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Namibia
Seite 3: Wirtschaft & Entwicklung

Wirtschaft

Auch heute noch gilt für die Wirtschaft Namibias der Satz: Namibia produziert, was es nicht konsumiert, und konsumiert, was es nicht produziert. Diese extreme Außenabhängigkeit ist ein Erb der südafrikanischen Vewrwaltungszeit. Südafrika hatte kein Interesse an eigenständigen Entwicklung des Landes. Auch die mehr als anderthalb Jahrzehnte der Unabhängigkeit haben an dieser Außenabhängigkeit nichts geändert.

Insgesamt erhält die Wirtschaft Namibias gute Noten. Das Investitionsklima ist gut.

Eine insgesamt gute Note stellt Namibia auch der Bertelsmann Transformationsindex BTI aus, der in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Namibia besitze aufgrund seines Rohstoffreichtums und seiner günstigen Lage zwischen zwei potenten Wirtschaftspartnern Angola und Südafrika ein erhebliches Wachstumspotential. Es wird jedoch oniert, dass Namibia die Entwicklungschancn nicht konsequent ausnutzt und die Überwindung von Wachtumshindernissen vorantreibt. Als Hindernisse werden vor allem Mängel im Know-How, im Mangement und im Bereich einer verantwortlichen Regierungsführung genannt.

Die Sektoren

Rinderzucht und Farmarbeiter. Fotos:issa

Die Landwirtschaft

Die Landwirtschaft trägt mit knapp 8 Prozent zum Brutto-Inlandsprodukt bei, stellt jedoch mit 35 Prozent die meisten Arbeitsplätze im formellen Sektor außerhalb der traditionellen Landwirtschaft. Das Land ist immer noch überwiegend in weißer Hand. Etwa 4.000 Großfarmer bewirtschaften knapp 6.000 Farmen. Ihr Anteil an der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche beträgt etwa die Hälfte.Die andere Hälfte wird von rund 160.000 Familien bewirtschaftet. Über 90 Prozent der Erträge kommt aus der Viehzucht; Ackerbau spielt aufgrund der klimatischen Bedingungen eine untergeordnete Rolle.

Die Viehzucht besteht aus Rinder- und Schafzucht. Großvieh kann im Norden und im Zentrum des Landes gehalten werden. Der größte Teil der Fleischproduktion geht ins Ausland. In den südlichen Landesteilen ist aufgrund des ariden Klimas nur Schaf- und Ziegenzucht möglich. Vor allem Karakulschafe - die bedeutendste Pelzschafrasse - haben sich hervorragend an die Bedingungen angepasst. Die Pelznachfrage ist allerdings aufgrund von Modeströmungen und die Anti-Pelzkampagnen zurückgegangen. Die Züchter sind deshalb stärker auf das Weben von Teppichen und Decken umgestiegen.

Karakulschafe werden vor allem in trockenen Süden des Landes gezuchtet. Foto: G. Berger, issa

Die Landreform

Grundsätzlich muss man in Namibia zwei Reformen unterscheiden. Das erste ist die Reform der kommerziellen Landwirtschaft, das heisst, die Farmen südlich der "Red Line" und ausserhalb der kommunalen Gebiete. Hier leben ca. 20 % der namibischen Landbevölkerung. Dieser Teil der Landreform wurde mit der Landrechtskonferenz 1991 begonnen und in dem Landrechtsgesetz von 1995 (Agricultural (Commercial) Land Reform Act of 1995) festgeschrieben.

Der zweite Teil der Landreform handelt vom Landrecht in den kommunalen Gebieten. Diese Landreform wurde per Gesetz erst im Jahre 2003 in Kraft gesetzt und betrifft die restlichen 80 % der Landbevölkerung.

Die Landreform ist nicht zuletzt aufgrund der Entwicklungen in Simbabwe ein Thema der Öffentlichkeit und hoch emotional. Die Regierung hat zwar stets auf die Bedeutung einer Umverteilung hingewiesen, aber gemessen an den worten wenig getan. Die Landreform ist kein Ruhmesblatt für die Regierung. Es sind bisher nur wenige Flächen an Landlose, Farmarbeiter oder landsuchende Kleinfarmer verteilt worden. Es fehlt vor allem die nachsorgende Begleitung durch die Regierung, Kredite, Beratungsdienste, Management- und Vermarktungsschulungen.

