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RUANDA
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Wirtschaft |
Die Wirtschaft Ruandas befindet sich in einer stabilen Wachstumsphase. Mit erwarteten jährlichen Zuwachsraten von real 6% sind die Wachstumsaussichten der Wirtschaft 2007 weiter positiv. Die jährlichen Zuwachsraten stützen sich hauptsächlich auf die Sektoren Land- und Bauwirtschaft sowie Dienstleistungen. Die Entwicklung der Verarbeitungsindustrie bleibt dagegen schwach. Die erfolgreiche industrielle Entwicklung Ruandas wird durch eine Reihe von Faktoren gehemmt: - Mangel an Rohstoffen, Kapital und Fachkräften, - Fehlen eines ausreichend aufnahmefähigen Binnenmarktes, - Unzureichender Ausbau der Infrastruktur, z. B. Verkehrsnetz und Energie und die verkehrsabseitige Binnenlage und dadurch bedingte hohe Transportkosten. Von den Gebern ist auch in Zukunft mit steigenden Zuflüssen zu rechnen, da Ruanda einen recht guten Ruf hinsichtlich Wirtschaftsreformen und Armutsbekämpfung genießt. In Kigali entstehen Luxushotels, Einkaufszentren und Bürokomplexe. Der Aufschwung der Hauptstadt soll aber nicht über die enormen Probleme des Landes hinweg täuschen. Die meisten Menschen (60%) leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Ernährung der Bevölkerung bleibt eine der größten Herausforderungen in Ruanda, wo mehr als 90 Prozent der ca. 9 Millionen Einwohnern auf nur 26.338 qkm von der Landwirtschaft leben müssen. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von rund 235 US-Dollar pro Jahr gehört Ruanda zu den ärmsten Ländern der Welt (HDR-Rang 161 von 177 (Stand: 2007)).
Rwanda Revenue Authority's neuer Bürokomplex in Kigali |
Sektoren der Wirtschaft |
LandwirtschaftDie Landwirtschaft ist die Grundlage der ruandischen Wirtschaft. Etwa 90% der Bevölkerung leben direkt von der Landwirtschaft, weitere 5% von der Verarbeitung und Vermarktung der agrarischen Erzeugnisse. Der primäre Sektor trägt mit 39% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Rund 90% der Exporterlöse werden durch Agrarprodukte wie Kaffee und Tee erzielt, sowie Pyrethrum (Blüten zur Herstellung von Insektiziden) und Chinarinde in geringen MengenDie Teeproduktion erfolgte früher überwiegend in staatseigenen Plantagen, wo er auch weiterverarbeitet wurde. Ein geringer Anteil wurde in genossenschaftlichen und bäuerlichen Betrieben angebaut. Hier ist in den letzten Jahren eine Privatisierung der Teebetriebe beobachtet worden. Kaffee wird überwiegend in kleinbäuerlichen Betrieben angebaut und ist für viele Bauern die einzige Einnahmequelle, die aber auf Grund der Ende der 80er Jahre stark gesunkenen Weltmarktpreise unergiebig geworden war und teilweise zu Gunsten anderer Kulturen vernichtet wurde. Heute gibt es im Bereich von genossenschaftlichen Betrieben, wie beispielsweise der Kooperative Maraba im Süden des Landes, erfreuliche Entwicklungen, die für die Bauern durch gemeinsame Direktvermarktung wieder zu höheren Erlösen führen.
