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Seite 2: Staat & Politik
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Der Präsident Daniel
Ortega Saavedra (geb. 1945) ist der Präsident
Nicaraguas. Die
Wahlen am 4. November 2006 waren sein vierter Versuch, nach der
Präsidentschaft
der revolutionären Regierung 1979 – 1990 wieder in das Amt
gewählt zu werden. In einer breiten Allianz "Nicaragua Unida
Triunfa" gewann Ortega die Wahlen als Vorsitzender der FSLN. Die
Amtseinführung war im Januar 2007, das
Mandat endet im Jahr 2012.
Zwar hat Ortega die "sozialen" Ministerien
und Institutionen (Bildung, Gesundheit, Wasser, ...) mit engagierten
Personen aus der Zivilgesellschaft besetzt, die eigentliche Macht und
Führung verbleibt bei Daniel und
seiner Frau Rosario Murillo (lesen Sie hier einen Kommentar von
Gioconda Belli über Rosario aus 2006). Die Regierung
"Ortega-Alemán-Obando", wie sie die Zeitschrift Envio
treffend analysiert, konsolidiert durch Stellenbesetzungen und
die Schaffung neuer Institutionen (diese
"Consejos" werden vom
CENIDH als
parallel-staatliche Institutionen kritisiert) vor allem
ihre eigene Machtbasis. Die Regierungsbeteiligung
des Ex-Kardinals Obando y Bravo durch seinen Vorsitz der
"Versöhnungskommission" (sehen Sie dieses Video
der Amtseinführung) ist dabei nur einer der spektakulären
Coups Ortegas.
Die
Präsidentschaft Ortegas wird, soviel kann man sagen, sicher kein
"Neues Nicaragua" schaffen. Einerseits wird es sich in den großen
politischen Fragen und im autoritären Führungsstil
kaum von seinen
neoliberalen Vorgängern unterscheiden. Andererseits hat
Ortega mit Amtsbeginn im sozialen Bereich einige ambitionierte Projekte
ins Leben gerufen (z.B. das Programm
Hambre Cero, das cubanische
Alfabetisierungsprogramm "Yo si puedo" oder die Aufhebung
der Teilprivatisierung des des Schulwesens und Wiederherstellung
der Kostenfreiheit
von Bildung und Erziehung. Ortega
bedient damit seine Klientel, vor allem arme städtische
Bevölkerungsgruppen. Gleichzeitig bleiben die Posten seines
Staatshaushalts 2007 dem neoliberalen IWF (nicaraguanische Kampagne
gegen die Geiselung
Nicaraguas durch den IWF) und dem Plan Nacional de Desarrollo PND
vom Vorgänger Bolanos (schwer
kritisiert von der nicaraguanischen Zivilgesellschaft) verhaftet.
Die Regierungsfraktion der FSLN allerdings
verfügt im Parlament über
keine
Mehrheit, Ortega ist also gezwungen, Koalitionen und Allianzen
einzugehen: Die naheliegende und bereits jahrelang erprobte ist die mit
der liberalen PLC. Folge:
Ortega wird dafür sorgen, dass PLC-Führer Arnoldo
Alemán Lacayo, wegen
Veruntreuung und Korruption zu 20 Jahren Haft verurteilter
Ex-Präsident, bald
amnestiert wird. ...besser als bislang allemal Enrique Bolaños war 2001 - 2006 Präsident Nicaraguas.