Bisher wurden wesentlich mehr Flächen an die neue wirtschaftliche und politische Elite verkauft, oft gegen günstige Kredite, so dass sich die Frage stellt: wer soll das Land besitzen? Die Regierung will die umverteilung beschleunigen. Sie greift deshalb zum Mittel der Enteignung. Eine solche ist gegen Entschädigung nach der Verfassung möglich. Es gibt jedoch noch keine Gesetzgebung, die die Voraussetzungen für eine Enteignung regelt. Viele Großfarmer haben deshalb notwenige Investitionen in ihre Farm ausgesetzt. Seit Juli 2007 ist vor dem Hight Court in Windhoek ein Verfahren anhängig gegen Enteignung, angestrengt durch vier auswärtige, deutsche Farmbesitzer. Der Prozess wird als Präzedenzfall für die Enteignungsproblematik gesehen. Regierung, aber auch der Neufarmerverband NEFA halten die Enteignng für berechtigt.

Schichtende in Tsumeb. Foto: issa

Der Bergbau

Namibia ist der fünftgrößte Bergbauproduzent in Afrika südlich der Sahara. Weltweit gehört es zu den 20 führenden Bergbaunationen. Namibia verfügt über eine Fülle von Mineralien. Gefördert werden vor allem Uran, Kupfer, Blei, Zinn, Zink, Silber und Gold sowie Diamanten. Die Diamanten werden ganz im Süden an und vor der Küste gefördert. Die Diamantenproduktion ist 1994 zur Hälfte in Besitz der staalichen namibischen NAMBDEB übergegangen, deren Anteile nach dem Konkurs von einem russisch-israelisches Konsortium übernommen. Mit dem südafrikanischen Teilhaber deBeers konnte ein Vertrag ausgehandelt werden, nach dem ein Teil der Diamanten im Lande verarbeitet werden muss.

Bergbauenwiscklung 1960 -2000. Öl- und Gaspospektion 2001. Karte: atlas of namibia

Der Bergbau spielt die wichtigste Rolle in der namibiaschen Wirtschaft. Auf ihn fallen 80 Prozent der Exporterlöse. Er stellt jedoch nur 6.000 Arbeitsplätze zur Verfügung.

Lagerstätten von Mineralien, die nicht das Interesse der großen Bergbaukonzerne finden, werden von Klein- und Kleinstunternehmern genutzt, oft sind es nur Einmann-Betriebe. Etwa 1.000 Menschen finden hier ihr Auskommen - vor allem im Süden und in den Regionen Kunene und Erongo. Die wichtigsten Produkte sind Diamanten, Halbedensteine, Industriemineralien und Baustoffe. Gerade bei Granit, Marmor, Kies und Sand werden den Kleinunternehmern gute Aussichten eingeräumt. Die Regierung sucht aus beschäftigungspolitischen Gründen den Kleinbergbau zu fördern. Mangel an Kapital, technischem Wissen, geologischen Daten und Marktkenntnissen verhindern eine Ausschöpfung des möglichen Potentials. Mit der Gründung der Namibian National Small Miners Association und des Small Miners Assistance Centre soll diesem Wirtschaftszweig eine festere ökonomische Struktur gegeben werden.

Krustentiere sind vor allem für den fernöstlichen Markt bestimmt. Foto: issa

Fischerei und Fischverarbeitung

Der kalte und planktonreiche (Karte) Benguelastrom sorgt für reiche Fischgründe. Benguela Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit waren die Bestände wegen der großzügigen Lizenzvergabe durch Südafrika erschöpft. Die Regierung hat deshalb zunächst ein generelles Fangverbot verhängt und konnte es auch nach anfänglichen Schwierigkeiten in der 200-Meilen-Zone durchsetzen. Jetzt werden die Quoten für jede einzelne Fischart jährlich neu vergeben. Die Schwankungen der Fischbestände sind ein Problem des Fischereiwesens. sie lassen sich nur schwer voraussagen. Der Benguela-Strom ist noch nicht genügend erforscht.

Weißfische, vor allem der Seehecht bilden die wichtigste Meeresressource. Ein weitere wichtiger Exportzweig ist die Zucht von Krustentieren, Hummer, Krabben und Muscheln. wichtigster Umschlaghafen ist Walvis Bay.

Verarbeitende Industrie

Südafrika hat Namibia vor allem als Rohstofflieferant gesehen und entwickelt. Eine verarbeitende Industrie wurde nur in geringem Umfang aufgebaut. Weitere Gründe für die geringe Industrialisierung sind der kleine nationale Markt, die großen Entfernungen zu den internationalen Märkten und die geringe Kaufkraft der Bevölkerung. Ferner haben südafrikanische Waren aufgrund der gemeinsamen Zollunion SACU (Südafrika, Botswana, Namibia, Lesotho und Swasiland) freien Zugang auf den namibischen Markt und verhindern so den Aufbau einer größeren nationalen Industrie.

