alle Länder Homepage
Landesüberblick Staat & Politik Wirtsch. & EZ Gesellsch. & Kultur Praktisches

PERU
Seite 2: Geschichte, Staat & Politik

Geschichte

Flagge

Landesgeschichte

Die ersten Kulturvölker lebten um 1200 vor Christus in verschiedenen Teilen des peruanischen Territoriums. Wichtige präinkaischen Kulturen sind die Chavin-, Mochica-, Nasca-, Paracas- und Chimú-Kultur. Eine gute Einführung in die Geschichte   und Kultur der Inkas erhalten Sie hier. Kurzer Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Landes von den ersten Einwohnern   zur Unabhängigkeit Perus von der spanischen Krone . Sie können außerdem einen chronologischen und thematischen Überblick über die Entwicklung Perus in dem Country Study Perú der Library of Congress   der USA bekommen (Wählen Sie den gewünschten Zeitraum und das Thema).

Die sich aus den Großgrundbesitzern des Hochlands und der Küste rekrutierende peruanische Elite   hat über Jahrhunderte als Oligarchie das Land regiert, erst durch die Agrarreform von 1969 wurde ihr ihre Machtquelle entzogen. In den Jahren danach kamen neue Machtgruppen hinzu, die sich auf Industrie und Finanzaktivitäten konzentrierten, zu einem großen Teil europäischer Abstammung waren und vom Protektionismus des Staates lebten. Fujimoris Einstieg in die Politik und die konsequente Durchsetzung einer neoliberalen Wirtschaftspolitik auf südamerikanischem Boden führte zu einer Neustrukturierung des Machtblocks: Während manche Gruppen an Gewicht verloren, traten neue, wettbewerbsfähigere Gruppen auf. Heutzutage bestehen an die zehn ökonomischen Gruppen, die einen starken Einfluß auf Wirtschaft und Politik ausüben. 

Zeittafel zur Geschichte

Einen guten knappen Überblick über wichtige Daten der Geschichte Perus erhalten Sie in der Chronologie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes .

Staat

Zur Staatsform Perus:

Der Staat Perú ist eine demokratische, soziale, unabhängige und souveräne Republik. Der Staat stellt eine Einheit dar und ist unteilbar. Der Staat ist repräsentativ, dezentralisiert und nach dem Prinzip der Gewaltenteilung organisiert. Die Staatsform des Landes und die Funktionsweise des demokratischen Systems wird in der 1993 verabschiedeten Verfassung geregelt, die auch ein Verfassungsgericht schuf   . Die politische Wirklichkeit des Landes, die unter Fujimori Zweifel an der Unabhängigkeit der judikativen und legislativen Gewalt aufkommen ließ, gewinnt unter der Regierung Toledos zunehmend an Glaubwürdigkeit.

Innenpolitische Themen

Alan und Humala

Die Kontrahenten García
und Ollanta Humala


Alan und Jorge del Castillo

Alan García
und sein Premier
Jorge del Castillo

Der Repräsentant des Staates:

Die Führungsspitze Perús setzte sich seit dem 28.07.2006 aus dem neugewählten Präsidenten Alan García und den Vize-Präsidenten Luis Giampetri Rojas (Konteradmiral der Marine) und der aus Arequipa stammenden Unternehmerin Lourdes Mendoza del Solar zusammen Flagge. Im seit einem Jahr amtierenden Kabinett Flagge (darunter 6 Frauen) wurden im Dezember 2007 der Verteidigungs-, Wohnungsbau-, Arbeits- und Justizminister sowie die Ministerin für Frauen und Sozialentwicklung abgelöst. In seiner Antrittsrede haben sowohl García als auch sein Premier Castillo (Aktionsplan der nächsten 180 Tage) die Eckpfeiler der künftigen Regierungspolitik abgesteckt Flagge:

  • Austerität in den Staatsfinanzen (z.B. Gehalt der Staatsbedienstete, auch der des Präsidenten, wird auf maximal 15.600 S./ herabgesetzt, 1 US $=3.24 S/.)
  • Kampf gegen die Korruption
  • Effizienz der öffentlichen Verwaltung
  • Vorantreiben der Dezentralisierung.
  • Förderung der regionalen Entwicklung. Insbesondere der Exporte des Berglandes (ärmste Gegend Perus). Im Portal "Sierra exportadora" sind Einzelheiten des Programmes und bisherige Umsetzung sowie kritische Anmerkungen über seine Umsetzbarkeit in der Zeitschift "Actualidad económica" zu lesen Flagge.

