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P h i l i p p i n e n
Seite 4: Gesellschaft, Kultur & Religion

Sozialstruktur

Bevölkerungswachstum

Zwei Faktoren, die die Sozialstruktur beeinflussen, sind das Bevölkerungswachstum und die unzureichenden Politiken zur Familienplanung.
In einem Zeitraum von hundert Jahren nahm die philippinische Bevölkerung von 7,6 Millionen im Jahr 1903 auf 27 Millionen in 1960, 60 Millionen in 1990 und 90 Millionen in 2007 zu.
In nur fünfzig Jahren verfünffachte sie sich fast von 20 Millionen in 1950 auf über 90 Millionen heute. Obwohl sich die Wachtumsrate über die vergangenen dreißig Jahre von 3,3 % auf 1,76 % im Jahr 2007 verringert hat, wird auch dieses verringerte Bevölkerungswachstum für eine projizierte Zunahme der Bevölkerung auf 128 Millionen im Jahr 2025 sorgen.

Eine Vergleichsstudie zwischen den Philippinen und Thailand zeigt, wie sich eine Familienplanung, die nicht von religiösen Widerständen - wie in den Philippinen - verhindert wird, ausgewirkt hat. Angesichts eines Anteils von beispielsweise 40 % der unter-15-Jährigen im Jahr 1990 wird deutlich, welche Anstrengungen in Gesundheits-, Bildungs- und Erziehungssektoren dies für die einzelnen Haushalte wie die nationalen Budgets bedeutet und wie unzureichend oft die Ressourcen sein werden.

Die Verbreitung von Armut liegt bei über 40 Prozent, mehr als 32 Millionen Menschen in den Philippinen leben von weniger als zwei Dollar täglich. Die extreme Armut fördert die Landflucht und Migration in die Städte sowie ins Ausland, was wiederum erhebliche Belastungen für die Intaktheit der Familien - und Verwandtschaftssysteme bedeutet. Ökonomen fordern bereits seit Jahren wesentliche Änderungen in der Bevölkerungspolitik sowie ein Zusammengehen von Politik und Kirche: die Beziehungen zwischen Bevölkerungswachstum, Ressourcenknappheit, Umweltproblemen und Entwicklungschancen müssen auf der Makroebene ebenso wahrgenommen werden wie auf der Mikroebene in der Familie.


Ethnizität

Dolan stellt vor ethnischen Hintergrund einige der wqesentlichen ethnischen Bevölkerungsgruppen gegenüber:
  • Lowland Christian Population
  • Muslim Population
  • Upland Tribal Groups
  • The Chinese


  • In "Emergence of the Filipino People" schildert Mrs. Monica Edraline die ursprüngliche ethnologische Vielfalt ihrer Kultur.

    Soziale Lage und soziale Klassen

    Die Philippinen sind auch heute noch gekennzeichnet davon, dass
    - in historischer Perspektive - einige wenige Familien in der spanischen Kolonialzeit zu Landbesitz gekommen sind und unermesslich reich wurden, während drei Viertel der Gesellschaft in oder an der Grenze zu absoluter Armut leben.

    Erst in der jüngeren Vergandenheit hatte sich im sozialen Wandel eine verstärkte Mittelschicht herausgebildet, die in wirtschaftlichen Krisen aber der Gefahr des wirtschaftlichen Abstiegs ausgesetzt ist.
    Die philippinische Gesellschaft kennt ganz klassisch ein Drei-Klassen-System. Gregorio F. Zaide and Sonia M. Zaide beschreiben dies in ihrer " Philippine History and Government":

    " There are three social classes in the country based on income of the national wealth. They are:

    1) the rich-members of the rich class, representing 10% of the population. They own or earn about 90% of the wealth of the country. They are the wealthy industrialists, with big corporations, the owners of large haciendas or plantations, and the "new rich" who are honest, enterprising and hard-working people who invested their money wisely. The latter, however, include also the dishonest politicians and businessmen and others who acquire their fabulous fortune in government contracting, smuggling and other fraudulent means.

    2)the middle class about 20% of the population, who are the professionals (doctors, lawyers, teachers, accountants, etc.) skilled or semi-skilled workers in offices, factories or farms. They are the backbone of the nation.

    3) the lower or poor class - who comprise about 70% of the population, but who earn only enough income to provide for their basic needs (food, rented homes, simple clothing). Often they cannot earn enough to provide for emergencies of future needs. The problem of every Philippine administration is to narrow the gap between the very rich and the very poor and to broaden the middle class."

