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Nicaragua ist ein armes
Land. Sein Brutto-Inlandsprodukt übersteigt gerade mal die 5 Mrd
US Dollar. Pro Kopf sind das etwa 830 US Dollar (Vergleich BRD: 31.000
US Dollar) Nicaraguas Einnahmen sind mindestens zur Hälfte nicht
selbst erwirtschaftet: rund 1/3 des Haushalts stammt aus der
internationalen EZ, etwa 1/6 sind Remesas. Armut Über 60% der
nicaraguanischen
Bevölkerung
lebt unter der
Armutsgrenze - die Eingeweihten unter Ihnen wissen, dass die
Kategorie der "extremen Armut" bereits einem sozialen Todesurteil
gleichkommt; die Angabe der entsprechenden Prozentzahl erspare ich mir
angesichts dieses
Zynismus.)
Nicaragua
rangiert im jährlich errechneten Human Development Index
HDI des Entwicklungsprogramms
der Vereinten
Nationen UNDP Die Einfuhren übersteigen regelmäßig die
Exporterlöse um ein Dreifaches. Die New
York Times
Einen guten zusammenfassenden Überblick über die
wirtschaftliche Situation Nicaraguas, inklusive Informationen zu Handel
und Austausch mit der BRD, bietet die entsprechende Seite des Auswärtigen
Amtes Wer zunächst nackte wirtschaftliche Zahlen und
Daten zur
volkswirtschafltichen Situation Nicaraguas sucht, zu Exportprodukten
und Importen, zu Dienstleistung, informeller Schattenwirtschaft und
Agrarproduktion, sei auf die
entsprechenden Seiten der nicaraguanischen Devisenbörse,
der Zentralbank
und des Wirtschaftsministeriums
verwiesen. Die Nicaragua-Seite der Interamerikanischen
Entwicklungsbank Eine dankbare Fülle von Daten und Fakten zu Nicaragua und
den Lebensbedingungen der Bevölkerung bietet auch die Nicaragua-Seite
von UNICEF
Eine gute und detaillierte historische
Einführung in ökonomische Fragen
Rund 4,5 Mrd. US-Dollar wurden 2005 Nicaragua im Rahmen der
HIPC-Schuldeninitiative erlassen. Dies ist die größte Summe,
die einem HIPC-Land zu gute gekommen ist. Dennoch bleibt der
Schuldendienst in Zukunft auf einem Niveau von ca. 108 Mio. Dollar
jährlich. Selbst der IWF gibt zu, dass der (angeblich) gerade noch
tragbare Quotient von 1,5 beim Verhältnis von Zinsen+Tilgung zu
Exporteinnahmen erst 2014 erreicht werden wird - immer auf Grundlage
besonders positiver Wachstumsprognosen für das Land. Die ungeheure
Last der "internen Verschuldung" (Staatsanleihen etc.) von rund 4,1
Mrd. wird durch den Schuldenerlass nicht angetastet. Die renommierte nicaraguanische NRO Red Nacional de Consumidores
de Nicaragua Das hoch verschuldete Nicaragua (hier eine detaillierte Übersicht
über die Auslandsschulden Im Oktober 2006 gibt die Internationale Entwicklungsbank BID
den Erlaß
von 800 Mio Dollar bekannt. Das nicaraguanische Centro
de Estudios Internacionales CEI Mittelamerikanische Freihandelszone CAFTA
CAFTA steht nicht nur für den Abbau von Zöllen,
Einfuhrsteuiern und anderen Handelshemmnissen. CAFTA wird auch den
Zugriff auf das öffentliche Beschaffungswesen der Länder
erlauben, in den Auseinandersetzungen um Privatisierung
öffentlicher Güter (Wasser, Strom, Gesundheit, Bildung)
verpflichtet CAFTA um internationale Ausschreibung der
Dienstleistungen, die Möglichkeiten der einzelnen Länder,
sich gegen Einfuhr von genmanipulierten Lebensmittel zur Wehr zu
setzen, wird durch CAFTA praktisch ausgeschaltet. In diesem Artikel der zeitschrift envío