Anbau von Tee, Ruhengeri, Ruanda Foto:ORTPN Etwa zwei Drittel der Gesamtfläche des Landes wird landwirtschaftlich genutzt: ca. 47% für Ackerbau und Dauerkulturen, weitere 18% für Weiden und Dauerwiesen. Streusiedlungen, stark parzellierte Anbauflächen sowie eine Vielfalt von Kulturpflanzen kennzeichnen die ruandische Agrarlandschaft. Die Fruchtbarkeit der Böden ist regional sehr unterschiedlich. Nährstoffärmere saure tropische Böden überwiegen. Die vulkanischen Böden im Norden des Landes dagegen sind sehr fruchtbar. Die milden Jahrestemperaturen und die geringen Temperaturschwankungen im Laufe des Jahres ermöglichen normalerweise zwei Ernten pro Jahr. Nach wie vor überwiegt die Subsistenzwirtschaft, die ca. 85% der landwirtschaftlichen Nutzfläche beansprucht. Mehr als vier Fünftel der Erzeugung werden zur Ernährung der eigenen Familie verwendet, so dass kaum Überschüsse für die regionale Vermarktung übrig bleiben. Die begrenzten Landreserven nehmen zunehmend ab. So verfügen kleinbäuerliche Familie im Durchschnitt nur noch über weniger als 0,6 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Dazu kommt der schwierige Ackerbau auf Steilhängen im Land der Tausend Hügel. Bananen sind von der Menge und dem Wert her das bedeutendste Anbauprodukt für den Inlandsmarkt. Weitere Anbauprodukte sind Bohnen, Sorghum (Hirse), Mais, Maniok, Süßkartoffeln, Kartoffeln, Tomaten, Karotten, Grünkohl, Erdnüsse und tropisches Obst wie Papaya, Avocado, Maracuja, Mango, Ananas etc. |
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Landwirtschaft auf Steilhängen Foto:Goebel/LMZ Koblenz |
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ViehzuchtIn Ruanda ist Großviehhaltung schon seit langer Zeit bekannt. Die Bedeutung der Rinder lag früher weniger im ökonomischen als vielmehr im gesellschaftlichen Bereich. Die Anzahl der Tiere bestimmt den sozialen Rang einer Familie. Der Wert der Rinder drückte sich vor allem in der Größe der Hörner aus. Die Fleisch- und Milchleistungen sind heute noch sehr gering. Diese schwachen Ertragsleistungen erklären sich einmal aus der Rinderrasse, zum anderen durch die Unterernährung der Rinder aufgrund der Überweidung der wenigen noch verbliebenen Weideflächen.
Traditionell als hochwertig angesehene Rinder in Ruanda Die Kleinviehhaltung (Ziegen, Geflügel, Schafe, Schweine, Kaninchen) gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn die Tiere sind hinsichtlich der Fütterung und Pflege relativ anspruchslos. Trotz einiger Fortschritte in der Viehzucht reicht die Produktion von Milch und Fleisch nicht zur Deckung des Eiweißbedarfes der Bevölkerung aus, so dass bei vielen Ruandern eine Mangelernährung vorliegt. Die wenigsten Ruander können sich eine regelmäßige Fleischversorgung leisten. Die Masse der Proteine stammt aus Hülsenfrüchten und Getreide. | |
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Lokales Bier |
IndustrieDie Industrie Ruandas konzentriert sich im Wesentlichen auf die Verarbeitung einheimischer Agrarprodukte, weitere Industriezweige sind die Herstellung einfacher landwirtschaftlicher Geräte wie Hacken u. Macheten, die Bauindustrie. sowie die Produktion von Zement, Rohren, Seifen, Textilien, Bekleidung und Möbeln. Der größte industrielle Arbeitgeber ist eine Bierbrauerei (Bralirwa) in Gisenyi, eine Tochtergesellschaft des niederländischen Multis "Heinecken". Der Monopolist nimmt eine wichtige Stelle im Alltagsleben Ruandas ein und trägt durch ihre Abgaben maßgeblich zum Staatshaushalt bei. Der Bergbau spielt mit der Förderung und Verarbeitung von Bodenschätzen wirtschaftlich nur eine geringe Rolle. Im Jahr 2005 wurde nach offiziellen Angaben 4500 t Zinnerz, 276 t Coltanerz und 557 t Wolframerz gefördert. Energie- und WasserversorgungDer Energiesektor bleibt der bedenklichste Engpassfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Über 95% des Energiebedarfes werden von den traditionellen Brennstoffen Holz und Holzkohle gedeckt. Diese werden überwiegend für Kochzwecke in den ländlichen Haushalten verbraucht.