    Stadt - Land - Verhältnis

    Durch die Armut und die ökologischen Probleme, wie auch auf Seite 1 geschildert, existiert Landflucht. Fischer wie Bauern wandern in die Städte oder ins Ausland ab. Im Land bilden Städte breitere Gürtel an Slums mit neuen städtischen Armen.

    Dolan beschreibt Armut und ihre Ursachen. Seine Sicht ist heute so aktuell, wie zur Erstellung der Studie vor zwanzig Jahren.



    Migration

    Migration ist angesichts wirtschaftlicher Krisen und Armut eine Alternative für viele Filipinos.

    Maruja Asis analysiert Wanderbewegungen aus verschiednen Blickwinkeln und beschreibt Migration als Bestandteil philippinischer Kultur.

    Kevin O´Neil sieht kein anderes Land aus dem sich derart viele Bürger wegbewegt haben und betrachtet den Export von Arbeitskräften als Regierungspolitik.

    Wie die, zu hohen Abgaben verpflichteten, Arbeitsmigranten ihre Familien unterstützen, untersucht Dean Yang.

    Dilip Ratha hilft uns, die Bedeutung der Auslandsüberweisungen zu verstehen. Das Migration Information Source legt die notwendigen Daten und Definitionen dar, wobei die Zahlen seit dem Referenzdatum 2001 noch deutlich gestiegen sind und wir in 2007 von wohl über 10 Milliarden Dollar an Auslandsüberweisungen sprechen können

    Dolan weist darauf hin, dass es ursprünglich zwei Wanderungsbewegungen gegeben hatte, also nicht nur vom Land in die Stadt, sondern auch von dichter besiedelten Gebieten in dünner besiedelte. Zusätzlich zur Armut verweist er auf interne bewaffnete Konflikte als Grund für Wanderbewegungen.

    Geschlechterverhältnis

    Die Wahlen 1998, 2001, 2004 und nun in 2007 sahen eine Veränderung, die besonders erwähnenswert ist. Es konnten sich, abgesehen von den politischen Parteien, sogenannte party-lists (s.o.: Staatsform), bestimmte gesellschaftliche Sektoren repräsentierende Gruppierungen, an den Wahlen beteiligen. Die erste sektorale Parteien-Liste, die sich hatte registrieren lassen, war "Abanse!Pinay" aus der Frauenbewegung.

    Die Teilnahme von Frauen in der Politik lässt einerseits viel zu wünschen übrig. Obwohl mehr Frauen als Männer wählen, hatten sich in der Vergangenheit nur wenige Frauen für ein öffentliches Amt zur Wahl gestellt. Zwischen 1946 und 1987 waren im Durchschnitt nur 5,78 % Frauen in der Legislative tätig. Anderseits sind Frauen bei der Implementierung von Politik wesentlich stärker vertreten. Im Jahr 1980 machten Frauen die Hälfte der Angestellten in der Regierungsverwaltung aus. 1991 waren 28,8 % der Leitungspositionen dort von Frauen besetzt, dies ist mehr als doppelt so viel wie in den USA. Hervorzuheben ist auch die starke Präsenz von Frauen in der Führung von Nicht-Regierungsorganisationen. Frauen führen die aktivsten Lobbygruppen, wenn es um Themen wie Frauen, Gesundheit und Wirtschaft geht.

    Ein Beispiel ist AKBAYAN (Citizen´s Action Party), ein anderer erfolgreicher Zusammenschluss politischer Gruppierungen. Hier spielt u.a. Etta Rosales eine wichtige Rolle. Etta Rosales´ Name steht ebenfalls auf der sog. "hit-list" der Kommunistischen Partei der Philippinen, wie der des AKBAYAN-Vorsitzenden Ric Reyes, Walden Bellos und anderen. Lokale Mitglieder von Akbayan sind in den vergangenen Jahren bereits erschossen worden. AKBAYAN stellt in einer kurzen Darstellung seiner Geschichte das eigene Politikverständnis dar.

    Mylene Hega, Generalsekretärin von Makalaya (Women´s Workers Network) schreibt für die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)über "Participation of Women in Philippine Politics and Society: A Situationer". Sie bietet einen Überblick (Stand 2003) hinsichtlich des Status von Frauen in der philippinischen Gesellschaft, mit besonderem Blick auf das politische System und den Arbeitsmarkt.

    Die Friedrich-Ebert-Stiftung führt kurz in das Thema "Gender Issues - Philippines" ein und stellt einige Organisationen auf Regierungs- wie NGO-Ebene vor.