Im Parlament praktisch ohne Mehrheit, blieb seine Präsidentschaft
in der Rücksicht nahezu folgenlos. Lesen Sie dieses hervorragende
wie niederschmetternde Resümee der
nicaraguanischen Zeitschrift envío. Im neuen Parlament steht
Enrique
Bolaños qua Status als Ex-Präsident ein Sitz zu. Ganz im
Gegensatz zu seinem Vorgänger Alemán war Bolaños in
der internationalen
Gebergemeinschaft gehätschelt und - zunächst - hoch
angesehen. Außer großen Worten jedoch setzte Bolanos keine
Akzente; die letzten beiden Amtsjahre hatte er sich dann selbst als
machtlos praktisch deklariert.Aussichten für die Regierung Ortega Kurz nach dem Wahlsieg Daniel Ortegas am 4. November 2006 tauschte US-Präsident Bush seinen Verteidigungsminister Rumsfeld durch Robert Gates aus. Dass dieser als einer der Drahtzieher in der Iran-Contra-Affäre (Die Regierung Reagan finanzierte in den 80ern illegal die Contra durch illegale Waffenverkäufe an den Iran) nun wieder Ortega gegenüberstehen wird, mag eines der kleinen Bonmots der Geschichte sein, wird aber der gegenseitigen Beziehung kaum im Wege stehen. Die FAZ schrieb am 9.11.06: „Da Ortega das Paktieren selbst mit einstigen politischen Widersachern oder gar mit desavouierten Politikern wie Arnoldo Alemán leichtfällt, dürfte er es nun auch mit den USA versuchen.“ Ortega
hatte sich bereits im Wahlkampf 2001 als allseits gewendeter Politiker
inszeniert. In rosa gefärbter Wahlpropaganda bediente er seine
Klientel und
präsentierte sich ansonsten als Prediger, der durch
Versöhnung und Liebe seinem
Volk ein individuelles Auskommen versprach – vorbei die Zeiten, in
denen
Politiker in Nicaragua um Landreformen, gesunde Arbeitsbedingungen oder
gegen
Ausbeutung durch die korrupten Eliten kämpften.
Ortegas
Populismus – der sich in nichts dem der anderen Parteien in Nicaragua
unterscheidet
– ging sogar so weit, dass die FSLN kurz vor den Wahlen ein Gesetz
verabschiedete, das Abtreibung
ausnahmslos verbietet, und sie, und sei es zur Rettung des Lebens
der
Mutter
oder bei Vergwaltigung, ausnahmslos unter Strafe stellt. Lesen Sie in
diesem Zusammenhang diesen treffenden Artikel über Ortega
und den Inzest der nicaraguanischen Männer-Oligarchie. Sergio Ramirez vor der Wahl - und danach Frauenorganisationen Ernesto Cardenal Maria Lopez Vigil Der Standard Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit Movimiento Renovador Sandinista MRS ------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Die Wahlen 2006 - Parteien und Wahlbündnisse zum Amtsantritt Ortegas Nach einer Wahlgesetzänderung im Jahre 1996 finden die Wahlen zu Präsidentschaft und Nationalparlament alle 5 Jahre, die Kommunalwahlen alle 4 Jahre statt. Mit einer historisch hohe Wahlbeteiligung
von über 75% wählte die Bevölkerung Nicaraguas den
Präsidenten, die Zusammensetzung des Parlaments (90+2 Sitze) und des
regionalen - leider absolut unbedeutenden - Zentralamerikanischen
Parlaments Parlacen (20