Brennung von Dachziegeln Nur 5% der Bevölkerung haben Zugang zu Strom. Die gesamte Stromproduktion des Landes wird aus Wasserkraft gewonnen. Dies ist mit gerade einmal 45 MW völlig unzureichend, auch nach zusätzlichem Import aus den Nachbarstaaten. Erschwerend wirkt die Tatsache, dass der Seewasserspiegel an den Produktionstätten (Kivusee, Bulera-Ruhondo), aufgrund übermäßiger Nutzung und/oder klimatischen Veränderungen zu stark gefallen ist. Zugleich wächst der Energiebedarf durch das Wachstum der Städte und den wirtschaftlichen Aufschwung. Der Strom wird daher regelmäßig in den Stadtteilen abwechselnd abgeschaltet. Um der Notsituation entgegen zu wirken hat das für die Strom- und Wasserversorgung zuständige staatliche Unternehmen "Electrogaz", 2005 zusätzlich sehr teure und nicht gerade energiesparende Notstrom-Dieselgeneratoren angeschafft. Eine kurzfristige Lösung denn; Ölprodukte werden über große Entfernungen und schlechte Straßen vom Indischen Ozean herangeschafft und sind dementsprechend sehr teuer (ein Liter Benzin kostet umgerechnet knapp EUR 1,- Stand Ende 2007). Ein Potential stellt das im Kivu-See enthaltene Methangas aus vulkanischer Aktivität dar. Seit 1983 wird dieses Naturgas im Rahmen eines Pilotprojekts zur Energiegewinnung für die Brauerei BRALIRWA in Gisenyi genutzt. Seit 2005 laufen Verhandlungen zur Errichtung eines Methangas betriebenen Kraftwerks. Die vorhandenen Reserven werden auf 50 Milliarden Kubikmeter geschätzt. ![]() Öffentliche Wasserstelle Zugang zu Trinkwasserversorgung ist ebenfalls unzureichend. Aufgrund der hohen Niederschläge verfügt das Land zwar über ausreichende Wasserreserven, der Bau von Trinkwasserleitungen für die ländliche Bevölkerung ist wegen der hügeligen Geländestruktur des Landes jedoch schwierig und teuer. Eine öffentliche Abwasserentsorgung gibt es nicht. Nur ein sehr kleiner Anteil der Haushalte hat eine geregelte private Abwasserbeseitigung. |
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Bananentransport, Kibungo, Ruanda |
VerkehrswegeDie Binnenlage im zentralen Ostafrika sowie die geringe Anzahl asphaltierter Straßen und die fehlende Eisenbahn sind für Ruanda ein großes wirtschaftliches Hindernis. 9/10 des Außenhandels werden per Lastkraftwagen über den kenianischen Hafen Mombasa (ca. 1800 km entfernt) abgewickelt. Die beiden Transportkorridore über Kampala in Uganda nach Mombasa bzw. durch Tansania zum Hafen Dar-es-salaam sind die einzigen Zugänge zum Indischen Ozean. Zeitliche Gründe sowie die Unsicherheit dieser Transportwege führten zu einer Ausweitung der Luftfrachtkapazitäten. Die dadurch entstehenden hohen Transportkosten verteuern die Preise für die wenigen Exportprodukte wesentlich. Die Verkaufspreise für Importgüter liegen erheblich über dem Weltmarktniveau der jeweiligen Produkte. Dem Ausbau eines ganzjährig befahrbaren Straßennetzes steht eine Reihe von Problemen entgegen. Dies sind zum einen topografische Gegebenheiten (Gebirge, sumpfige Täler), zum anderen die hohen Kosten wegen der schwierigen Bodenverhältnisse. HandwerkAufgrund der fehlenden Industrialisierung Ruandas und der unzureichenden landwirtschaftlichen Nutzfläche spielt das lokale Handwerk eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Arbeitsplätzen. In den Städten sowie im ländlichen Raum existieren bereits eine Vielzahl von kleinen Handwerksbetrieben, insbesondere Schreiner, Schlosser, Maurer und Schneider, die auf einem sehr niedrigen technischen Niveau produzieren. Gründe dafür sind der noch unzureichende Ausbildungsstand als auch das mangelnde Kapital zur Beschaffung von qualitativ guten Handwerksgeräten.