    Über scharfe Gegensätze in der Situation von Frauen in den Philippinen schreibt Carlos Anonuevo.

    Weitere Artikel zum Thema finden Sie Online bei der FES.

    Amnesty International fordert ein Ende häuslicher Gewalt gegen Frauen in den Philippinen.

    Dee Dicen Hunt und Cora Sta.Ana-Gatbonton vom australischen Centre for Philippine Concerns schreiben umfassend zum Thema sexueller Gewalt.

    Das GABRIELA Netzwerk siehtsich als eine philippinisch-amerikanische Frauen-Solidaritätsorganisation und befasst sich mit den Auswirkungen US-amerikanischen Politik auf philippinische Frauen und Kinder.

    Die Kongessabgeordnete Patricia M. Sarenas, Vertreterin von Abanse!Pinay, formulierte 1999, wie sie Geschlechterfragen im Kontext des Entwicklungsbudgets, der Gesetzgebung und der Zivilgesellschaft sieht und wie geschlechtsspezifische Anliegen vorangetrieben werden sollten.

    Sie haben ebenfalls die Möglichkeit nachzulesen, welche Frauenthemen im Kongress behandelt werden.

    Die National Economic and Development Authority (NEDA)  und die National Commission on the Role of Filipino Women (NCRFW) formulierten " Harmonized Gender and Development Guidelines"(pdf-Datei). Ziel war es dabei, gemeinsame analytische Konzepte und Werkzeuge zur Integration geschlechtsspezifischer Interessen in Entwicklungsprogramme und -projekte zu formulieren.

    Innabuyog ist ein Zusammenschluss von 82 indigenen und in ländlichen Gemeinden verwurzelten Frauenorganisationen im Cordilleragebirge.

    Zur Rolle der Frauen in Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung informieren ein factsheet des Sustainable Development Department (SD) der Food and Agriculture Organization der United Nations (FAO).

    Die Freedom from Debt Coalition (FDC) hat eine Seite mit links zu frauenpolitischen Themen zusammengestellt und hält sie aktualisiert.

    Abschließend beschreibt Dolan in seiner Landesstudie die Rolle philippinischer Frauen, die dieser Gesellschaft historisch immer mehr Einfluß und Macht hatten als Frauen in anderen asiatischen oder auch westlichen Ländern.

    Mikrosoziale Struktur

    Familie, Verwandtschaft, Freundschaft, Solidargruppe

    Die Familie wird in den Philippinen traditionell als Zentrum der sozialen Strukturen gesehen und umfasst die eigentliche Kernfamilie, Tanten, Onkel, Großeltern, Vettern und ehrenvolle "Wahlverwandtschaften" wie Paten, Sponsoren, z.B. bei Hochzeiten und gute Freunde. In diesem Netzwerk finden die - aus soziologischer Sicht - kollektiv orientierten Filipinos Stärke, Sicherheit und Stabilität. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man sich bemüht das Netzwerk auszubauen und Kinder so zu einer Anzahl an Paten gelangen, die hoffentlich irgendwann einmal hilfreich und positiv gestaltend in das Leben des Kindes eingreifen können. Dies Form der Patronage wird oft als Vetternwirtschaft gehen, ersetzt in Krisenzeiten jedoch fehlende Sozialsysteme. Und natürlich ist man sich gegenseitig verpflichtet, Hilfe und Unterstützung werden niemals einseitig gesehen und genommen. Nach philippinischem Werteverständnis verlierte man andernfalls sein Gesicht und stellte sich außerhalb der Gemeinschaft.

    Bildung

    Bildungssystem und Kolonialerfahrung

    Das Bildungssystem ist nach amerikanischem Vorbild aufgebaut. Während der amerikanischen Kolonialzeit haben die USA sicher gestellt, dass es landesweit Zugang zu Bildungsinstitutionen gebe. Der hohe Anteil an privaten Schulen und Hochschulen gibt heute noch Zeugnis, ohne den spanischen Eroberern Unrecht tun zu wollen.

    Als Vorteil der damaligen US-Politik können heute der hohe Alphabetisierungsgrad und die Fähigkeit, Englisch sprechen oder meist zumindest etwas verstehen zu können, gesehen werden. Bildung gilt als positiver Standortfaktor für ausländische Investoren, schafft Arbeit und Einkommen. So besitzen Schulbildung und Berufsausbildung auf den Philippinen traditionell einen sehr hohen Stellenwert.