finden Sie Informationen und Einschätzungen
aus nicaraguanischer Sicht
Der
verdienstvolle Länderbericht 2006 des UN-Entwicklungsprogramms
PNUD erarbeitete das Thema Wasser, Armut, Zugang
und Privatisierung. Nicaragua - gelegen
in der Meerenge zwischen Nord- und Südamerika
- ist seit Urzeiten Ort der Begegnung und Wanderung vieler Pflanzen-
und Tierarten. Die Biodiversität im Land ist -
selbst im Vergleich zu anderen mittelamerikanischen Ländern -
extrem hoch ist. Schauen Sie auch auf die Seite der UN-Organisation
für nachhaltige Entwicklung Schnuppern Sie einmal auf der Seite des Arboretums Nicaragua ist ein Agrarland, seine Menschen und
Traditionen sind von der Tradition des Landbaus und der Viehwirtschaft
geprägt. (Karte:
Landnutzung). Die Überlebensökonomien der
Bevölkerung
sind eng verwoben mit Fragen nach Landbesitz und Agrarproduktion -
hierzu ein interessanter Agriculture
Census der FAO (pdf; 18KB) und eine Länderstudie der
US-Regierung. Marktzugang, Kreditwesen,
Ernährungssicherung,
Bildung, Agrobuissness und Weltagrarmarkt spielen eine entscheidende
Rolle. Durch die hohen Agrarsubventionen in Europa, USA und Japan
rentiert
sich in Nicaragua, trotz
billiger Lohnkosten, in vielen Bereichen die Landwirtschaft nicht -
zumindest nicht für Hier finden Sie die derzeit gültigen Gesetzesgrundlagen
Auch
das
Thema der Forstwirtschaft - hier eine Studie
zu Forstwirtschaft
in Nicaragua und eine weitere mit umfangreichen Daten
zum Waldbestand in Nicaragua - spielt eine zentrale Rolle in
Nicaragua, und
dies
seit
Jahrhunderten. Das einstmals dicht bewaldete Nicaragua hat viel
seiner bewachsenen Fläche verloren. Nachdem die Agrarfront von der
Pazifikseite her rasch den ganzen Wald hat verschwinden lassen, nimmt
der
Raubbau am Regenwald in der Atlantikregion weiter seinen Lauf. Die
wiederkehrenden Überschwemmungskatastrophen finden ihren Grund
nicht zuletzt im "despale", in der Abholzung von Berghängen.Hier finden Sie umfassende Statistiken und Daten zum Thema Nachhaltigkeit und Entwicklung in Nicaragua. Dies ist die Homepage des Landwirtschaftsministerium MAG-FOR
Maquila Der Sektor der Weltmarktfabriken in Nicaragua, den sogenannten
Maquilas, ist praktisch der einzige, in dem in den vergangenen Jahren
nennenswert Arbeitsplätze geschaffen worden sind. Etwa 75.000
Menschen, zum größten Teil Frauen, arbeiten in den zur Zeit
mehr als 80 Fabriken auf nicaraguanischem Boden. Minimale Steuerbelastung, arbeitsdiktatoriale Regimes und billige Arbeitskraft für zehntausende unqualifizierte Arbeiterinnen zeichnen den Sektor aus. Zwar entstehen der Regierung praktisch keine Einkünfte über die Produktion oder Ausfuhr von Waren, sie profitiert aber indirekt von der steigenden Anzahl von Arbeitsplätzen und den Gehältern der Arbeiterinnen. Ein Interview
zu aktuellen Tendenzen im maquila-Bereich mit dem bekannten
Maquila-Gewerkschaftsfunktionär Pedro Ortega (Ende 2006). Die staatliche Comisión
Nacional de Zonas Francas ist verantwortlich für das
Funktionieren der Freihandelszonen und für steuer- und
arbeitsrechtliche Fragen. Die Gesetzesgrundlage
für die den Unternehmen eingeräumten Vergünstigungen und
Konditionen stellt das Außenministerium zur Verfügung. Zur
Zeit
werden allerdings Gesetzesänderungen verhandelt, wie dieser
Artikel aus La
Prensa berichtet.
