|
|
Qué sos vos, Nicaragua?
Qué sos sino un
triangulito de tierra,
perdido en la mitad del mundo?
Qué sos sino un vuelo de pájaros
guardabarrancos cenzontles colibríes?
Qué sos sino un ruido de rios llevándose
las piedras pulidas y brillantes
dejando pisadas de agua por los montes?
Qué sos sino pechos de mujer
hechos de tierra, lisos, puntudos y amenazantes?
Qué sos sino cantar de hojas
en árbolesgigantes verdes, enmaranados
y llenos de palomas?
Qué sos?
Sino dolor y polvo y gritos en la tarde,
- „gritos de mujeres, como de parto“ -?
Qué sos sino puno crispado
y bala en boca?
Qué sos, Nicaragua
para dolerme tanto?
----------------------------------------------------------------------------------------
|
Andere
Karten gewünscht?
Klicken Sie bitte
hier:
|
|
Nicaragua - "tierra de lagos y volcanes"
Nicaragua ist mit knapp 130.000 km² etwa so groß wie
Griechenland oder 1,5 mal so groß wie Österreich. Es liegt im Zentrum
der schmalen Kontinentalbrücke zwischen Nord- und Südamerika. 9.200 qkm
der Fläche des Landes sind Binnengewässer; der Nicaragua-See
(Cocibolca), Lebensraum einzigartiger Süßwasserhaie, ist der
zehntgrößte Süßwassersee der Welt und mit Abstand der größte
Mittelamerikas. Noch verfügt Nicaragua über etwa 55.000 km² Wald.
Der längste Fluss Nicaraguas ist mit 780 km der Rio
Coco, Grenzfluss zu Honduras. Die Südgrenze des Landes verläuft entlang
des Rio San Juan.
Die Einwohnerzahl des Landes wächst rasch - mehr als ein
Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Heute leben etwa
5,6 Mio
Menschen im Land. Die Bevölkerungssteigerungsrate
liegt bei ca 1,9% - Tendenz sinkend. Zwischen 1 und 1,5 Millionen
Nicaraguaner und Nicaraguanerinnen leben
ständig oder zeitweise im Ausland, jeweils etwa die Hälfte davon in den
USA und in Costa Rica. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass
etwa 1 Million Nicaraguaner/innen nicht
oder nur teilweise staatlich erfasst sind.
Die Hauptstadt Managua hat etwa 115.000 Einwohner - hier die
kleine Aufstellung der Großstädte
Nicaraguas.
Die Landessprache ist spanisch; trotz der kulturellen und
politischen
Dominanz der USA spricht der größte Teil der Bevölkerung kein Englisch
- an der Atlantikküste herrscht dagegen das Englische vor. Die
vergleichsweise wenigen indigenen Gemeinden sprechen weitere, indigene
Sprachen.
Kultur und Lebensstil variieren sehr stark zwischen Stadt und Land
sowie zwischen der kleinen überreichen Oligarchie und dem großen Teil
der von Reichtum ausgeschlossenen Bevölkerung. Es exisitiert nur eine
relativ kleine Mittelschicht. Die kulturellen Muster sind ausserdem
permanenter Wandlung ausgesetzt: durch die Einflüsse des westlichen
Konsummodells, durch die reiche Erfahrung einer Vielzahl
nicaraguanischer Migranten und Migrantinnen durch die Jahrzehnte und
Jahrhunderte, durch eine lange wechselreiche Geschichte der Anwesenheit
von Ausländern im Land.
Das Klima ist tropisch mit zwei Jahreszeiten, der Regenzeit (Mai bis
Oktober) und der Trockenzeit (November bis April). Die Temperaturen
bewegen sich das ganze Jahr über zwischen 25 bis 35 Grad Celcius. In
den drei geografischen Regionen
des Landes variiert das Klima
allerdings sehr stark: Im zentralen Bergland, das sich vom Norden in
den Süden zieht, herrscht in der Regenzeit üppige Vegetation. Staubig
und ausgedörrt dagegen sind in der Trockenzeit weite Teile der
Pazifikregion: In dieser Zone, die nur etwa 20% der Gesamtfläche
ausmacht, lebt mehr als 60% der Bevölkerung. In der teilweise noch
wenig erschlossenen Atlantikregion (ein verwirrender name - die region
beginnt bereits in der Mitte des Landes) herrscht
- neben Savanne im Nordosten - ein immerfeuchtes Klima vor. Auf der Karte
zur Bodennutzung lassen sich diese drei Regionen gut wiederfinden.