    Als Nachteil wird aus heutiger kultureller und nationaler Perspektive gesehen, dass amerikanische Lerninhalte und Werte die philippinischen im Erziehungsprozess verdrängten hatten. Die sogenannte "colonial mentality" wurde so indoktriniert. Mit Chlorseife versuchten Filipinos sich ihre Haut so weiß wie möglich zu waschen, Kinder kannten westliche Früchte wie Äpfel begrifflich durch das Lernen des Alphabets, gesehen, gerochen, geschmeckt haben sie solche Früchte jedoch nie. Philippinische Früchte wie Atis waren es nicht wert, für das Lernen des Alphabets genutzt zu werden. Die Geographie der USA kannte Kinder auswendig, ihr eigenes Land war ihnen unbekannt. Diese Erfahrung wirkt nach, auch wenn Curricula heute selbstbewußter mit der eigenen Kultur umgehen. Viel zu oft aber trifft man doch noch auf vergangen Geglaubtes.

    Die philippinische Botschaft informiert über Sprachkenntnisse, Bildungssystem, Studierende nach Hochschularten und nach Fachrichtungen.

    Dolan skizziert das Verständnis und die Situation institutioneller Bildung in den Philippinen sowohl aus historischer als auch moderner Perspektive.

    Die Weltbank gibt eine kurze Bewertung des Bildungssystems und stellt in einer zusammenfassenden Übersicht das erziehungspolitische Profil dar.

    Berufsbildung

    Gewachsen ist in den Philippinen Interesse am deutschen Dualen Berufsausbildungssystem - Berufsschule und Betriebspraxis gilt es zu vereinen. Deutsche Organisationen wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau - neben anderen - unterstützen dabei.

    Auch BMZ und Hanns-Seidel-Stiftung fördern duale berufsausbildung. Unter diesem link finden Sie auch Konzepte - allerdings nicht philippinenspezifisch - zur dualen Berufsausbildung in der Entwicklungszusammenarbeit.

    Wollen Sie sich persönlich im Hochschulsystem umschauen? Interessiert Sie eine Liste von zehn Universitäten in den Philippinen?

    Gesundheit und Sozialwesen

    Traditionelle Medizin

    Die animistische Grundhaltung vieler Filipinos wirkt sich auch im Verständnis von Gesundheit aus. Alternative und/oder traditionelle medizinische Vorstellungen und Kenntisse werden nicht nur ausgeübt, sondern haben eine sehr große Verbreitung.
    Dies ist zum Teil aus wirtschaftlichen Erwägungen so. Rome Jorge analysiert in seinem Artikel "Money and Medicine" verschiedene Facetten des Kampfes zwischen westlicher Schulmedizin und tradiertem Wissen und Erfahrungen zur Gesundheit.

    Die Regierung hat bereits in den frühen neunziger Jahren gesetzliche Rahmen für Anwendungen von Erfahrungen aus der Kräuterkunde geschaffen.

    Im Jahr 1997 verabschiedete die Regierung in einem zweiten Schritt ein Gesetz zur Gründung des Philippine Institute of Traditional and Alternative Health Care (pitahc): den Traditional and Alternative Medicine Act of 1997 (TAMA). Es wurde darin für eine Politik im Gesundheitswesen votiert, die folgende Leitziele verfolgen sollte:
      "It is hereby declared the policy of the State to improve the quality and delivery of health care services to the Filipino people through the development of traditional and alternative health care and its integration into the national health care delivery system. It shall also be the policy of the State to seek a legally workable basis by which indigenous societies would own their knowledge of traditional medicine. When such knowledge is used by outsiders, the indigenous societies can require the permitted users to acknowledge its source and can demand a share of any financial return that may come from its authorized commercial use. "
    PITAHCs Ziel (HTML/Word-Datei) ist darüberhinaus die anwendungebezogene Verbreitung wissenschaftlich fundierter Kräutermedizin.

    Diese Politik wird auch von der Kirche unterstützt, die eigene Helfer und Helferinnen ausbildet, die dann in der gemeindenahen Versorgung mit ihrem Wissen zu Kräutermedizin, Akupunktur und chinesischer Massage eingesetzt werden.

    PITAHC gibt einen Überblick (pdf-Datei) der eingesetzten alternativen Heilverfahren.

    Gesundheitsversorgung

    Im philippinischen Gesundheitssystem arbeiten etwa 90.000 registrierte Ärzte. Es gibt rund 2.400 Krankenhäuser, ca. 1.700 davon sind öffentliche. Während zwar über 60 Prozent der Bevölkerung über die Philippine Health Insurance Corporation (PhilHealth) gesetzlich krankenversichert sind (nur Basisversorgung ist gewährleistet), hat jedoch überhaupt nur die Hälfte der Bevölkerung Zugang zur Gesundheitsversorgung.
    Das Deutsche Ärzteblatt informiert über das Krankenversicherungswesen.