Schneider auf dem Marktplatz Das größte Problem für das ruandische Handwerk ist ebenfalls der begrenzte lokale Markt, denn die Kaufkraft der ruandischen Bevölkerung ist zu gering, um die handwerklichen Produkte zu kaufen. Der Export von handwerklichen und industriellen Produkten ist wegen der hohen Transportkosten nicht rentabel. |
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Gorilla Foto:ORTPN |
TourismusDer Tourismus stellt keine bedeutsame Größenordnung für die Wirtschaft Ruandas dar. Gegen eine Erschließung des natürlichen Potenzials sprechen verschiedene Gründe. Die Konkurrenz von Kenia, Tansania und Uganda ist sehr groß. Gemessen an internationalen Standards sind die Flugverbindungen unbefriedigend. Das Straßennetz ermöglicht keinen ganzjährigen Verkehr; die Beherbergungsbetriebe verfügen überwiegend nur über einen mittleren Standard. Hotels mit gehobenem bzw. Luxusstandard findet man nur in Kigali, am Kivu-See und im Akagera-Park. Auf Grund des Kinofilms "Gorillas im Nebel" sind die in der Region der Virunga-Vulkane im Grenzgebiet von Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und Uganda lebenden Berggorillas weltweit berühmt geworden. Dadurch hat sich der Tourismus in der Region zu einer wichtigen Einkommensquelle entwickelt |
Wirtschafts- politik |
Im Vordergrund steht 2007 die Implementierung eines neuen Armutsbekämpfungsprogramms. Wichtige wirtschaftspolitische Ziele sind ebenso die Kapitalisierung der ländlichen Wirtschaft und ein Ausbau der Infrastruktur. Mit einem 2005 verabschiedeten Gesetz zur Landreform sollen mehr Anreize zu Investitionen gegeben werden als im System des "Customer ownership" da nun nachweislich Landtitel erworben werden können. Zur Diversifizierung der Exporte versucht die Regierung alternative "cash crops" wie Blumen oder Obst zu fördern. Weiter soll die Tee- und Kaffeeproduktion weiter intensiviert werden.
Ruandas Lage in der Mitte einer Region, die über 100 Mio. Einwohner zählt, macht das Land potenziell zur strategischen Wahl eines Ausgangspunktes, von dem man aus Zugang zu einem signifikanten regionalen Markt hat. Eine Maßnahme, die die Rolle Ruandas als regionales Handelszentrum zwischen den Märkten und Häfen Ostafrikas und dem Ostkongo bzw. Burundi stärken soll, ist die Gründung einer industriellen Freihandelszone bei Kigali. Ruanda hat seine Steuerverwaltung in den letzten Jahre modernisiert. Die Basis für direkte Steuern (Einkommensteuer) bleibt jedoch schmal, da die große Mehrheit der Ruander im informellen Sektor tätig ist und folglich nur circa 30% des Steueraufkommens erwirtschaftet. Dagegen entfallen 55% auf Mehrwertsteuer und 15% auf Zölle. Die ruandische Regierung hofft, alle Einnahmequellen in Zukunft auszubauen. Für das 1. Halbjahr 2006 wurden die vorgegebenen Ziele nach den vorläufigen Zahlen übertroffen. |
Außenhandel |
Ruanda verzeichnet einen hohen Importüberschuss. Kaffee und Tee bleiben weiterhin die Hauptexportartikel. Der Kaffeeexport macht 32,8% des gesamten Exports aus. Die Exporterlöse für Tee liegen bei 22,0 % und Zinn- und Coltanvolumina bei circa 25% des Exportaufkommens (2005). Importe nach Ruanda werden von Konsumgütern (51% des Gesamtimportwerts, zumeist Lebensmittel) beherrscht. Auf Kraftstoffe, Halbfertigwaren und Investitionsgüter entfallen jeweils 16 bis17%. Die Hauptimportgüter sind: Grundnahrungsmittel und weiterverarbeitete Lebensmittel sowie Bekleidung, medizinische Artikel, Kosmetik und