All diese Faktoren stehen auch den Industrialisierungsbemühungen der unabhängigen Regierung im Wege. Aussichten auf eine eigenständigeren Entwicklung werden im Ausbau der Transport- und Handelsverbindungen mit den Nachbarstaaten gesehen, zu denen in der südafrikanischen Zeit praktisch keine Verbindungen bestanden (siehe unter: Regionale Kooperation).

Die verarbeitende Industrie wird in erster Linie von der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bestimmt, die etwa die Hälfte der Arbeitskräfte stellt und ein Drittel der Wertschöpfung in diesem Bereich erwirtschaftet. Hinzu kommen Möbelherstellung, Metallverarbeitung und Handwerk. Eine Aufarbeitung der Bergbauprodukte findet kaum statt, hier liegt noch erhebliches Potential. Das Wachstum des verabeitenden Sektor nach der Unabhängigkeit geht zum größten Teil auf die Fischverarbeitung, die e zuvor im Lande kaum gab.

Der verarbeitende Sektor konzentriert sich auf Zentralnamibia. Hier finden sich etwa die Hälfte der Betriebe, allein Windhoek hält einen Anteil von knapp 30 Prozent. Im norden des Landes, wo zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit ganze 23 Kleinbetriebe gezählt wurden, beginnen sich erst mit der Einrichtung von Industrieparks (siehe unter: Wirtschaftinitiativen) kleingewerbliche Aktivitäten zu entwickeln.

Der Tourismus

Namibia gilt zu Recht als eines der faszinierenden Reiseländer der Erde. es ist zwar aufgrund der fragilen, leicht zerstörbaren natürlichen Lebensräume und der Wasserknappheit nicht für einen Massentourismus geeignet, doch anspruchsvollen Individual- und Gruppenreisenden werden einmalige Eindrücke und Erlebnisse vermittelt. Die neunzehn Paks und Naturschutzgebeite ümfassen 15 Prozent der Landfläche.

Die Spitzkoppe. Foto: J. Hopf

Der Tourismus bietet noch erhebliches Potential. Das gilt vor allem auch für den Community Based Tourism, der Einkommen und Arbeit in den strukturschwachen Regionen schaffen hilft. Die einzelnen Unternehmen sind in der Namibia Community Based Tourism Association NACOBTA zusammengeschlossen und betreiben eine gemeinsame Vermarktung.

Staatlicher Sektor

Die Entwicklung der staatlichen Finanzen ist seit der Unabhängigkeit von einem Anstieg der Schulden geprägt. Aufgrund der derzeit großen Nachfrage des Weltmarktes nach Rohstoffen hat sich die haushaltslage für das Wirtschaftsjahr 2007/08 allerdings leicht entspannt. Der diesjährige Staatshaushalt wird durchweg als positiv, wenn auch nicht "bahnbrechend" bewertet.

Die Verschuldung ist allerdings durch gute Konjunkturjahre allein nicht in den Griff zu bekommen. Namibische Eirtschaftsinstitute empfehlendeshalbeine Reform des öffentlichen Sektors und eine Privatisierung staatlicher Unternehmen. Die Regierung ihrerseits verweist auf die hohen Verpflichtungen zur nachholenden Entwicklung und des sozialen Ausgleichs, die sie mit der Unabhängigkeit übernommen habe.

Korruption

Korruption in Namibia ist ein Problem. Die neue Regierung unter Pohamba hat ihr den Kampf angesagt. Der Korruptionsindex 2007 von Transparency International bescheinigt im Bericht Namibia, in der Bekämpfung der Korruption Fortschritte zu machen. Namibia erhält einen Punktwert von 4,5 (die Skala reicht von 10 als bestem und 1 als schlechtestem Wert), das ist gemessen am Vorjahreswert eine Verbesserung um 0,4 Punkte.

Wirtschafts- initiativen

Der Nationale Entwicklungsplan

Mit der Unabhängigkeit erwartete die Mehrheitsbevölkerung eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und Möglichkeiten zum sozialen Aufstieg.. Die nun an die Macht gekommene Befreiungsbewegung hatte stets betont, dass für sie Befreiung nicht nur die politische, sondern auch sozioökonomische Dimension einschließt. Die am Büro des Präsidenten angesiedelte Nationale Planungskommission nannte im 1. Nationalen Entwicklungsplan (1.NDP), der von 1995/96 bis 1999/00 in Kraft war, als vordringliche ziele den Abbau von Armut und sozialer Ungleichheit sowie die Schaffung von Arbeit und Wachstum.

