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Ergänzendes
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Zu den großen ungelösten
Problemen sowohl der palästinensischen Gesellschaft wie auch der
Beziehungen zwischen Israel und Palästina gehöret die Flüchtlingsfrage.
Die Hamas, entstanden 1987 mit der ersten palästinensischen Intifada, trat bewußt als Gegenpol zur PLO auf:
Hamas lehnte das Existenzrecht Israels ab, verweigerte eine friedliche Koexistenz mit dem jüdischen Staat
und vertritt bis heute offiziell das Recht auf den bewaffneten Widerstand.
Derzeit hält Hamas aber eine Waffenruhe ein, führende Köpfe sprechen sich sogar für eine Zweistaatenlösung aus.
Helga Baumgarten, lange Jahre DAAD-Vertreterin in Palästina, zeigt, was die Wahl der Hamas für den
Nahen und Mittleren Osten, aber auch für die westliche Welt bedeutet.
Volker Perthes, Direktor der Stiftung für Wissenschaft und Politik, nimmt den Leser mit auf eine Reise durch
ausgewählte Länder des Nahen und Mittleren Ostens, darunter Israel und die Besetzten Palästinensischen Gebiete.
Er schildert die sozialen und politischen Realitäten dieses Krisengebiets und zeigt, welche teils bedrohlichen,
teils hoffnungsvoll stimmenden Veränderungen sich an diesem Brennpunkt der internationalen Politik abzeichnen.
Ulrike Bechmann weist in einem für den interreligiösen Dialog grundlegenden Arbeit nach, daß die Chiffre
'Abraham' oder 'Ibrahim' (als unser aller Vater im Glauben) nicht ohne weiteres als Programmwort
für die 'große Ökumene' der monotheistischen Religionen taugt.
Denn jede dieser drei Religionsgemeinschaften verbindet mit der Gestalt Abrahams und den Erzählungen von Abraham
eine unterschiedliche, oftmals gerade die andere Gemeinschaft ausgrenzende Perspektive.
'Abraham' wird oftmals zum Bild der Trennung, nicht zu dem der Gemeinsamkeit.
Während im Christentum Abraham durch den Völkerapostel Paulus mit Christus identifiziert wurde,
so daß die Berufung auf Abraham nicht den Kern des Bekenntnisses trifft, führt im Judentum wie im Islam
der Verweis auf Abraham in die Mitte der je eigenen (kollektiven) Identität.
Die Unterschiede in der Aufnahme des Abraham-Narrativs aber sind in den heiligen Schriften ebenso wie an den Orten
der Verehrung durch Abrahams Frauen belegt. Sara, die Mutter Isaaks, und Hagar, die Mutter Ismaels,
stehen in allen Überlieferungen für die Unterschiede, nicht für die Gemeinsamkeit des Bekenntnisses.
Mit differenten theologischen und kultischen Inhalten wird Saras Grab bis heute in Hebron,
Hagars Grab in Mekka verehrt.
In einer - auch ästhetisch - wohl gelungen Präsentation führt Khoury nicht nur in den
Koran, sondern auch in das Umfeld seiner Entstehung und in das Leben des
Propheten Mohammad und seiner Nachfolger ein. Der Band ist nicht nur als Einführung
in die islamische (Denk)Welt sehr zu empfehlen !
Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern prägt seit Jahren die internationalen Nachrichten,
insbesondere seit Beginn der ersten Intifada 1987. In diesem Jahr nämlich trat eine Organisation
auf die politische Bühne, die den palästinensischen Widerstand religiös rechtfertigt: Die Hamas.
Der Autor beschreibt
die „Islamisierung“ des Konflikts auf palästinensischer Seite durch den wachsenden Einfluß dieser Gruppe.
Er stellt die Geschichte des Nahostkonfliktes dar, grenzt die PLO als Vertreterin des palästinensischen
Nationalismus von der Hamas und ihrer Ideologie ab,
widmet sich dem Weltbild, das dieser Ideologie zugrunde liegt und geht der Frage nach,
ob terroristische Anschläge,
wie sie von der Hamas verübt werden, überhaupt mit den Lehren des Islam vereinbar sind.
Der Band bedarf - bei manchem Gewinn - sicher einer kritischen Lektüre!
Die Studie bietet eine detaillierte quantitave und qualitative Anylyse
aller Passagen in ägyptischen und palästinensischen Schulbücher, die direkt oder indirekt
vom Christentum sprechen. Es bietet damit auch einen wichtigen Beitrag zum Verständnis
der Kulturen und Religionen und ihrer gegenseitigen Wahrnehmung.
Mit Beiträgen von Michelé Auga, Shlomo Hasson, Rami Nasrallah und Stephan Stetter zu unterschiedlichen
Aspekten der sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Realitäten und möglicher Visionen.
Eyal Ofer Jede palästinensische
Stadt Jenin, Nablus, Kalkilia, Bethlehem, Hebron und andere werden
zu Haupftstädten winziger Enklaven, von einander, vom Hinterland
und den Dörfern abgeschnitten, wenn man von den gewundenen, weiten
Umwegen absieht. Michael Lüders Mit diesem Buch gelingt dem Islam- und Literaturwissenschaftler,
Politologen und Publizisten Michael Lüders etwas sehr besonderes: Appetit zu machen auf "Arabien",
jenen, denen es fremd ist, ebenso wie jenen, die diese Welt schon kennen oder zu kennen glauben.