Papier. Die wesentlichen Handelsschranken bestehen zum einen in hohen Einfuhrzöllen (zwischen 0% für gewisse Grundnahrungsmittel bis zu 30% für Fertigwaren (Ausnahmen für COMESA-Länder), und zum anderen in einer langsamen Bürokratie. Die sich oft ändernden Einfuhrbestimmungen wie auch die mangelnde Logistik bei der Grenzabfertigung (keine Kühlhäuser beim Zoll etc.) kommen als weitere Handelshemmnisse hinzu. Haupthandelspartner Ruandas im Jahr 2005 waren lt. Angaben der ruandischen Nationalbank: Kenia mit 19%-Anteil am Import und 20%-Anteil an den Exporten, es folgten Uganda (12/2), Belgien (20/12), Vereinigte Arabische Emirate (9/0) sowie Südafrika (5/1), Deutschland (4/2), Indien (4/1) und China mit (3/2). Die Devisenregulationen sind weitestgehend liberal. Die Einfuhr von Devisen ist unbegrenzt, die Ausfuhr bis zu hohen Grenzbeträgen möglich. Ausländische Leitwährung ist der US-Dollar mit über 90% Anteil am Devisenverkauf (1 US$ = 550 FRW/Ruanda Franc. Stand: August 2007). |
Entwicklung- und Entwicklungs- politik |
Armutsbekämpfung, Millennium Develoment GoalsIn Anlehnung an die "UN-Millennium Development Goals/MDGs", hat Ruanda einen strategischen Entwicklungsplan "Vision 2020" ausgearbeitet. Seine elementaren Ziele sind, neben der Schaffung einer modernen IT-gestützten und wissensbasierten Gesellschaft, die Modernisierung der Landwirtschaft einschließlich der Schaffung von nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsplätzen auf dem Land. Weitere Ziele sind die Erhöhung der ausländischen Direktinvestitionen (FDI) und ein Ausbau des Exportsektors. Die Reformen auf Güter-, Arbeits- und Finanzmärkten orientieren sich ebenfalls an ihnen. Das im Jahr 2002 formulierte nationale Armutsbekämpfungsstrategiepapier (PRSP) ist in der der Vision 2020 eingebettet. Das Nachfolgepapier EDPRS, mit starkem Akzent auf der Wirtschaftsförderung, wird in diesem Jahr (2007) vorliegen. Inländische EntwicklungsanstrengungenDie Regierung Ruandas, die sich des negativen Images im Ausland, bedingt durch den nunmehr dreizehn Jahre zurückliegenden Genozid, durchaus bewusst ist, folgt seit vielen Jahren einer Reformagenda, die auf eine Beseitigung der Beschränkungen für private Investitionen abzielt.Durch die Gründung einer Export- und Investmentagentur (RIPA) im Jahre 2004, verbunden mit einem so genannten "One-Stop-Center" für Investoren, sind die Formalitäten stark vereinfacht worden. Mangelnde Fachkenntnisse und Ausstattung in der Wirtschaftsverwaltung führen aber noch zu Verzögerungen. Seit 1994 hat das Land Ruanda einen wesentlichen Fortschritt im Wiederaufbau seiner wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur gemacht. Seine Errungenschaften, landesweit Sicherheit zu garantieren und eine für die Region bemerkenswert gut funktionierende Regierung und Administration einzusetzen, werden von internationalen Organisationen und bilateralen Partner, aber auch zunehmend von privaten Investoren anerkannt. Eine Rolle spielte auch die relativ geringe Korruption die dem Land in den vergangenen Jahren(Transparency International führte Ruanda in seinem Ranking von 2005 auf Platz 83 von 158 untersuchten Ländern) bescheinigt worden war. Jüngste Entwicklungen(2007) zeigen allerdings eine Verschlechterung. Die Regierung bemüht sich prinzipiell um die Privatisierung aller noch im Staatzbesitz befindlichen Unternehmen. Die größten Privatisierungsvorhaben umfassten im Jahr 2005 die ruandische Telefongesellschaft