Sitze). Daniel Ortega (FSLN bzw. Allianz "Nicaragua Unida Triunfa") 38%, Eduardo Montealegre (Allianz: ALN) 29%, José Rizo (PLC) 26%, Edmundo Jarquin (MRS bzw. Alianza Herty) 6%, Edén Pastora AC) 0,3%. Die Ergebnisse der Parlamentswahl (die Prozentzahlen unterscheiden sich nicht allzu sehr): Das Parlament hat 90 Sitze, hinzu kommen 2 Sitze, die automatisch vergeben sind: für den Ex-Präsidenten und für den Kandidaten mit der zweithöchsten Stimme. Die Sitze verteilen sich wie folgt: Alianza Nicaragua Unida Triunfa: 37 Sitze, Alianza Liberal Nacional: 31 Sitze (plus Bolanos und Montealegre), PLC: 18 Sitze MRS: 6 Sitze (zur Zeit hat MRS nur noch 3 Sitze, 2 Abgeordnete sind zur FSLN übergelaufen). Wichtigste Erkenntnisse: 1. Ortega hat die Wahlen nicht gewonnen - seine Gegner haben sie verloren: die FSLN hat im Vergleich zu 2001 keine Stimmen hinzugewonnen. Die Unfähigkeit des rechten Lagers, sich zum Wahltermin auf eine gemeinsame Partei zu einigen, teilte die liberal-konservativen Stimmen auf PLC und ALN. 2. Ortega verlor relativ viele Stimmen in Managua und hat seine Basis zwar noch immer auch in städtischen Milieus, mehr und mehr aber auf dem Lande. 3. Erstmals (!) sitzen im Parlament mehr als zwei nennenswerte Parteien, es macht also wieder Sinn, in Nicaragua von Opposition zu sprechen. Diese kommt allerdings im politischen Alltag kaum zu Wort. Die zur Wahl angetretenen Parteien und Kandidaten: 1. Die Allianz "Nicaragua, Unida Triunfa": Frente Sandinista de Liberación Nacional FSLN und viele Abtrünnige anderer Parteien, Präsidentschaftskandidat Daniel Ortega, Vize Jaime Morales Carazo, ehemaliger Somozist, Verhandlungsführer der Contra, Wahlkampfchef von Alemán 1996. 2. Alianza Liberal Nicaragüense, Kandidat Eduardo Montealegre, Bankier, ehemaliger Wirtschaftsminister, unterstützt durch die nicaraguanische Unternehmerschaft, die Konservative Patei PC und - wieder unverblümt und mit allen Mitteln: die USA (die OEA kritisierte die USA wegen interner Einmischung) 3. Partido Liberal Constitucional, heimlicher Führer der Ex-Präsident Arnoldo Alemán, Kandidat José Rizo, hier finden Sie die alliierten Parteien 4. Movimiento Renovador Sandinsta MRS, ursprünglich "Alianza Herty", Kandidat war der weithin unbekannte Edmundo Jarquin, Vize der populäre Liedermacher Carlos Mejia Godoy 5. Alternativa por el Cambio, Kandidat Edén Pastora, bekannt durch seine Rolle in der Revolution als Comandante Cero.
Die
FSLN (Frente Sandinista de
Liberación Nacional),
1961 als Guerilla bzw. Befreiungsarmee gegen
das
Somoza-Regime gegründet, errang 1979 den Sieg über die
Diktatur und stellte die Regierung in Nicaragua bis zum Jahr 1990 -
seit 1984 durch einen überwältigenden Wahlsieg auch formal
demokratisch legitimiert. Seit
der ersten Revolutionsregierung 1979 wird die Partei von dem
umstrittenen Daniel
Ortega Saavedra, einem der ehemaligen Guerillakommandanten,
autoritär geführt. Ortega war von 1979 bis 1990
Staatspräsident Nicaraguas.Die PLC
vereinigte über viele Jahre traditionell die Rechte in Nicaragua,
abgesehen von
der Konservativen Partei PC, die nur in einzelnen Städten
Bedeutung hatte.
Eigentlich war niemals eine dauerhafte Spaltung beabsichtigt, als viele
PLC
Politiker ab 2004 der Partei den Rücken kehrten und versuchten,
die Nicaraguanische Rechte ohne
Einfluß durch Alemán zu reorganisieren. Mit
Unterstützung der Unternehmerschaft und der US-Regierung wollte
man Alemán schassen und in der
PLC den nächsten Präsidenten stellen. Der wegen Korruption
verurteilte Alemán
jedoch, mit noch immer besten Beziehungen zum Klerus und starker
Unterstützung
in den ländlichen Gebieten Nicaraguas, setzte sich aus dem
Hausarrest gegen diese Übernahme
erfolgreich zur Wehr - nicht zuletzt durch geschickte
Unterstützung Ortegas.