Nicaraguas Naturräume zeichen sich heutzutage jedoch vor allem
darin aus: rasches Vorrücken
der Agrarfront (Karte), illegaler Holzeinschlag und
ein allerorten unverantwortlicher Umgang mit der Umwelt führen zu einer
katastrophalen ökologischen Situation in immer mehr Landesteilen. Das
nicaraguanische Umweltinformationssystem
SINIA stellt zwar eine Menge Infos und Daten zur Verfügung, zum
katastrophalen Ausmaß der Umweltzerstörung in Nicaragua schweigen
jedoch traditionell alle Regierungsinstitutionen.
Dies ist der dann
aber doch verdienstvolle Umweltbericht
2003.
Parallel zur Pazifikküste zieht sich eine Vulkankette mit 25 Kratern, von denen einige
bis heute aktiv sind: Hier erhalten Sie mehr Information
und Fotos und hier Bilder von webcams
der einzelnen Vulkane, selbst zur Geschichte
der Vulkane gibt es eine Internetseite.
Dies ist eine stets aktuelle
Karte mit den seismischen Aktivitäten der letzten 10 Tage in
Nicaragua (hochladen kann etwas dauern). Das zentralamerikanische
seismologische Zentrum berichtet über Erdbeben, Vulkanausbrüche
etc. in der Region.
Dies ist eine beeindruckende vollständige
Liste aller Orte Nicaraguas mit geografischen Daten. Auf dieser
Seite der nicaraguanischen Umweltbehörde finden Sie
einen schönen Überblick über die nicaraguanischen
Naturreservate.
|
|
|
Der Staat und seine Regierung

|
alle
Links in diesem Abschnitt, falls sie nicht anders
gekennzeichnet sind, führen auf spanischsprachige Internetseiten
Die Staatsgründung 1821 und das Streben nach
Unabhängigkeit
Die
formale Unabhängigkeit vom spanischen Kolonialreich erlangte Nicaragua
1821, gemeinsam mit den anderen mittelamerikanischen Ländern. Zwar war
das Land von nun an nicht mehr besetzt bzw. von außen regiert,
die
mestizische Oligarchie jedoch behielt Nicaragua, seine Ressourcen,
seine Bevölkerung, seine Politik und Zukunft in ihrem Besitz.
Erst
mit der Präsidentschaft des Generals José
Santos Zelaya
(Regierungszeit 1893 - 1909), Mitglied der
liberalen Partei, begann gewissermaßen die Besinnung auf eine
eigenständige nationale Modernisierung und Entwicklung. Mit wichtigen
sozialen und
politischen Reformen arbeitete er auf eine Modernisierung des Staates
hin mit dem Ziel, kapitalistische Verwertbarkeit und politische
Kontrollierbarkeit zu garantieren. Dies bedeutete eine starke
Repression gegen die
entrechtete indigene Bevölkerung und das durch den Kaffee-Boom
ja erst erschaffene Landproletariat. Die Phase jener nachholenden,
nationalistischen
Staatsgründung wurde durch die Invasion der
US-Truppen 1909 beendet.
Diese kriminelle
Besatzung des eigenen Landes durch eine feindliche Armee erlebte Augusto
César Sandino als Heranwachsender. Der später selbsternannte
"General de los Hombres
Libres" führte in den 20er und 30er Jahren einen Kampf gegen die
us-amerikanischen
Okkupationstruppen und
schuf sich dabei national wie international einen Namen als
Freiheitskämpfer.
Mangels eines originären nationalen Gründungsmythos sind es Sandino
und Zelaya, die als die Väter der nicaraguanischen Nation gelten können.
Nicaragua und seine Regierung
Nicaragua ist
verfassungsgemäß eine
Präsidialdemokratie. Der Präsident steht einem von ihm bestellten
Regierungskabinett vor. Seinem Amt kommen, im Vergleich zur
Legislative und zur Judikative, erheblich mehr Machtbefugnisse und
Bedeutung zu, als dies beispielsweise in der BRD der Fall ist.