Migration
Die deutlich über 1 Million Menschen leben -
viele
von ihnen
illegal - etwa zu
gleichen Teilen in Costa Rica und in den USA. In Studien antworten
regelmäßig fast 40% der Befragten, dass sie eine
Auswanderung in Erwägung ziehen. Auf der Internetseite der Internationalen
Arbeitsorganisation ILO Die nicaraguanische NGO Instituto de
Estudios Nacionales IEN
hat eine ambitionierte und
spannende Studie
zur
Frage von Migration und Verwendung der Rücküberweisungen
(remesas) erarbeitet. Einem Beispiel der salavorenischen oder
mexikanischen Gemeinde in den USA folgend, finden sich nun auch Exil-Nicaraguaner
für soziale Projekte im Hematland zusammen. Dieser Aufsatz des
Informationsbüro
Nicaragua Dies ist die Internetseite des für seine Klientel recht
engagierten nicaraguanischen
Konsulats in Miami.
der Tourismus spielt eine noch (!) vergleichsweise geringe
Rolle im Land. Einige Projekte der EZ setzen auf die Entwicklung von
Projekten mit sanften Tourismus, Eigentümer sind jedoch auch
hier meist ausländische Investoren oder Mitglieder der
dollarstarrenden Geldelite des Landes, die Bevölkerung profitiert
praktisch nicht von diesen oft hochgelobten Projekten. Der
herkömmliche Tourismus mit
Cocktail schlürfen, Badeferien im Ressort oder Adventure Reise mit
Affen gucken und
Seilhüpfen werden hauptsächlich angeboten - zu dieser
neokolonialen Inwertsetzung nicaraguanischer Naturverhältnisse
erspare ich mir die link-Suche. Dennoch steigt die Zahl der - auch mittelamerikanischen -
Reisenden von
Jahr zu Jahr. Im Vergleich zu Costa Rica oder
Guatemala ist der Tourismus zwar ein Mauerblümchen, die Einnahmen
durch
Tourismus
steigen aber
jährlich: neben den Remesas sind sie Hauptquelle für Devisen,
2005 lagen sie bei 186 Millionen US-Dollar. Handel, Investition und Entwicklung Nicaragua ist seit der Kolonisierung ein Agrarexportland, die wichtigsten Agrarprodukte sind: Kaffee, Bananen, Zuckerrohr, Baumwolle, Reis, Korn, Tabak, Sesam, Soja, Bohnen, Rindfleisch, Kalbfleisch, Schweinefleisch, Geflügel.
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Bilaterale und multilaterale entwicklungspolitische Aktivitäten:![]() |
Dies ist der Bericht der (Bolanos-)Regierung zur EZ in
Nicaragua 2004 Eine international zusammengesetzte Geberkonferenz plant und
koordiniert seit etwa 10 Jahren die internationale EZ. 2003 tagte die
Geberkonferenz erstmals in Nicaragua selbst. Nicaragua ist das Land in Mittelmerika, das die
höchste
Summe öffentlicher EZ-Gelder (ODA) bekommt. Im Jahre 2001 waren
das insgesamt 928 Mio US$. Zwei Drittel der öffentlichen
Investitionen der Regierung werden durch EZ-Gelder finanziert. Die
internationalen EZ Mittel entsprechen etwa einem Drittel des Haushalts:
550 US Dollar. Die nicaraguanische Regierung stellt zwei Datenbanken zur
Verfügung: Daten über die offizielle
internationale EZ und Daten über die Aktivitäten
der internationalen NRO - letztere ist allerdings alles andere als
vollständig. Die Zeitschrift "envio" veröffentlichte in 2006 einen
dankenswerten Artikel zum Thema Internationale
Kooperation und deren Erfindung der sog. "Zivilgesellschaft" - ein must für jeden, der in
Nicaragua Entwicklung zu betreiben denkt!!
Bis dato schienen in Nicaragua die Aktivitäten der
Gebergemeinschaft - trotz einer Unzahl von Akteuren - recht
übersichtlich. Neben der abgestimmten EZ über die
Geberkonferenz bekam Nicaragua lediglich noch reichlich Mittel aus
Taiwan für Entwicklungsprojekte, im Gegenzug erkennt Nicaragua
Taiwan (eine aus Chinas Sicht abtrünnige Provinz) in der UN an und
stimmt im Zweifelsfall für dessen Interessen. Ortega hat nun zwei weitere
Geber hinzubekommen, Iran und Venezuela. Deren Aktivitäten
und Mittel werden finanziell und politisch von größter
Bedeutung sein - vollkommen unabgestimmt in der Geberkonferenz und
politisch natürlich ein gewichtiges Pfund für künftige
Verhandlungen mit dem IWF. Venezuela geht soweit, Nicaragua eine
Raffinerie zu bauen und - in gute Teilen - zu übereignen,
ausserdem wird Venezuela die Menge Öl, die bislang in Nicaragua
verbraucht wurde - 17 000 Barrel täglich - liefern -. zum halben
Preis!