    In 2007 wird nur ein Prozent des nationalen Haushalts in das öffentliche Gesundheitssystem gegeben. Die staatlichen Krankenhäuser sind deshalb allgemein unterfinanziert, was sich in der Austattung natürlich deutlich nachteilig zeigt. Wohlhabendere Bürger und Ausländer bevorzugen größere, privatwirtschaftlich geführte und technisch glänzend ausgestattete Krankenhäuser, wie das St.Luke´s Hsopital oder das Makati Medical Center.

    Rxpinoy bietet einen Suchdienst, der Ihnen Zugang zu nahegelegenen Ärzten oder Krankenhäusern ermöglicht.

    Medikamente und Behandlungskosten müssen von Patienten selbst bezahlt werden, Anzahlungen vor Beginn der Behandlung sind üblich.

    Aus diesem Grund besitzt der größte Teil der -zumeist armen - Bevölkerung auch keinerlei Impfschutz. Tetanusprophylaxe ist nur sporadisch verbreitet.

    Im Umgang mit Tieren ist zu beachten, dass der Tollwut-Durchseuchungsgrad, auch unter Haustieren, sehr hoch ist.

    " Gesundheitssystem Philippinen: Keine Ärzte für die Armen" betitelte das Deutsche Ärzteblatt seinen informativen und aktuellen Artikel vom August 2007 zum philippinischen Gesundheitssystem. Sie bekommen einen politisch korrekten Eindruck der derzeitigen Situation.

    Die Kreditanstalt für Wiederaufbau engagiert sich für die philippinische Gesundheitsreformagenda.

    Das Department of Health begann 1999, eine Health Sector Reform Agenda (HSRA) umzusetzen. Die HSRA kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.

    Informieren Sie sich auf der offiziellen website des philippinischen Gesundheitsministeriums über dessen Arbeit und entnehmen Sie der "roadmap" die für den Zeitraum 2005 -2010 geplanten Reformen im Gesundheitssystem.

    Auf der website des Philippine Social Security System können Sie einen Einblick zum Sozialwesen erhalten.

    Besondere Gesundheitsprobleme

    Geburtenrate
    Die philippinische Geburtenrate und Fragen der Bevölkerungskontrolle sind kontroverse Themen in der öffentlichen Diskussion. Das Philippine Center for Investigative Journalism berichtet über die diesbzüglichen Politiken in zwei Kommunen: Manila und Pangasinan - Pills and condoms go underground.

    HIV /AIDS
    Die Themen HIV/AIDS und Verhütung drängen in die öffentliche Diskussion angesichts der religösen Vorbehalte, die den Gebrauch von Kondomen und Empfängnisverhütung betreffen: "The Philippines is courting an AIDS epidemic with its anti-condom approach. The casualties will be millions of people who cannot protect themselves from HIV infection." sagte Jonathan Cohen, researcher im Human Rights Watch´s HIV/AIDS and Human Rights Program.

    Auch UNAIDS Executive Director Peter Piots warnt vordiesbezüglicher Selbstgefälligkeit in den Philippinen, insbesondere bei der katholischen Kirche.

    Interessiert Sie der UNAIDS-Bericht von 2006 zur globalen AIDS Epidemie oder die Zusammenfassung in der Executive Summary?

    Informieren Sie sich bei Path über einige der bisherigen Handlungsansätze, die im " AIDS Surveillance and Education Project in the Philippines" (pdf-Datei) vorgestellt werden:

    Korruption
    Das Philippine Center for Investigative Journalism (PCIJ)untersucht das Vorkommen von Korruption im Gesundheitssektor und kommt zu dem Ergebnis, dass bis zu 70 Prozent der lokalen Finanzen an Korruption verloren gehen.

    Gemeindeorientierte Gesundheitsversorgung
    HAIN ist eine seit zwanzig Jahren tätige Nichtregierungsorganisation, die in der Zusammenarbeit mit gemeindebasierten Organisationen Gesundheitserziehung und Forschung durchführt.

    Kultur

    Kulturelle Identitäten

    Philippinische Kultur wird im Grunde definiert durch die Mehrheit der christlichen Tieflandbewohner, die in ihrer Geschichte durch die spanische Kolonialerfahrung geprägt wurden. Hochlandbewohner und philippinische Muslime sowie philippinische Chinesen unterscheiden sich in ihren Sitten und Bräuchen zum Teil erheblich von der Mehrheitsgesellschaft.