Folge: Eine rechtskonservative, populistische PLC
trat zu den Wahlen gegen die neu
gegründete seelenlose ALN an. Parteizusammenschlüsse und Allianzen... ...sind
in Nicaragua
meist nicht
von langer Dauer. Sie kommen und gehen, gerade so wie es den
konjunkturellen
machtstrategischen Kungeleien der Parteien und Politiker zupass
kommt, und
halten selten eine ganze Wahlperiode.Parteien in Nicaragua sind keine gesellschaftlichen Organe, die vielleicht einem verfassungsmäßigen Auftrag nach politischer Meinungsbildung nachkämen. Parteien in Nicaragua haben auch keine inhaltliches, ideologisches oder programmatisches Fundament; sie haben vielmehr und vor allem die Funktion und den Charakter von miteinander recht gut auskommenden Interessensvertretungen der nationalen Elite, die jeweils für ihre Mitglieder Macht, Einfluss, Posten, Ressourcen und Einkommen absichern. Dass Parteien in Nicaragua auch Wahlen zu gewinnen versuchen, liegt nun sehr viel eher an der internationalen Definition dessen, was man unter Demokratie versteht, als am tatsächlichen Interesse der Parteien der verantwortlichen politischen Gestaltung eines Gemeinwesens. Die Teilnahme an Wahlen ist schlicht höchst förderlich zur Stärkung des eigenen Machtbereiches und der Zugänge zu Ressourcen und Geld. |
Der verfassungsmäßige Staat![]() ![]() |
Präsident
und Vizepräsident
verfügen über eine eigene Homepage. In diesem Link stellt
sich
das Regierungskabinett
vor. Auch viele der staatlichen Ministerien und Institutionen verfügen über einen eigenen Webauftritt, nicht alle sind alledings gut gepflegt. So finden Sie beispielsweise die Internetseiten des Außenministeriums, des Wirtschaftsministeriums, des Landwirtschaftsministeriums, des Instituts für Agrartechnologie, der Tourismusbehörde, der nicaraguanischen Zentralbank, des Institutes für Bodenkunde, des Institutes zur Förderung von Klein- und Mittelbetrieben oder der Obersten Steuerbehörde. Insbesondere die Websites des Finanzministerums und es Nationalen Instituts für Statistik und Datenerhebung INEC halten eine Menge wichtiger Daten bereit. Dies ist die Internetseite der Justizbehörden "Poder Judicial". Parlament Die Legislative, das Parlament, hat insgesamt
92 Sitze: 90 "normale" Mandate und zusätzlich jeweils
einen für den scheidenden Präsidenten, sowie einen für
den jeweils gescheiterten Präsidentschaftskandidaten. Die Junta
Directiva des Parlaments hat sehr viel mehr Macht als bei uns der
Bundestagspräsident. Wahlen Genaue Zahlen über die Wahlergebnisse der letzten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im November 2001 bietet die Georgetown-University Daten und Informationen zu den letzten Gemeindewahlen Ende 2000 finden Sie auf Manfut, einer wahren Fundgrube zu Nicaragua. Sowohl innenpolitisch als auch aus der EZ-Perspektive haben die lokalen Regierungen Nicaraguas in den letzten Jahren viel an Bedeutung gewonnen. Dies ist die Zeitschrift Municipalidades der Kommunen Nicaraguas. Die letzten Gemeindewahlen fanden im November 2004 statt. Die aktuellen Bürgermeister durften dazu nicht wieder antreten. Die FSLN bzw. deren Parteien-Allianz Convergencia Nacional konnte einen erdrutschartigen Sieg verbuchen: sie gewannen 14 von 17 Departaments-Hauptstädten (selbst Granada, Masaya, Jinotega oder Boaco gingen an Kandidaten der Convergencia) und 88 von 152 Gemeinden (vorher 55). Das hart umkämpfte Bürgermeisteramt Managuas konnte, nach einer sehr erfolgreichen Amtsperiode von Herty Lewites (bis Okt. 2005 FSLN), nun Dionysio Marenco (FSLN) erringen. Die PLC ist die große Verliererin der Wahlen. Von den cabeceras regiert sie nur noch Rivas und Bluefields, und nur noch etwa ein Drittel der municipios. APRE konnte die gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen. Sie gewann nur wenige Gemeinden, obwohl die konservative Partei mit im Boot saß. Bilwi (Puerto Cabezas) ging als letzte Departamentshauptstadt an YATAMA. Die PRN (Partei der ehemaligen Contra) gewann 4 Gemeinden. Dies sind die Ergebnisse der Kommunalwahlen. Katastrophal hingegen war die Wahlbeteiligung: sie betrug lediglich 54% (2000: 65%, Präsidentschaftswahlen 2001: 90%). Politisch waren die Ergebnisse Folge der tiefen Kluft innerhalb des konservativen-liberalen Lagers. Tatsächlich geschwächt ging aber vor allem Präsident Enrique Bolaños (APRE) aus den Wahlen hervor, da FSLN und PLC durch ihre absolute Mehrheit im Parlament weiterhin im politischen Ränkespiel die Fäden in der Hand hielten. Die Regionalwahlen in den
beiden autonomen Gebieten RAAN und RAAS Anfang März 2006 setzten die neue
Parteienkonstellation mit Alianza Herty und ALN zum ersten Mal unter
Probe – und waren deshalb entsprechend
umkämpft. In den autonomen Regionen traten mit YATAMA und PAMUC
(Movimiento Unidad Costena) auch zwei indigene Parteien an.