Rwandatel (circa 20 Mio. US$) sowie Mehrheitsanteile an den Geschäftsbanken BACAR und BCR (6,7 US$ bzw. 3,0 Mio. US$). Nach dem Privatisierungsplan der Regierung sind dies noch 35 von ehemals 70 Unternehmen. Darunter der Energiemonopolist Electrogaz. Ausländische EntwicklungsanstrengungenRuanda arbeitet sehr eng mit IWF, Weltbank sowie den verwandten Agenturen und Banken (IDA, AfDB) zusammen. Das Land bemüht sich sichtlich um die Umsetzung der Auflagen, auch wenn dies innenpolitisch und sozial zu Problemen führt. Sichtbarste Maßnahmen waren die Straffung der Budgeterstellung, die Reform der Territorialgliederung, die Reduzierung der Zahl öffentlicher Bediensteter, aber auch die Kürzung der Ausgaben der öffentlichen Hand für Bewirtschaftungskosten (Verkauf fast der gesamten öffentlichen Fahrzeugflotte im Jahr 2005). Der IWF und die sich an ihm orientierten Budgethilfegeber honorieren dies. Ruanda hat im April 2005 den HIPC "completion point" erreicht, der IWF vergibt jetzt erneut eine so genannte Poverty Reduction and Growth Facility (PRGF) und der Anteil der Budgethilfe an der gesamten Entwicklungshilfe steigt. Weitere wichtige multilaterale Geber sind die EU und die UN Programme darunter die UNDP und das World Food Programm (WFP). Auf bilateraler Ebene sind die wichtigsten Geberländer Großbritannien und die USA. Zahlreiche NGOs sind ebenfalls mit unterschiedlichsten Projekten in Ruanda präsent. |
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Patnerschaftslogo Ruanda-Rheinland-Pfalz |
Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen im LandeSeit 2001 zählt Ruanda zur Kategorie der Schwerpunktpartnerländer des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Schwerpunktsektoren sind "Wirtschaftsreformen/ marktwirtschaftliche Strukturen", "Demokratieförderung, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung" und "Basisgesundheit-HIV/AIDS-Bekämpfung". Neben den Durchführungsorganisationen GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit), DED/Ziviler Friedensdienst und CIM ist heute die Deutsche Welthungerhilfe ständig vor Ort vertreten. Im Bereich kultureller Zusammenarbeit betreibt die Deutsche Welle (DW) seit fast 40 Jahren in Kigali eine ihrer weltweit vier Kurzwellen-Relaisstationen. Die Kolonialresidenz des ersten deutschen Generalresidenten (Kandt-Haus), Richard Kandt, wurde renoviert und im April 2004 offiziell als kleines Museum für Besucher eröffnet.Die Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda besteht seit 1982. Die einmalige Form der dezentralisierten, bürgernahen und an den Grundbedürfnissen der Menschen orientierten Entwicklungszusammenarbeit schafft einen Rahmen für eine Begegnung von Bürgern, Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen, Vereinen und anderen gesellschaftlichen Gruppen in beiden Ländern.
Das rheinland-pfälzische Partnerschaftsbüro in Kigali Heute haben über 450 Initiativen und Ruandagruppen in Gemeinden, Städten und Landkreisen sowie über 240 Schulen u. Hochschulen, Beziehungen zu Partnern in Ruanda aufgebaut. Seit Beginn der Partnerschaft konnten so weit über eintausend basisorientierte Kleinprojekte in Ruanda durchgeführt werden, die der Hilfe zur Selbsthilfe, der Grundbildung und der Armutsbekämpfung dienten. |
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Begegnung, Schülerinnen aus Bad Kreuznach in Kirinda, Ruanda Foto:J. Nshimyumukiza |
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