    Dolan erläutert in historischer Perspektive die Entwicklung einer
    - angesichts einer ursprünglich sehr großen ethnischen Vielfalt - überraschend homogenen Gesellschaft. Ethnische Vielfalt beinhaltet eine Vielfalt an Sprachen und Dialekten im Land.

    Heute ist überall auf den Philippinen der amerikanische Einfluss spürbar, auch wenn dieser nicht so tiefgreifend war wie der Einfluss von mehr als dreihundert Jahren spanischer Kolonialherrschaft und Katholizismus.

    In " The Paradox of Multiculturalism: Ethnicity and Identity in the Philippines" analysiert E. San Juan, Jr. die Gegenwart ethnologischer und kultureller Vielfalt vor dem Hintergrund der Kolonialerfahrungen.

    Peter Kreuzer vom Peace Research Institure Frankfurt widmete sich 2006 im Ländervergleich Philippinen-Malaysia der Frage, wie ethnische Gegensätze (pdf-Datei)politisch gehandhabt werden können.

    Die Kinder eines politischen Konfliktes sind groß geworden: als das US-amerikanische Militärpersonal aus den US-Basen 1992 abzog, ließen die Männer ihre philippinischen Freundinnen in Armut zurück - und mit gemeinsamen Kindern. Um die Phil-Ams geht es in diesem Artikel.

    Die Segnungen des Tourismus haben auch die Kinder in den Bergprovinzen verändert: "The Lost Boys of Sagada" erzählt von leicht verdientem Geld, sogenannten leichten Mädchen und was so lange ein leichtes Leben schien.

    Kunst

    Interessieren Sie sich für ausgewählte Themen zu Zivilisation und Technologie? Von früher Waffenkunst, traditionellem Bergbau, landwirtschaftlicher Kunst im Reisanbau, Segel- und Navigationskünsten der philippinischen Völker, die auf See leb(t)en, Töpfereikultur der Vorfahren, der Metall- und Edelmetallverarbeitung u.a.m. handeln die kurzen Artikel.

    Nicht versäumen dürfen Sie Noels sehr schön illustrierte Seite zu philippinischen Tänzen.

    Sie mögen es mir vielleicht nicht nachsehen, aber auch ohne die mannigfaltigen Schönheitskonkurrenzen sind die Philippinen kaum zu erfahren. Neben den unvermeidlich voyeuristischen Aspekten verschafft diese Seite aber auch einen Einblick in den Wandel, den das Bild "der Filipina", das Frauenbild, in der Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten durchlief. Ein Verweis auf Alles rund um die Hochzeit darf nun natürlich nicht fehlen ;-) !

    Bei der National Commission for Culture and for the Arts finden Sie vielfältige Informationen zu etablierten kulturell und künstlerisch tätigen Organisationen.

    Nicht finden werden Sie dort Hinweise zum Hahnenkampf - ohne sich mit ihm auseinandergesetzt zu haben, werden Sie den Philippinen nicht näher kommen. Lesen Sie beim Nationalhelden José Rizal hierzu nach. Als neuzeitlicher Beobachter beschreibt W.Bethge ausgesprochen informativ und treffend " Leidenschaft und Laster des Hahnenkampfes".

    Literaturbrücke Philippinen
    Wolfgang Bethge hat sich nicht nur zum Hahnenkampf und - weiter unten - zur Durian geäussert, er hat auf seiner website " Literaturbrücke Philippinen" viele verschiedene andere, ebenfalls sehr wesentliche, Elemente alltäglichen kulturellen Lebens in den Philippinen unbedingt lesenswert beschrieben:

    * Andres Bonifacio - ein tragischer Vorkämpfer philippinischer Unabhängigkeitsbewegung;

    * Balut - das 17-19 Tage lang angebrütete Entenei, ist der für westliche Besucher ultimative Test der für   erfolgreiche Gruppenzugehörigkeit notwendigen Anpassungsbereitschaft;

    * Barong - für Herren bei formaleren Anlässen unerlässlich;

    * Carabao - der Wasserbüffel, der von etlichen Bauern wie ein Familienmitglied wertgeschätzt wird;

    * Chinese Cemetery - die Fürsorge für die Familie bezieht in der Ahnenverehrung auch verstorbene Familienmitglieder weiter ein;

    * Sampaguita - eine jasminartige Blume und eines der nationalen kulturellen Symbole;

    * Santo Nino - die Figur des Jesuskindes als Symbol  der philippinischen Volksfrömmigkeit;

    * Sari-Sari-Stores - nicht wegdenkbare kleine Lädchen für die Notwendigkeiten des Lebens;

    * Spukgestalten - die für die animistischen Wurzeln der Kultur Zeugnis ablegen;

    * Yamashitas Goldschatz - der auch nach 50 Jahren noch immer die Phantasie vieler Filipinos      beflügelt.