Das schnelle Handeln der Regierung zielte eindeutig auf eine Beeinflussung der kommunalen und regionalen Wahlen von November 2006 ab. Bekanntlich votierte die andine Bevölkerung des Südens auf die Präsidentschaftswahlen von April/Mai mehrheitlich für Humala.
Die letzte Meinungsumfrage von November 2007 des Wirtschaftsinstituts Apoyo weisen auf einen deutlichen Rückgang der Popularität der Regierung infolge von Preissteigerungen und Arbeitslosigkeithin (31% im Vergleich zu 45% im September). Flagge. In seiner Regierungsrede vom 28.07.2007 ging Alan García selbstkritisch vor und legte die Schwerpunkte der nächsten Jahre fest: Wirtschaftswachstum, Dezentralisierung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit , Umverteilung und Austerität in den Staatsfinanzen Flagge.
Der erfolgreichen raschen und friedlichen Demokratisierungsprozess ging der überraschende Rücktritt Fujimoris am 20. November 2000 von Japan aus voraus. Ein paar Tage davor wurde ein Video im privaten Kabel-Fernsehsender "N" ausgestrahlt, an dem sein Berater und de facto Ex-Chef des Sicherheitsdienstes, Vladimiro Montesinos, bei der Bestechung eines Abgeordneten zu sehen war, der dann zur Regierungspartei übergelaufen ist. Montesinos gelang die Flucht aus Perú, wurde erst am 22. Juni 2001 in Caracas festgenommen und am nächsten Tag an die peruanischen Behörden ausgeliefert. Eine gute Berichterstattung und Linkszusammenstellung zum Fall Montesinos finden Sie in "la esquina del movimiento", auch wegen Nachrichten und Links interessant Flagge.
Der Ex-Präsident Fujimori ist von den chilenischen Behörden an Perú ausgeliefert und bei einem ersten Prozess ist er zu sechs Jahre Haft verurteilt worden Flagge. Gegen ihn sind weitere Anklagen wegen Menschenrechtsverletzungen anhängig.

Politische Parteien und soziale Bewegungen

In diesen Internetseiten erfahren Sie mehr über die Parteien  Perús. Diese Sites informieren über die Aktivitäten der traditionellen APRA des ehemaligen und am 4.06.06 neugewählten Präsidenten Alan García und der Vertreterin der Christlichen Volkspartei (PPC ), Lourdes Flores Nano, die eine anerkannte Politikerin im Lande ist. Am 12.05.06 gab die Gewerkschaft ein Kommunique zu dem 2. Wahlgang heraus, das Ollanta-nahe ist. Am 26 November 2007 rief die Nationalgewerkschaft CGTP zu einer Demonstration gegen die Regierungspolitik auf. Flagge. Nachdem Fujimori am 20. November 2000 ganz unvermutet von Japan aus seine Rücktrittserklärung von der Präsidentschaft bekanntmachte, hat sich die politische Entwicklung im Lande drastisch verändert. Der Präsident des Kongresses Valentin Paniagua wurde Interimspäsident bis zum 28. Juli 2001 und hat eine hervorragende Arbeit zur Normalisierung des Landes geleistet. Die ersten Regierungsmaßnahmen richteten sich gegen Militärs im Umkreis von Montesinos und erachteten eine Bekämpfung der Korruption als prioritär, wie die Erfolge bei der Rückführung von Geldern auf Schweizer Konten belegen. Der ausscheidende Präsident Toledo, der selbst gegen die Korruption angetreten war, wurde selbst der Korruption bezichtigt (Aufstand von Antenor Humala in Andahuaylas im Januar 2005 und von Ollanta Humala in der Wahlkampagne) .

Wahlen in Perú

Bei den Präsidentschaftswahlen von 9.04.2006 gewann -wie die Meinungsumfragen seit Januar 2006 schon ankündigten- der Vertreter der nationalistischen Partei Perús und Kandidat der UPP Ollanta Humala mit 30,62% der abgegebenen Stimmen, gefolgt vom Ex-Präsidenten Alan García (APRA) 24.32, Lourdes Flores (PPC, Kandidatur für Bündnis "Unidad Nacional") mit 23.8%, Martha Chávez (Allianz für die Zukunft, neue Partei des Fujimorismus) mit 7,43% und dem ehemaligen Interimspräsidenten Paniagua (AP, Kandidatur für Bündnis "Frente del Centro") mit 5,75%. Lediglich 64000 Stimmen trennten den 2. von dem 3. Platzierten, womit eine Stichwahl zwischen García und Humala notwendig wurde.
Die Umfrageergebnisse gaben García für die am 4.Juni 2006 stattgefundenen Stichwahl recht, der sich mit 52.623% der gültigen Stimmen gegenüber 47.377 seines Kontrahenten Humala durchsetzte. Die Ergebnisse der Kongresswahlen vom 9.4.2006 gaben keiner Partei eine eindeutige Mehrheit, wodurch über mögliche Allianzen spekuliert wurde. Nach Verhandlungen und Austritten von Abgeordneten aus Ihren Parteien, sind folgende Blöcke im Kongress vertreten: NUPP (42 Sitze), APRA (36), "Unidad Nacional" (17), Allianz für die Zukunft (13 im Kongress haben sie sich in "fujimoristische parlamentarische Gruppe" umbenannt), "Alianza Parlamentaria" (9, bestehend aus Paniaguas "Frente de Centro"[4],"Perú Posible" [2] und "Restauración Nacional" [3]) und Unabhängige (3). In den offiziellen Seiten des peruanischen Kongresses können Sie sich über Gesetzesvorlagen, Agenden, usw. informieren .
Die Ergebnisse der letzten Präsidentschaftswahlen   liefern die Wikipedia websites.
Am 19. November 2006 fanden Kommunal- und Regionalwahlen statt. Die APRA konnte ihre Position nationalweit behaupten und sich gegen die UPP durchsetzen. Auffällig ist die wachsende Präsenz von unabhängigen regionalen und lokalen Bewegungen.  .