Gewählt werden je 45 Abgeordnete zu den Regionalräten. Envio
präsentiert eine gute Analyse der politischen
Situation zum Zeitpunkt der Wahlen. Das Ergebnis jedoch war recht
unspektakulär und entsprach in etwa
den Verhältnissen vier Jahre vorher, als die indigene Partei
YATAMA 4
Bürgermeisterämter gewinnen konnte. Die neuen Parteien
konnten bei den Regionalwahlen noch kaum Stimmen einholen. Hier das
Gesamtergebnis: PLC 34,4%; FSLN 23,2%; YATAMA 13,8; ALN 7,9%; MRS 2,5%
(hier gemeinsam mit der Alianza Herty);
APRE
1,3%; CCN 1,3%; PAMUC 1,2% (trat nur in der RAAN an). Die
Wahlbeteiligung jedoch zeigte ein
weiteres Mal
das Ansehen formaler Politik in den autonomen Karibikgebieten: von den
etwa 225.000 eingetragenen Wähler/innen (man schätzt, dass
bis zu 100.000 weitere Wahlberechtigte nicht registriert sind) gaben
nur knapp über 40% ihre Stimme ab! Die nächsten Wahlen zu Nationalparlament und Präsidentschaft werden im Jahr 2011 abgehalten.
Verwaltungstruktur und Regionalregierungen Die Republik Nicaragua ist
verwaltungsmäßig unterteilt in 15 Departamentos (hier eine
kleine Karte
dazu) und die
beiden Regionen RAAS (Region Áutónoma Atlantico
Sur) und RAAN (Región Autónoma Atlantico Norte), denen
aufgrund ihrer mehrheitlich indigenen Bevölkerung qua Verfassung
eine bestimmte Autonomie zuerkannt ist. Die Unterteilung in die Regionen I-IX gibt es
zwar offiziell nicht
mehr, in der Bevölkerung ist sie aber durchaus noch relevant: Region I: "Las Segovias": Nueva Segovia, Madiz, Estelí
Auf kommunaler Ebene finden sich in 152 municipios mit alcalde (Bürgermeister), vicealcalde und consejo municipal die gewählten Gremien der Lokalregierungen. Hinter dem folgenden Link verbergen sich die Namen und Anschriften der einzelnen Bürgermeister/innen der Gemeinden Nicaraguas. Auf den Seiten von Manfut und Pinoleros - zwei wirklich charmante nicaraguanische Internetportale - finden Sie ausgiebige und stellenweise liebevoll pittoresk aufgearbeitete Informationen zu den departamentos und municipios Nicaraguas.Rechtssystem Auf dem Navegador
Jurídico Internacional finden Sie Gesetzestexte und links
zu den legislativen Institutionen Nicaraguas.
