören.

Musik



pfeil-l    zurück zur vorherigen Seite    |   weiter zur nächsten Seite     pfeil-r
 

alle Länder Homepage
Landesüberblick Staat & Politik Wirtsch. & EZ Gesellsch. & Kultur Praktisches