Scharf und unerbittlich geht
der Jerusalemer Soziologe mit seinem Staat ins Gericht: Es sei die Absicht
des amtierenden israelischen Ministerpräsidenten die Identität und die
Infrastruktur des palästinensischen Volkes zu vernichten. Kimmerling fordert
darüber hinaus seine Landsleute auf, zivilen Ungehorsam zu leisten, wenn
der jüdische Staat nicht zu einer Fußnote der Weltgeschichte werden
soll. Wer eine authentische Stimme
der täglichen Realität der Besatzung lesen will, der wird zukünftig um
das Buch der israelischen Journalisten Amira Hass nicht herumkommen. Sie
schreibt als einzige israelisch-jüdische Journalisten nicht nur aus den
gebieten., sondern sie lebt auch dort. Bücher wie dieses werden einmal
dafür stehen, das niemand sagen kann, man/frau habe das alles nicht wissen
können. Die Islamwissenschaftlerin
und Professorin der FU Berlin schließt mit diesem Werk eine Lücke und dies in
mehrfacher Hinsicht: Es gibt wohl nur wenige Monograhien zur Region, die
durch eine solche Vielzahl von Details ausgezeichnet wären, die auch dem
Kenner/der Kennerin der Region immer noch wieder einiges zu sagen haben.
- kein Wunder übrigens, in Anbetracht der Entstehungsgeschichte des Buches
und der vielen Be- und Überarbeitungen, die eine Publikation immer wieder
verzögert haben. Gerade für die osmanische Zeit vor der Mitte des 19.
Jahrhunderts bietet das Werk wichtige Erkenntnisse und Einblicke. Alles
was wir uns nun noch wünschen, ist eine Kurzfassung für all die, die leider
die Zeit für die Lektüre dieses Buches nicht aufbringen können, auch wenn
sie dadurch etwas versäumen.
Wahrlich nicht zu Unrecht hat der Abnd in kürzester Zeit mehrfache Neuauflagen erlebt. Jerusalem/al-Quds. Auch im Zeitalter des Internet
sind solche Projekte kleine Gaben des Himmels: Wichtige Literatur, sorgfältig
aufbereitet - einschließlich eines Standortnachweises. Eigentlich fehlt nur
eine beigelgte CD-ROM oder Diskette - das kann nur noch eine Frage der Zeit sein. 2000 Jahre Kirchengschichte
des Heiligen Landes. Die Grabeskirche in Jerusalem Mehr solcher Bücher, möchte
man/frau rufen! Im Belserverlag liegt schon ein Bildband vor, der eher durch stimmungsvolle Photos besticht,
Jürgen Krüger gelingt ein überaus bemerkenswerter Überblick, sowohl bau-, wie kulturgeschichtlich
aufgefächert. Sicher eine meisterhafte Buchpublikation: Gerade im
Vergleich der beiden Bände zeigt sich aber auch, wie viele gute und wichtige
Bücher über diese Heilige Stätte noch geschrieben werden können. Die emphatische
Schlußbemerkung zum Belserbuches kann uneingeschränkt wiederholt werden:
"Jenseits des letztlich unbedeutenden Streites um die unendlich vielen
historischen Ecken und Eckchen, strahlt aus dem Band etwas von jener Würde,
die viele von uns immer wieder dorthin zurückkehren läßt, ganz oder in Gedanken." Vom Krieg zur Konkurrenz: Verlag und Autor ist für diesen
Band zu danken. Was hier vorliegt ist eine umfassende Durchschau nah-
und mittelöstlicher Probleme und Entwicklungen, die lesbar bleibt. In
einer Vielzahl von Einzelaspekten wird der Frage nachgegangen, nach welchen
Mustern die Dynamiken der Region ablaufen, wer mit welchen Interessen
steuernd auf sie Einfluß nehmen kann oder könnte und an welchen Punkten
die Eigeninteressen der beteiligten Staaten letztlich von außen nicht
wirklich zu beeinflussen sind. Diese Buch ist sicher ein ebenso
großer Beitrag zur kollektiven Geschichte der Palästinenser wie es literarisch
ein Meisterwerk ist. In vielen Biographien von Menschen der Jahrgänge
1920-1940 spiegeln sich die Brüche der Ereignisse von 1947/48 wieder,
niemand, der damals 'in Jerusalem' geboren wurde, bleibt davon unberührt.
Said aber gelingt es, zwischen der Kultur seines Vornamens und der Kultur
seines Familiennamens, den Weg der Zerrissenheit des eigenen Ichs, des
Verlustes von Heimat nach zu zeichnen, wie es selten so eindringlich,
so eindrücklich, fast schonungslos offen, geschehen ist. Er schreib natürlich
aus der Sicht eines bürgerlichen und reichen Milieus, weit weg von der
Erfahrung der Lager. Das ganz nebenbei brillante Kurzportraits entstehen,
Atmosphäre einfangen wird, ist da schon nicht mehr verwunderlich, sondern
rundet das Lesevergnügen ab. Das österreichische Hospiz
in Jerusalem. Wer kann sich heute vorstellen,
den Weg durch die Gassen der Jerusalemer Altstadt zu gehen, einen Weg,
der der Christenheit den letzten Weg ihres Erlösern erinnern läßt, ohne
entweder an der IV. Station an einen Wiener Kaffee zwei Etagen höher zu
denken oder sich vorzustellen, genau diese Ecke wäre gar nicht bebaut?
(Siehe S. 33) In Baugeschichte verwirklicht sich immer Machtgeschichte
ebenso wie Glaubensgeschichte - das ist nicht nur in Jerusalem so. An
dieser "Ecke" bricht sich europäische Geschichte und der Wunsch nach Repräsentanz
"vor Ort" mit den Bedürfnissen nach einem "arabischen" Krankenhaus. Eine
außerordentlich lesenswerte, sehr materialreiche Monographie wurde hier
vorgelegt, ein Stück Stadtgeschichte und viel mehr. |
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