Der Ende 2006
gewählte Präsident Nicaraguas ist Daniel Ortega Saavedra.
|
|
|
|
|
alle
Links in diesem Abschnitt, falls sie nicht anders
gekennzeichnet sind, führen auf spanischsprachige Internetseiten
Literarischer Einstieg
Sergio Ramirez ist sicher der zur Zeit bekannteste
nicaraguanische Schriftsteller weltweit. Er war Vizepräsident des
befreiten Nicaragua, 1979 bis 1990. Anlässlich des 25. Jahrestags der
Revolution erschien Mitte 2004 in der mexicanischen La Jornada eine Replik
auf den Triumph der sandinistischen Revoluton und das Nicaragua von
heute.
Soziale
und ökonomische Grunddaten
diese Links führen alle zu englisch-sprachigen Internetseiten ,
soweit nicht anders angegeben
Eine umfassende, übersichtliche und aktuelle Zusammenschau der
wichtigsten
sozialen
und ökonomischen Daten zu Nicaragua stellt uns die Internetseite
Globalis
oder auch die Weltbank
zur Verfügung. Eine ähnliche Fülle bietet auch Nationmaster.
Etwas
unübersichtlicher, aber mit einer
ebenso eindrucksvollen Zusammenschau von Daten, ist die Statistische
Abteilung der Vereinten Nationen.
Auch ein bekannter
Nachrichtendienst hält alle wichtigen Daten vor: das
World Factbook der CIA bietet in tabellarischer Übersicht
alle
wesentlichen Zahlen und Daten zu Nicaragua, ebenso auch das staatliche Instituto Nacional de Estadísticas y
Censos. Andere sehr wertvolle und informative
Zusammenstellungen
mit zusätzlichen
sozialen und
politischen Indikatoren hält Earthtrends
bereit (bitte entspechenden Themenschwerpunkt auswählen).
Wer sich mehr Zeit nehmen mag, findet in den Länderberichten der Vereinten
Nationen (pdf; 190KB), der ausführlichen Länderstudie der US-Regierung, oder
natürlich auch der des Auswärtigen
Amtes ,
zusätzliche wertvolle
Informationen. Einen eher umstrittenen, jedenfalls aber interessanten
Ansatz
der Darstellung politischer und ökonomischer Daten bietet der Bertelsmann-Index.
Zur Recherche unter ausgewählten Themenbereichen ist die Seite PopPlanet
wahres Gold wert.
Mehr entwicklungsrelevante Datenüberblicke und Statistiken finden Sie
bei UNICEF.
Bevölkerung
Mehr als 50% der Nicaraguaner ist jünger als
18 Jahre. Die Bevölkerung ist in
ihrer großen Mehrheit mestizisch, der Anteil von Indigenen liegt bei
etwa 5%. Vor allem im Bereich der Karibikküste lebt der schwarze Anteil
der Bevölkerung (etwa 10%), hier herrscht auch die englische Sprache
vor.
In den Atlantikregionen werden außer Englisch und vereinzelt Spanisch
noch verschiedene indigene Sprachen
gesprochen: Miskito, Mayagna, Garifuna und Rama. Eine
ausführliche Liste der ethnischen
und
sprachlichen Gruppen bietet die Ethnologue
Database - Nicaragua ,
dort findet sich auch eine Karte mit der
Verteilung der Sprachgruppen
des Landes.
Auf dieser erfreulichen Internetseite Gazetteer
finden Sie Zahlen zur Bevölkerung
allgemein, verteilt auf Departamentos, Städte, etc.
Religion
Nicaragua ist ein zutiefst religiöses Land, oft erscheint es dem
Besucher vormodern und nicht wirklich säkulär.
Außer wenigen asiatischen und arabischen Einwanderern bekennen sich die
Nicaraguaner
praktisch geschlossen zum christlichen Glauben. Die katholische Kirche
verfügt über einen hohen Einfluß auf Öffentlichkeit und Politik und
benutzt diesen ohne nennenswerten demokratischen Skrupel.
Evangelikale Pfingstkirchen, meistens mit Sitz und Geld aus den
USA ausgestattet, scharen immer mehr Gläubige um
sich. Ihr missionarischer Eifer ist unermüdlich, und die teilweise
spektakulären öffentlichen Veranstaltungen geraten regelmäßig zur
eschatologischen kollektiven Entrückungszeremonie.
Die lutherische Kirche -
Pendent zur Evangelischen Kirche Deutschlands - hält mit
einigen Pfingstkirchen organisatorischen und inhaltlichen Kontakt. Die katholische Kirche, zu der
sich etwa 80% der Katholiken
bekennen, versucht bislang noch mehrheitlich, diese Entwicklung zu
ignorieren und die
evangelikalen Kirchen zu dämonisieren - und steht dabei doch unter
enormem Handlungsdruck.