Um diese Ziele zu erreichen, wurde auf eine Steigerung privater und staatlicher Investitionen gesetzt. Ein erheblicher Anteil der staatlichen Mittel sollte in die Verbesserung der Infrastruktur in den ländlichen Gebieten fließen.

Mittlerweile sind weitere mittelfristige NDP in der erarbeitet worden und bis zum 7. NDP in der
Vision 2030
entworfen worden, in dem der „Rahmen abgesteckt (wird), Namibia zu einem prosperierenden und industriellen Land zu machen“. Der 2. und 3. NDP führen die Grundsätze des ersten weiter, legen jedoch ein stärkeres Gewicht auf die Landreform, die im ersten nur am Rande behandelt wurde.




Offene Giftmüll-Deponie bei Ramatex. Foto: LaRRi

Produktionszonen für den Export

Die namibische Regierung hat sich von der Einführung von Export Processing Zones (EPZs) eine Belebung der Wirtschaft versprochen. Sie ging on der Schaffung 25.000 neuer Arbeitsplätze aus innerhalb von drei Jahren aus. Die Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Es siedelten sich nur wenige Firmen an mit insgesamt 400 Beschäftigten.

Um so erleichterter wurde der Aufbau einer Textilindustrie durch die malaysische Firma Ramatex begrüßt. Die Regierung stellte dafür eine Infrastruktur von 100 Mio. NamDollar bereit. Nach der Eröffnung 2001 geriet Ramatex jedoch zunehmend in die Kritik. Die Arbeiterinnen kritisierten die harten Bedingungen, geringe Bezahlung, schlechte Behandlung und mangelnde Sicherheit am Arbeitsplatz.

Nach dem Wegfall der Quotenregelung für Textilien im Rahmen der WTO-Vereinbarungen 2005/06 begann der Rückzug von Ramatex nach Malaysia, das der namibische Produktionsstandort für den Export nun unerheblich war. Die Textilindustrie in Namibia steht nun vor dem endgültugen Aus. Die Textilindustrie wie Ramatex ist ist ein treffendes Beispiel für den volatilen Charakter solcher EPZ-Programme.

Kleinstunternehmen

Die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen spielt bei der Bekämpfung der Armut eine wichtige Rolle. In Namibia liegt bei dabei der Schwerpunkt auf kleinen und kleinsten Betrieben (Small and Micro Enterprises) mit 1 bis 10 Beschäftigten.

Insgesamt ist eine positive Entwicklung zu erkennen. Die Zielvorgaben der Entwicklungspläne – Wachstum am BIP, Investitions- und Beschäftigungszuwächse - wurden durchweg übertroffen. Nach Untersuchungen sind 93 Prozent der Betriebe in schwarzer Hand, 37 Prozent im Besitz von Frauen. Die Förderung der SME ist vor allem den strukturschwachen Gebieten zugute gekommen, wodurch die auch gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten verbessert werden konnten.

Black Economic Empowerment

Mit einer Black Econmic Empowerment-Politik (BEE) sollen schwarze Unternehmer gefördert und die Besitzverhältnisse zu deren Gunsten verändert werden. Gesetzliche Bestimmungen gibt es bisher noch nicht. Die Regierung plant jedoch eine Intensivierung dieses Programmes und die Erarbeitung einer Gesetzesvorlage.

Die BEE steht in heftiger Kritik. Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Gruppen werfen der Regierung vor, mit staatlichen Geldern eine kleine regierungsnahe Elite zu fördern. Ferner sei dieser Bereich in hohem Maße korruptionsanfällig.

Entwicklung und Zusammenarbeit






stop epa

Seit 2004 versucht die internationale Kampagne Stop EPAs, die EU-AKP-Freihandelsabbkommen zu stoppen. Die Kampagne sagt: "Epas sind vorrangig von den Interessen der großen Konzerne in der EU und einer kleinen Wirtschaftselite in den AKP-Ländern bestimmt. Die EU hat bei diesen Freihandelsabkommen nur zu gewinnen und nichts zu verlieren; die große Mehrheit kleiner Produzenten in den AKP-Ländern aber hat alles zu verlieren und wenig zu gewinnen."

Das britische Übersee Institut warnt, dass der Verlust bisheriger Vorzugstarife negative Auswirkungen auf die volkswirtschaft haben wird.

Links zur internationalen Kampagne finden Sie unter StopEpa.de.


Die Sicht von Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zur regionalen Integration und zu den EPA-Verhandlungen unter deutschem G8-Vorsitz können Sie in E+Z 01/2007 nachlesen. Im September 2007 hat die Bundesregierung noch einmal zu ihrer Einschätzung

der EPAs Stellung genommen.