Ende 2005 fand in Managua eine Konferenz statt, die den Stand
der
MDG in Nicaragua aufnehmen und für weitere Umsetzung werben
sollte. Das
Ergebnis, von dem die NRO Centro Humboldt
berichtet, ist fatal: Es gibt
praktisch keine nennenswerten Projekte und Maßnahmen seitens der
Regierung, die MDG zu erreichen. Zur Verfügung gestellte Mittel
werden
kaum abgerufen, die Staatskasse ist ohnehin leer und bleibt
darüber hinaus durch die hohe interne Verschuldung kaum
handlungsfähig.
Bundesdeutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) Nicaragua ist Schwerpunktland für die deutsche EZ.
Deutschland ist der fünftgrößte Geber in Nicaragua. In
2006 lag die ODA aus Deutschland bei 8,17 Mio Euro (Quelle:
BMZ). Dies ist die aktuelle Übersicht
(2006) der bilateralen EZ-Vorhaben in Nicaragua - staatlich und
nicht-staatlich. Das BMZ hat 2005 den 2-Jahres Rhytmus der
Regierungsverhandlungen auf einen 3-Jahres-Rhytmus umgestellt. Diese
Entscheidung muss auch als Reaktion auf die staatliche Krise des Landes
gesehen werden: neue Finanzierungszusagen sollten erst nach einer
erhofften Stabilisierung der Regierung nach den Wahlen Ende 2006
erfolgen. Die Finanzierung der bundesdeutschen EZ wird komplett auf
Budget-Finanzierung
umgestellt, d.h. die EZ Mittel fließen in Zukunft in einzelne
Haushaltstitel im Haushalt Nicaraguas ein. Für die Umsetzung
werden die nicaraguanischen staatlichen Institutionen verantwortlich.
Dies ist ein neues Verfahren, man erhofft sich mehr Transparenz und
mehr Eigenverantwortlichkeit. Schwerpunkte der bundesdeutschen EZ in Nicaragua sind:
Nicaragua ist für die deutsche EZ Schwerpunktland. Die
Zweijahreszusagen der deutschen EZ beliefen sich 2002/2003 auf 25 Mio
Euro. Bei den Regierungsverhandlungen 2004 wurden 24,5 Mio Euro
zugesagt. Eine Übersicht
des BMZ der bilateralen ODA. Bitte durchsuchen Sie auch die
Internet-Seite des Bundesministeriums
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ:
klicken Sie diesen
Link an und geben Sie im Suchfenster "Nicaragua" ein. Oder lesen Sie
die allgemeinen Ziele
und Schwerpunkte des BMZ in der Region nach. Ein kritischer
Artikel zu einzelnen Vorhaben bundesdeutscher EZ erschien
jüngst in der Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika ila.
Der Amtsantritt Ortegas hatte zunächst einige Unruhe bei
den Gebern verursacht. Wie sich bald zeigte, war diese Unruhe grundlos,
die Ortega-Regierung stellt offensichtlich einen verlässlichen
Verhandlungspartner dar. Auch die EU zeigte sich sehr erfreut, als Ortega trotz seiner
Ankündigung, nicht mehr länger den Bestimmungen des IWF
folgen zu wollen, sich bald nach Regierungsantritt mit
dem FMI zu Verhandlungen zusammensetzte. Dies ist das Länder-Strategiepapier
der EU zu Nicaragua. Ein Beispiel für das
Verhältnis von politischer
Konjunktur im Lande und
die Reaktion der internationalen Geber finden Sie in der Reaktion
der EU auf die aktuelle innenpolitische Krise. Hier finden Sie
zwei Seiten über die
Aktivitäten
der Europäischen
Union in Mittelamerika Über die österreichische
EZ in Nicaragua Auf der Seite der schweizerischen
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit
werden Sie
über die zahlreichen eidgenössischen
Entwicklungsaktivitäten in Nicaragua informiert. Die
schweizerische
Entwicklungsagentur ist die Agencia
Suiza para el Desarrollo y la Cooperación COSUDE Folgende Links führen Sie zu den EZ-Aktivitäten
weiterer Länder: Die multinationalen Geberorganisationen Neben einer Vielzahl weiterer internationaler Organisationen und Institutionen, die in Nicaragua ihre Büros unterhalten, ist bspw. auch das World Food Programm die International Organization on Migration IOM Dies ist die Seite der Organisation Amerikanischer Staaten OEA |
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