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Senegal
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Formaler Staatsaufbau und Dezentralisierung |
Territorial betrachtet ist Senegal
in „Departements“, „Communes“ und „Arrondissements“
gegliedert. Mit dem Dezentralisierungsgesetz
wurden die Regionen zu eigenständigen Gebietskörperschaften mit direkt
gewählten Regionalparlamenten und erhielten in wichtigen Bereichen
originäre Zuständigkeiten. Die ersten regionalen und kommunalen
Wahlen erfolgten im November 1996. Die Entscheidung, zu
dezentralisieren, fiel Mitte der 90er Jahre. Aufgrund innenpolitischer
Spannungen (Casamance-Rebellion, wirtschaftliche und soziale Krisen)
entschied sich die damalige senegalesische Regierung die
zentralstaatliche Verwaltung und politische Entscheidungsfindung zu
dezentralisieren. Die daraus entstandenen Verwaltungsstrukturen
sollten die Rahmenbedingungen zur Armutsbekämpfung in den verschiedenen
Regionen schaffen. |
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Rechtssystem, Recht und Ordnung |
Das offizielle Rechtssystem
Senegals ist weitgehend nach dem französischen Rechtssystem aufgebaut.
Wichtige Organe der Judikative sind als oberste Instanz
der Verfassungsgerichtshof,
gefolgt von dem Staatsrat, dem Kassationsgericht und dem Rechnungshof. Genau wie in Frankreich gibt es
auch im Senegal eine Verteilung der Sicherheitsorgane: die Polizei
untersteht dem Innenministerium
sowie die Gendarmerie dem Verteidigungsministerium. Zu bemerken ist, dass neben dem
offiziellen Rechtssystem das traditionelle Recht weiterhin existiert.
Das traditionelle Recht beruht auf ungeschriebenem Gesetz und wird des
öfteren in Erbstreitigkeiten und im Streit um Grund und Boden
angewandt. |
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Innenpolitische Themen |
Wahlen
und Partizipation
Als Präsident Abdou Diouf 1981 das
uneingeschränkte Mehrparteiensystem
einführte, entstand danach ein breites Spektrum von mehr als 80
Parteien von rechts bis links, einschließlich konservativ-religiöser
Parteien. Die komplette Liste der Parteien finden Sie unter
IZF
und wikipedia.
Bei den Präsidentschaftswahlen von 2007 konnte sich der seit 2000 amtierende Präsident Wade bereits im ersten Wahlgang mit 55,9 % der Stimmen durchsetzen. Der ehemalige Premierminister und politische Weggefährte Wades, Idrissa Seck, kam als zweiter. Die wichtigsten politischen Parteien warfen dem Präsidenten Wade und seiner Koalition Wahlbetrug vor und riefen zum Boykott der legislativen Wahlen auf. Die Wahlbeteiligung war dadurch gering: von den fünf Millionen Wahlberechtigen gingen nur 38% zur Wahlurne.
Die politische
Lage ist seitdem angespannt. Die wichtigsten
Oppositionsparteien, die sich in einer Koalition
organisierten, üben seit Februar 2007 weiter Druck auf die Regierung
aus. Verschiedene Organisationen der Zivilgesellschaft versuchten
zwischen Regierung und der Koalition der Oppositionsparteien zu
vermitteln und einen politischen Dialog zu initiieren - bisher ohne
Erfolg. Zu den Präsidentschaftswahlen von
2000 und 2007 informiert Usherbrooke.ca
anhand verschiedener Diagramme. Flüchtlingswelle
aus Senegal
Nichts
wie weg
beschreibt die Situation der Flüchtlinge
aus Senegal. Mit dem Motto „Barsax oder Barça“, was soviel bedeutet wie „Europa oder Tod auf hoher See“, sorgt das Flüchtlingsdrama in Senegal für politischen Stoff. Hunderte größtenteils junger Menschen fliehen in kleinen Holzbooten auf die kanarischen Inseln. Über diese Flucht gehen die Meinungen auseinander. Fakt ist jedoch: die Westküste Afrikas ist überfischt und den einheimischen Fischern fehlen Arbeit und der überlebensnotwendige Ertrag. Verschiedene Analysen und Hintergründe, Erklärungen und Berichte finden Sie u.a. in der Zeit, sowie auf den Webseiten der Uni Kassel des SWR und des NDR. Die
Rebellion in der Casamance
Eine weitere große Herausforderung
stellt der Konflikt
in der Casamance dar. Die andauernde Rebellion findet
seit 1982 in der südlichen Provinz des Landes statt. Ihr liegt die
Auseinandersetzung über die Unabhängigkeit bzw. eine größere
Autonomie dieser Region gegenüber dem Norden zugrunde. Seither flammt
der Konflikt in unterschiedlicher Intensität immer wieder auf. |
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Außenpolitische
Themen
Presse und Medien
Menschenrechte
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Regionale
Integration
Senegal ist Mitglied in der
Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten Ecowas
und der UEMOA, der Wirtschafts- und Währungsunion der westafrikanischen
Länder. Senegal
ist in der Gründung der afrikanischen Union und des NEPAD sehr
engagiert. Außer zu Mali und Guinea sind die
senegalesischen Beziehungen zu anderen benachbarten
Staaten nicht konfliktfrei. Nach dem Putschversuch 1998 in
Guinea-Bissau stellte sich Senegal auf die Seite des Machthabers Nino
Vieira gegen Teile der revoltierenden bissauischen Armee. Senegal warf
einigen bissauischen Generälen vor, die Rebellion in der Casamance zu
unterstützen. Es bestehen außerdem Differenzen über die Fischerei-
und Weiderechte. Die geographische Lage Gambias -
von Senegal komplett umschlossen - bringt viele Probleme mit sich. Die
"Transnationale", die den Süden und den Norden Senegals
verbindet, führt durch Gambia. Die gambianische Regierung sträubt sich
anhaltend gegen den Bau
einer Brücke über den Gambia-Fluss zur
Erleichterung des Transitverkehrs. 2005 kam es erneut zu Ausschreitungen
zwischen Transportarbeitern beider Länder. Daraufhin wurde die Grenze
zwischen Senegal und Gambia geschlossen. Ousseynou Faye
analysiert an der Universität „Cheikh Anta Diop“ in Dakar die
schwierige Beziehung zwischen Senegal, Gambia und Guinea-Bissau. Mit Mauretanien begannen sich die
politischen Beziehungen nach den Ausschreitungen
und Unruhen, die 1989 mehrere Todesopfer beider
Länder gefordert und zu Vertreibungen geführt hatten, Ende 1999 zu
normalisieren. Präsident Wade erreichte in Zusammenarbeit mit der UNO
und dem mauretanischen Präsidenten eine Vereinbarung über die mögliche
Rückkehr der Flüchtlinge in ihr ehemaliges Heimatland. Im Jahre 2006 hat Senegal die Beziehung
zu China wieder aufgenommen.