Regionale Kooperation und internationale Entwicklungsanstrengungen

Die Beziehungen innerhalb der 14 Mitgliedsstaaten der regionalen Entwicklungsgemeinschaft Southern African Development Community SADC konzentrieren sich bislang auf die Integration einzelner Sektoren wie Transport und Kommunikation. Es ist geplant, auch den interregionalen Handel noch weiter zu fördern. Aus der Region soll eine Freihandelszone werden. Bislang aber fällt die Handelsbilanz in der Region deutlich zu Gunsten Südafrikas aus.

In Bezug auf die regionale Integration kommt Namibia gut voran.



Besondere Beziehungen bestehen zur Europäischen Union, die seit der Wende in Südafrika verschiedene Programme zur Unterstützung der Entwicklung aufgelegt hat. Nach dem Scheitern der Welthandelskonferenz in Mexiko 2003 bemüht sich die EU allerdings um ökonomische Partnerschaftsabkommen (EPAs), die die SADC-Länder in verschiedene Gruppen aufspalten. Mit Südafrika hat die EU ein eigenes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Dieser Vertrag zu Handel, Entwicklung und Zusammenarbeit (TDCA) hat Implikationen für die Länder der Southern African Customs Union SACU, zu der neben Südafrika Namibia, Botswana, Lesotho und Swasiland gehören, aber auch für die Nicht-SACU-Länder. Sie werden der starken Konkurrenz der hochsubventionierten Agrarprodukte aus der EU ausgesetzt. Der Agrarmarkt war schon bei den TDCA-Verhandlungen ein zentraler Streitpunkt. Eine aktuelle Studie zieht Schlussfolgerungen aus Folgen des TDCA mit Südafrika für die anderen AKP-Staaten, darunter Namibia.



Ein Handelsförderungsabkommen (African Growth and Opportunity Act, AGOA) ist ebenfalls mit den USA geschlossen worden. Unter dem globalen Marktdruck scheinen die regionalen Strategien kaum Aussicht auf Erfolg zu haben. Zumindest sind die Handelspolitiker der EU und der USA dabei wenig hilfreich. Der AGOA hat seit der Aufhebung der Quotenregelung für Textil an Attraktion verloren. Asiatische Textilunternehmen wie Ramatex haben sich zurückgezogen, seit sie den namibischen Standort nicht mehr benötigen, um die Quotenregelung für den US-amerikanischen Markt zu umgehen.

Die Millenniumsziele

Im Jahr 2000 wurde die Millenniums-Erklärung von den Vereinten Nationen verabschiedet. Sie verpflichtet die reichen wie die armen Länder, alles daran zu setzen, um die Armut zu beseitigen, die menschliche Würde und die Gleichberechtigung zu fördern und Demokratie, Frieden und ökologische Nachhaltigkeit zu verwirklichen.

Die aus der Erklärung hervorgegangenen Millenniums-Entwicklungsziele verpflichten die Länder dazu, verstärkt gegen unzureichende Einkommen, weitverbreiteten Hunger, Ungleichheit zwischen Mann und Frau, Umweltschäden und Mängel bei der Bildung, der Gesundheitsversorgung und dem Zugang zu sauberem Wasser vorzugehen. Sie enthalten auch Maßnahmen für den Schuldenabbau, die Erhöhung der Entwicklungshilfe sowie die Ausweitung des Handels und des Technologietransfers in die armen Länder. Die Zielvorgaben sollen bis 2015 erreicht werden.

Namibia hat gute Ausichten, die Ziele zu erreichen, mit Ausnahme der Verringerung von HIV/Aids-Erkrankungen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Aufgrund der Vergangenheit haben alle Bundesregierungen stets die besondere Verantwortung für Namibia betont und das ausgedrückt durch relativ hohe Entwicklungsgelder. Deutschland ist der größte Geber. Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit der vergangenen Jahre war die

  • Förderung der technischen Infrastruktur, des Ressourcenschutzes und der Wirtschaft
  • Bekämpfung von HIV/AIDS,
  • Optimierung der Viehwirtschaft in den kommunalen Gebieten,
  • Einfachkostenwohnungsbau sowie Beratung auf verschiedenen Ebenen.

Ausführliches finden sie auch auf den Seiten der GTZ (siehe unten).

Folgende Institutionen und Organisationen in staatlicher oder halbstaatlicher Trägerschaft haben in Namibia eine Außenstelle:

Auch private Träger der Entwicklungszusammenarbeit engagieren sich in Namibia. Ein Directory listet nahezu alle in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit tätigen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen mit Adressen auf.

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