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Presse und Medien![]() |
(Alle nachfolgenden Links sind aus Nicaragua, daher Außer in den größeren Städten Nicaraguas ist es vor Ort reichlich schwer, an Zeitungen oder Zeitschriften zu kommen. Das wichtigste Informationsmittel für die Landbevölkerung ist noch immer das Radio. Fernsehen ist sehr beliebt, allerdings inhaltlich zumeist auf beschränktem Niveau. Der Fernsehkanal Deutsche Welle sendet auf Kabel regelmäßig auf Spanisch und auf Deutsch. Dies ist eine Übersicht über Zeitungen und Zeitschriften Nicaragua In Nicaragua erscheinen täglich zwei Zeitungen: die geschichtsträchtige bürgerliche La Prensa und der linksliberale El Nuevo Diario. Beide haben sich in den letzten Jahren zu modernen Tageszeitungen gemausert, auch ihre tägliche Internetausgabe ist durchaus empfehlenswert. Die online-Zeitungen El Observador Económico und besonders der Confidencial lohnen sich für die Recherche, die Nicaragua-Ausgabe des Tiempos del Mundo bringt ebenfalls ab und zu interessante Berichte. Bemerkenswert ist die Berichterstattung der Internetzeitung Nicaragua Hoy aus Costa Rica. Lesenswert ist darüber hinaus die Bolsa de Noticias. Die einzige und qualitativ hervorragende sozialwissenschaftliche Monatszeitschrift Nicaraguas, die Revista envío, die in der Print- und Internetausgabe auch auf englisch erscheint, hat bislang leider immer wieder Probleme im Internetauftritt. Die aktuellste Nummer ist nicht online zu bekommen, dafür lohnt sich das Stöbern in vorhergehenden Ausgaben. Aktuelle Berichterstattung, präzise Dokumentation, klare Analyse, interessante Themen. Wer über die nötige Software verfügt und sich per Internet einen Einblick in Radio und Fernsehen verschaffen möchte, dem seien hier die folgenden links anempfohlen: Radio Primerísima, Radio Ya, Radio Corporación Nicaragua, Radio Pirata und das wöchentliche politische Magazin Esta Semana TV. |
Nicaragua aktuell:
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--------------------------------------------------------------------------------- Menschenrechte, "good governance" und Korruption Die Menschenrechte sowie wirtschaftliche, soziale und kulturelle Grundrechte bleiben in Nicaragua für die Bevölkerung in weiten Bereichen ohne jede Garantie und Schutz. Daran etwas zu ändern, hat die neue Ortega Regierung zwar versprochen, aber noch nichts unternommen. Die Unabhängigkeit der staatlichen Institutionen, inklusive des Rechtssystems, hat sich in den letzten Jahren wohl etwas verbessert, generell jedoch leidet die nicaraguanische Gesellschaft auf allen staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen unter einem eklatanten Mangel an Einhaltung von Menschenrechten, an Transparenz und "good governance", sie leidet unter massiver Einflussnahme, Bestechlichkeit, Willkür, Vetternwirtschaft und Korruption seitens der staatlichen Autoritäten und der Geldelite des Landes. Die nicaraguanische NRO Etica y Transparencia
veröffentlichte im
Oktober
2005 eine Studie, in der Nicaragua 2,3 von 10 möglichen
Transparenz-Punkten erhält: Damit fiel das Land in zwei Jahren von
Platz 107 auf Platz 159 weltweit.Hinter dem folgenden Link verbirgt sich eine Aufstellung und regionale Vergleich von Gehältern und Pensionen hoher Regierungsfunktionäre in Nicaragua. Die Gehälter der Minister gehörten zu den höchsten Lateinamerikas, der Präsident erzielte das zweithöchste Einkommen in Amerika - nach dem des US-Präsidenten. Ortega hat die Ministergehälter nun um rund ein Drittel gekürzt. Die renommierte und international bekannte nicaraguanische Menschenrechtsorganisation Centro Nicaragüense de Derechos Humanos informiert jährlich über unzählige Verstöße gegen die Menschenrechte durch staatliche Institutionen. Schauen Sie in den letzten Jahresbericht von amnesty international |