    Mythen
    Speziell mit philippinischen Mythen der Volksliteratur befasst sich Kayumanggi.

    Visuelle Kunst
    "Universes in Universe - Welten der Kunst" bietet Ihnen ein systematisches Verzeichnis kommentierter Links zu Visuellen Künsten in den Philippinen.

    Edoardo Masferré begann in den dreißiger Jahren Menschen der Central Cordilleras zu fotografieren. Interessieren Sie seine Biografie oder seine Bilder von Menschen aus Bundok?.

    Musik
    Schmökern Sie doch einmal auf einer philippinischen website für Musik: beispielsweise PhilMusic.

    Facetten von Alltagskulturen
    Was immer Sie über Reis wissen wollten, Sie finden es beim International Rice Research Institute (IRRI).

    Das IRRI informiert Sie knapp über die wesentlichen Facetten des Reisanbaus und bietet links zu den Philippinen, einige davon allerdings in Tagalog.

    Die FAO bietet Ihnen einige Rezepte aus verschiedenen Kulturen. Sie verweist ebenfalls auf eines der zum Weltkulturerbe gehörenden Wunder dieser Erde: die Reisterassen Banawes.

    Das füher so genannte International Center for Living Aquatic Resources Management, heute WorldFishCenter, informiert Sie über das Management der Meeresressourcen.

    Noch vor dem Hahnenkampf schätzen etliche Filipinos das Basketballspiel. Werfen Sie einen Blick auf die offizielle Seite der Philippine Basketball Association oder Michael Ongs Fanseite.

    Wirklich nur in den Philippinen finden Sie diese öffentlichen Transportmittel - Jeepneys. Sehen Sie sich Bilder an bei Jeepney Mania.

    Interessiert Sie ein Blick auf die Essays zur philippinischen Popkultur von Alegre? Viel Vergnügen!

    Lebensstile und städtische Landschaft werden von Shopping Malls bestimmt. Cecile Balgos beschreibt die "Mall Republik".

    Henry Sy steht einer der Familien vor, denen Asien gehört: in den 50´er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann er mit einem kleinen Schuhladen, heute gehört ihm mit der SM (ShoeMart)-Group das größte Mall-Imperium in den Philippinen.

    Imelda Marcos - Sie ist sich selbst ihre größte Bewunderin: Imelda Marcos beweist eine außergewöhnliche Fähigkeit zum Selbstbetrug.

    Dr. Margarita Go Singco-Holmes - Glücklicherweise hat diese philippinische Institution der Sexualberatung eine homepage. Dr. Holmes machte mit ihren Kolumnen vor vielen Jahren und über viele Jahre Furore und gibt Ihnen auf diesem so menschlichen Feld Einblick in asiatische Psychologie.
    Ein BBC-Beitrag setzt sich u.a. auch mit Frau Singco-Holmes auseinander, vor allem aber mit philippinischen Familienwerten.

    Blaupause für die Seele einer Stadt: Metro Manila
    Nach Paulo Alcazaren hat Metro Manila eine nur schwach ausgeprägte Identität und die Bürger der Stadt identifizieren sich kaum mit ihr. Die Seelenlosigkeit jedoch muss nicht von Dauer sein: Die Zukunft der Stadt unserer Träume liegt nach Alcazaren in unseren Händen und denen der erleuchteten Verwaltung und Planer. Wie könnte Manila im Jahr 2015 aussehen?

    Goethe Institut / Deutsche Stiftungen
    Sind Sie interessiert, beim Goethe-Institut, der Friedrich-Ebert-Stiftung oder der Konrad-Adenauer-Stiftung hereinzuschauen und sich über deren Arbeit in den Philippinen zu informieren?

    Kulinarisches
    Mehr noch als den oft üblichen Gruß "Guten Tag" hört der Gast die Frage "Kumain na kayo?" (Haben Sie schon gegessen?). Nicht nur unter Bedingungen der Armut ist die Frage nach dem - oft sehr sozial in Gemeinschaft gestalteten - leiblichen Wohl ein unverzichtbarer Standard. Reis und Fisch zählen zu den Hauptnahrungsmitteln über die es auch im Internet wissenswertes nachzulesen gibt.