Geschichte
Die Geschichte Nicaraguas hängt eng zusammen mit der der
benachbarten Länder, und natürlich mit den Geschicken durch die
Besatzungsmächte Spanien, England und USA.
Den umfassendsten Überblick finden Sie mittlerweile auf der deutschen Wikipedia .
Einen informierten Geschichtsüberblick mit Lokalkolorit finden sie
auf dem Nicaragua-Internetportal Pinoleros
(Pinol ist ein typisch nicaraguanisches Getränk aus geröstetem Mais).
Viele kleine links zu Biografien oder historischen Ereignissen
bereichern die Seite. Die Seite Touring-CostaRica bringt kurioserweise
anschauliche Einzelheiten aus der Geschichte Nicaraguas, so etwa ein
Kapitel über Ruben
Dario, Raffaela
Herrera oder den US Söldner und Fast-Präsident William Walker.
Einen schematischen Abriss bietet das Instituto de
Historia de Nicaragua. Wer sich auf
deutsch einen schnellen Überblick
verschaffen möchte, dem sei die Seite der Städtepartnerschaft
Hamburg-León empfohlen.
Der umfassendste geschichtliche Überblick mit Analysen und Fotos gibt
die Library of
Congress aus den USA , eine pittoreske Fülle historischer
Originaldokumente bis ins 20. Jahrhundert schlummern auf der Seite der Hartford-University
.
2004 feierte man den 25. Jahrestag der sandinistischen Revolution.
Lesen Sie in diesem
Artikel der Zeitschrift
envio
über Geschichte und Aktualität der Revolution.
Kunst und Kunsthandwerk
Nicaraguanische Kunst findet sich hauptsächlich auf dem
Gebiet des Kunsthandwerks.
Bunte, intensive Farben, Holz oder Ton sind
die bevorzugten Materialien.
In den sog. Weißen Dörfern südlich von
Managua, vor allem in
San Juan de Oriente und in Masaya selbst, finden Sie große Märkte mit
Kunsthandwerk. Die typischen Alltagsgegenstände
angewandter Kunstfertigkeit sind
Hängematten - das Produktionszentrum liegt im indigenen Stadtviertel
Monimbó von Masaya - und die obligatorischen Schaukelstühle, die in
keinem Haus fehlen dürfen.
Auf dieser kommerziellen Seite
können Sie sich einen netten Überblick über typisch nicaraguanisches
Kunsthandwerk - von hamacas
über jícaros bis zu marmolina und tapices -
verschaffen.
Bekannt ist Nicaragua auch durch seine naive Malerei, die -
oftmals aufklärerisch ambitionierten - Wandgemälde (murales),
aber auch durch
seine
Marimba- und Chichero-Musik oder die vielen, ans Herz gehenden
Liebes- oder Revolutionslieder nicaraguanischer Liedermacher.
|
|
|
Nationale Symbole
|
Die
Landesflagge,
die auf dieser Seite weht, hat oben und unten einen blauen Streifen, in
Referenz an die beiden Weltmeere, zwischen denen das Land
liegt. In der Mitte auf dem weißen Streifen befindet sich das
dreieckige Wappen: die fünf Vulkane symbolisieren die Einheit der fünf
mittelamerikanischen Staaten, darüber schwebt die Jakobinermütze, die
für Freiheit und republikanischen Geist steht. Nach oben schließt ein
Regenbogen das Ensemble ab.
Dieser Link verbirgt geschichtliche Informationen
zu Wappen und nationalen Symbolen
Nicaraguas, und hier klicken Sie, wenn Sie mehr über die historischen
nicaraguanischen Flaggen
wissen möchten (verrückt, was man alles im Netz findet...)
Der
nicaraguanische Nationalvogel ist der Guardabarranco, ein kleiner
bunter Vogel mit langem kunstvollen Schwanz und ausgewachsenem
Schnabel. Die Nationalblume ist ein baumartiges, großes Doldengewächs
mit weißer Blüte: der Sacuanjoche, auch Flor de Mayo genannt. Der
Nationalbaum schließlich heisst Madroņo, auf deutsch Erdbeerbaum.
Den Text der Nationalhymne können Sie hier nachlesen, und
mit der entprechenden Ausrüstung auch hören.
Von Besuchern aus dem Ausland wird selbstverständlich erwartet, daß sie
den nationalen
Symbolen des Gastlandes Respekt erweisen.
|