Regierungspolitik zur Armutsbekämpfung:

In der Regierungserklärung räumte García dieser Frage große Bedeutung ein. Das Präsidialamt zeichnet hierfür verantwortlich. Das Außenministerium sieht diese Zielsetzung im Rahmen der sozialen Diplomatie Priorität vor   .

Zur Lage der Menschenrechte

Der Jahresbericht 2007 von Amnesty International informiert über die Lage der Menschenrechte im Jahre 2005  . Der nationale Zusammenschluß der Menschenrechtsorganisationen informiert auch detailliert über die Situation der Menschenrechte. Die "Coordinadora" ist auch Mitglied der Wahrheitskommission, hier der Bericht 2005 (zip-Format, 14,3 Mb) über die Menschenrechtslage im Land. Das Büro des Ombudsmans und das Institut IDL befassen sich ebenfalls mit diesen Themen  . 
Eine Analyse der Regierungspolitik für das Jahr 2004 und Kommentare zum Abschlussberichts der Wahrheitskommission zu Gewalt in den 80er/90er Jahre liefern die KAS und das Iberoamerikanische Institut in Hamburg (Pdf-Datei)    Auch hierzu die Berichte zur politischen Situation der Städtepartnerschaft Treptow-Köpenick - Cajamarca und Freiburg Peru . Siehe auch die Nummer 295 von Mai 2006 der ILA, die Perú als Schwerpunkt hat  . Die peruanische Regierung möchte die Todesstrafe für Vergewaltigung Minderjährigen einführen, was gegen unterzeichneten Verträgen verstösst.

Tageszeitungen und Zeitschriften:

Wenn Sie politisch "auf dem laufenden" bleiben wollen, sollten Sie wissen, daß die wichtigsten Tageszeitungen Perus auch "online" sind: die konservative El Comercio und die liberale La República, die wöchentliche Zeitschrift Caretas, die von Forschungszentrum DESCO alle 2 Monate herausgegebene Zeitschrift Que Hacer (politische Analysen), die Online-Zeitung La Encuesta sowie schließlich die Zusammenfassung der letzten Radio-Nachrichten von "Radio Programas del Perú RPP".

Außenpolitische Themen

Die Außenpolitik

Am 26. Oktober 1998 wurde das Friedensabkommen zwischen Perú und Ecuador unterzeichnet, das einen Schlußstrich unter den 50 Jahre lang anhaltenden Grenzkonflikt zieht und der noch 1995 zu einem Grenzkrieg eskalierte. Am 15.05.1999 wurde die Grenzziehung beendet. Das peruanische Aussenministerium stellt Information zum Vertrag von Brasilia , zum bilateralen Entwicklungsplan und zu Projekten zur Verfügung  . Am 13. November 1999 unterschrieben die Außenminister Perus und Chiles eine Vereinbarung zur Ausführung von ausstehenden Klauseln des Friedensvertrages von 1929, womit sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern auch normalisieren.
Seit August 2006 führt José Antonio García Belaúnde das Amt des Aussenministers und Felipe Ortiz de Zevallos, das des Botschafters in Washington. Letzteres und der bekannte Ökonom Hernando de Soto führen die Verhandlungen mit der US-Administration zur Unterzeichnung des umfassenden Free Trade Agreement FTA.
Die bestehenden Handelsverhältnis zu den Vereinigten Staaten werden bisher durch das Trade Promotion Agreement (TPA)   von Dezember 2005 geregelt.

Die regionale Integration

Nach dem Austritt Venezuelas geriet die Andengemeinschaft in eine Krise. Perú, Bolivien, Ecuador, Kolumbien und das neu assozierte Chile haben einen neuen Anlauf genommen ihre Länder wirtschaftlich und politisch enger zu integrieren. Ihre Beziehungen zu anderen regionalen Zusammenschlüssen -wie der Mercosur- sollen auch intensiviert werden. Dies waren die Vorbedingungen für die Schaffung einer Gemeinschaft südamerikanischer Nationen, die am 8.12.2004 in Cusco ihre Geburtsstunde hatte . Diese versteht sich als eine Eigeninitiative, die ein Pendant zu der von den USA lancierten lateinamerikanischen Freihandelszone ALCA darstellt . Der venezolanische Präsident Hugo Chávez und Fidel Castro sind entschiedener Gegner dieser Institution und haben deshalb die ALBA (bolivarianische Alternative für Amerika) gegründet .

pfeil-l    zurück zur vorherigen Seite    |   weiter zur nächsten Seite     pfeil-r
 

alle Länder Homepage
Landesüberblick Staat & Politik Wirtsch. & EZ Gesellsch. & Kultur Praktisches