Seither sind mehrere chinesische Investitionsgelder in die
senegalesische Wirtschaft
eingeflossen. Die Beziehungen
zu mehreren arabischen Ländern hat sich seit 2000 verstärkt.
Senegal wird im Jahr 2008 Gastgeber für die internationale islamische
Konferenz (OIC) sein. Senegal ist nichtständiges
Mitglied des UN
Sicherheitsrats. Nach der Unabhängigkeit 1960 blieb Senegal ein enger Verbündeter
Frankreichs und des Westens. Im Juli 2003, nach dem Besuch des damaligen
US Präsidenten Bill Clinton, festigte sich die Kooperation zwischen
Senegal und den USA. Senegal beteiligte sich an UNO-Einsätzen,
beispielsweise in Kuwait 1990/91 und zuletzt in der demokratischen
Republik Kongo. Mitte der 90er Jahre wurde das
staatliche Informationsmonopol
abgeschafft. Es wurde dadurch eine Vielzahl von privaten Radiosender
und Tageszeitungen eingeführt. 20 Zeitungen erscheinen heute im
Senegal. Davon sind 12 Tageszeitungen, etwa 6 Wochen- und 5
Monatszeitungen. Auf der Website von ausenegal
finden Sie die Liste der verschiedenen Printmedien, Rundfunk und
Pressorgane. Die staatlichen Fernsehens „Radiodiffusion-Télévision
Sénégalaise (RTS)“ und „RTS2S“
sind in allen Regionen zu empfangen. Das Fernsehangebot, das bis zu
diesem Zeitpunkt lediglich von staatlichen Programmen bestimmt wurde,
fand Ergänzung durch eine private
Fernsehstation. Im Gegensatz zu Printmedien und das fernsehen ist das
Rundfunk sehr verbreitet und beliebt. Da in ländlicher Ebene weniger
als 25% Anschluss zu Elektrizität haben, bleibt für die Bewohner
dieser Gegend nur das Radio als Verbindung zu nationalen und
internationalen Geschehen. Die Radiostationen senden in den
einheimischen Sprachen aber auch in Französisch und die Themen gehen
von Politik bis zu Mode über Erziehung, Religion, etc. Anfang der 90er Jahren sind die sog. „Radios
Communautaires“ in Erscheinung getreten. Es sind Radiostationen
auf Dorfebene und beschäftigen sie sich hauptsächlich um die Probleme
in der Gemeinde. In viele Gemeinden übernimmt das „Radio
Communautaire“ die Rolle eines Telefons. Durch das Radio wurde zum
Treffen oder zu Veranstaltung gerufen. Die Zahlreiche Radios und Sprintmedien lassen vermuten, dass
die Journalisten ihren Beruf relativ frei üben, wie die internationale
NRO Reporter
ohne Grenze in ihrem Bericht von dem Jahr 2006 es bestätigen. Senegal gilt als stabiler Staat.
Die Todesstrafe,
die erst 2004 abgeschafft wurde, kam nach der Unabhängigkeit nur
zweimal zur Anwendung. Die Verfassung garantiert Meinungs- und
Pressefreiheit. Doch Ende 1980 verschlechterte sich mit dem
Casamance-Konflikt die Menschenrechtssituation. Der Regierung wurden
Verhaftungen ohne Gerichtsverhandlungen, Folter und illegale Exekutionen
vorgeworfen. Laut Berichten von Amnesty
International soll sowohl die Armee als auch der
MFDC im Februar 1998 erneut schwere Menschenrechtsverletzungen und
Terror an der Zivilbevölkerung in der Casamance verübt haben. Die
Regierung wurde vor allem der Untätigkeit bezüglich der Aufklärung
der Menschenrechtsverletzungen von Seiten der Armee beschuldigt. Die
Auslieferung
an der belgischen Justiz des früheren Tschad Präsidenten, Hissene
Habre, sorgt für
heftige Diskussion. Nachdem die UA
Senegal verpflichtet hat Hissene Habre vor Gericht zu stellen, müsste
das senegalesische Strafgesetz
geändert werden. Darauf hin
verabschiedet im Februar 2007 die „Assemblée Nationale“ ein
Gesetz Hissene Habre kann jetzt
im Senegal vor Gericht gebracht werden. Ein Termin für die
Gerichtsverhandlung ist aber nicht erfolgt. |
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