    Zunächst fragt aber das Philippine Center for Investigative Journalism " Why are Filipino´s hungry?"

    Die von vielen so verehrte "Königin der Früchte" macht den Konsumenten durch sehr gegensätzliche Empfindungen bei Geruch und Geschmack aufmerksam - so gegensätzlich, dass die Einen von Durian als "Frucht", die Anderen von ihr aber als "Waffe" sprechen. Sie ist eine "Frucht der Extreme".

    Möchten Sie die Grundlagen philippinischer Küche kennenlernen? Lernen, wie Sie philippinisches Essen richtig mit den Händen essen? Sich einige kulturelle und kulinarische Aspekte philippinischer Küche erläutern lassen? Und letztlich in weiteren Rezepten nachblättern? Gutes Gelingen beim Nachkochen und: Guten Appetit!

    Religion

    Offizielle Religion

    Die Menschen in den Philippinen sind dank ihrer Verfassung heute frei, sich ihre Religion zu wählen. Kirche und Staat sind gemäß der Verfassung getrennt - eine Folge der Kolonialerfahrung, als Staat und Kirche als Einheit mit einer unterdrückenden Staatskirche erlebt wurden.

    Allerdings hat die katholische Kirche dennoch eine herausragende Bedeutung in der philippinischen Gesellschaft - ohne Gottesbezug und katholische Symbolik sind auch philippinische Politik und Alltag kaum erfahrbar. Heike Aurion beschreibt in ihrem instruktiven Artikel "Frisch wie tausendf Rosenkränze" anschaulich Religionen in den Philippinen.

    Knapp über 90 Prozent der Bevölkerung gehören einem christlichen Glauben an, davon zählen über 80 Prozent zur katholischen Kirche. Die übrige Bevölkerung gehört zu etwa sieben Prozent dem muslimischen (zumeist sunnitischen orientierten) Glauben an, einige wenige dem Buddhismus, dem Taoismus oder lokalen Naturreligionen. Die Zahl der Agnostiker und Atheisten, die in den Philippinen keinen Bezug zu einer Religion haben, ist mit weniger als einem Prozent äußerst gering.

    Missio bietet ein Datenblatt mit detaillierten Informationen zur katholischen Kirche in den Philippinen und ihren einzelnen Diözesen.

    Gegen die Christianisierung verwahrt haben sich die "Mohren", wie sich die dem Islam anhängigen Gläubigen in Mindanao, Sulu und Palawan stolz selber nennen. Bereits in der vorspanischen Zeit hatte der Islam - mit Ausnahme des Nordens - von Manila bis Mindanao große Bedeutung. Heute finden sich Muslime im westlichen Mindanao. Bangsamoro oder Muslimische Nation bezeichnet die Vielfalt unterschiedlicher ethnischer Gruppen, die sich im Islam als ihrer Religion wiederfinden. Zu ihnen zählen u.a. die Tausugs und Maranaos. Sie und andere "Moros" kämpfen den längsten - politisch motivierten - Sezessionskrieg, den die Weltgeschichte kennt -fast fünf Jahrhunderte kämpfen sie gegen Spanier, Amerikaner, Japaner und die christliche Zentralregierung in Manila.

    Verschaffen Sie sich einen kurzen Einblick in das Land der Moros, seine Geschichte und Kultur, wie sie von Salah Jubair in seinem Buch " A Nation Under Endless Tyranny" bis hin zur Entwicklung des bewaffneten Kampfes erläutert wird.

    Im Bemühen, Spannungen zwischen den Religionsgruppen im Süden der Philippinen zu reduzieren, richtete die Regierung nicht nur die Autonome Region Muslim Mindanao ein, sondern stellte auch finanzielle Mittel ein, um islamische Rechtsausbildung, Bildung und Kultur zu fördern, Pilgerreisen nach Mekka zu ermöglichen, diplomatische Beziehungen mit denjenigen Ländern zu vertiefen, die die wirtschaftliche Entwicklung Mindanaos fördern und zum Friedensprozess beitragen.

    Buddismus wird in den Philippinen größtenteils in den filipino chinesischen, chinesischen, japanischen, koreanischen und vietnamesischen Gemeinden gelebt.

    Indigene spirituelle Traditionen werden nur noch von einer kleinen Anzahl indigener Völker ausgeübt. Glaube und Sitten drehen sich um die Überzeugung, das die Welt von Geistern und übernatürlichen Wesen - sowohl guten als auch bösen - bewohnt wird, denen Respekt durch Naturverehrung zu bezeugen ist.

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