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Senegal
Seite 3: 
Wirtschaft & Entwicklung

  

Wirtschafts-
indikatoren

Hier finden Sie eine Übersicht über die wirtschaftlichen Daten des Landes.

IZF bietet hierzu ebenfalls vielseitige Informationen und Daten.

Die Webseite der senegalesischen Regierung stellt die Entwicklungspolitik vor und liefert Informationen über deren Entwicklungsstrategien und Programme. Die Aufgabe der staatlichen Investitionsbehörde APIX besteht darin, Privatinvestitionen im Inland zu mobilisieren und darüber hinaus ausländische Investoren ins Land zu holen.

Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 500 US$ gehört Senegal zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf Druck des IWF herrscht seit 1979 Strukturanpassungspolitik. Diese Politik bewirkte den Abbau staatlicher Intervention, die Durchsetzung marktwirtschaftlicher Prinzipien, die Privatisierung zahlreicher staatlicher Unternehmen und eine Fächerbreite verschiedenster Marktwirtschaftsstrukturen.

Die Abwertung des FCFA brachte durch Exportprodukte (z.B. Fische, Phosphate) und Dienstleistungen (Tourismus) für das Jahr 2005 ein reales Wachstum von 6,1%. Diese Maßnahmen führten zwar zu einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage, die jedoch trotz der Verbesserung nicht für den erforderlichen Aufschwung ausreicht. Senegal wurde im Jahr 2001 zu einem der am wenigsten entwickelten Länder der Welt erklärt und dadurch in die HIPC II-Initiative aufgenommen.

Die Erarbeitung eines Strategiepapiers von Seiten der senegalesischen Regierung zur Armutsbekämpfung im Jahr 2000 erbrachte die Aufnahme des Landes in die Entschuldungsprogramme des  IWF und der Worldbank.

Die 2. Auflage des  Poverty Reduction Paper II des Jahres 2006 nennt vier strategische Schwerpunkte zur Armutsbekämpfung: die Schaffung von Vermögen durch Wirtschaftswachstum, die Verbesserung des Zugangs zur Grundversorgung, sowie Katastrophenprävention und -bewältigung. Es wird in die Integration von Mädchen in Schulbildung und Ausbildung investiert und darüber hinaus in die Förderung benachteiligter Gruppen. Außerdem soll eine höhere politische Beteiligung der Bevölkerung durch verschiedenste Maßnahmen wie die Demokratisierung, die administrative Dezentralisierung, eine Modernisierung der Administration und durch lokale Entwicklungs- und Anti-Korruptionsmaßnahmen erreicht werden.

Dies ist die aktuelle Vorlage für die Zusammenarbeit mit IWF und Worldbank, die Jacques Morriset in Verbindung mit seinem persönlichen Standpunkt auf der Webseite der Worldbank zur Diskussion stellt.

Unter  Senegaldeveloppement präsentiert Senegal seine eigene Sicht der Lage und das Ergebnis der Armutsbekämpfungsstrategie in den vergangenen Jahren

Wirtschaftssektoren

Die Grundlage der senegalesischen Wirtschaft sind Ackerbau und Viehzucht, der Fischfang, eine beginnende Industrialisierung, ein wachsender informeller Sektor, der Tourismus und die Bergbaureserven.

Landwirtschafts-
produktion

Mehr als 60% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Produktion ist jedoch sehr gering. Die Gründe dafür sind die schlechte Qualität der Böden, die unregelmäßigen Regenfälle und die ökologischen Probleme, die die natürliche Grundlage gefährden.

Ein zentraler wirtschaftlicher Zweig der Landwirtschaft ist die Erdnussproduktion. Hauptsächlich im Zentrum des Landes, im sogenannten Erdnussbecken, produziert, besitzt sie 60% der Landfläche und beschäftigt rund drei Millionen Senegalesen. Die Erdnuss ist schon immer das Exportprodukt schlechthin. Bis 1979 erzielte sie die wichtigsten Exporterlöse. Die immer noch bestehende Fixierung auf den Erdnussanbau trotz der veränderten Marktwirtschaftslage schwächt die Wirtschaft Senegals, denn ohne Frankreichs protektionistische Marktpolitik sind Erdnuss und Erdnussöl auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig. Der Verkaufsschlager auf dem Weltmarkt ist billig produziertes Öl aus asiatischen Ländern. Senegal geht jetzt in die Offensive und versucht sich erneut für das Erdnussöl einen Platz auf dem Weltmarkt zu verschaffen, u.a. durch die Restrukturierung des Erdnusssektors und die Privatisierung der Erdnussvermarktungsgesellschaft SONACOS

Nach der Erdnuss folgt die Hirse als zweitwichtigstes landwirtschaftliches Produkt. Sie wird an der Küste angebaut und ist neben Reis das bedeutendste Grundnahrungsmittel. Der Anbau von Mais erfolgt vorwiegend im Osten, in der Casamance und in Sine Saloum, während der Reisanbau sich aufgrund der regional höheren Niederschläge hauptsächlich auf den Süden des Landes beschränkt. Die Ird.France bietet anhand einer Karte einen Überblick über die landwirtschaftlichen Räume Senegals.

Durch Infrastruktur-Großprojekte, wie dem Manantali-Staudamm, werden 3% des Ackerlandes bewässert, hauptsächlich im Tal des Senegalflusses und an den nördlichen Küstenstreifen. Die Dammprojekte sollen die Reis-, Mais-, Tomaten- und Zuckerrohranbauflächen deutlich vergrößern.

Diawara.org informiert ausführlich über die Getreideproduktion, die landwirtschaftliche Entwicklung und die ökologischen Probleme des Landes. Weitere Informationen zum Thema Landwirtschaft in Senegal finden sich auf der Webseite Senegalaisement.com.

Aufgrund der schwankenden Niederschläge entwickelt sich der Landwirtschaftssektor krisenhaft. Daher muss Reis zusätzlich in großem Stil importiert werden. Die Armut in den ländlichen Regionen bildet weiterhin ein Hauptproblem.

Baumwollsektor

Der Baumwollsektor wurde im November 2003 privatisiert. Die Dagris-Gruppe, ein französisches Unternehmen übernahm 49% der Aktien der "Société de Développement des Fibres Textiles" (SODEFITEX). Der Anteil des Staates Senegal schrumpfte von 77% auf 46,5%. Weitere 4% wurden von "Mediterraneo Algro", einer Tochtergesellschaft der Dagris-Gruppe und der "Compagnie Bancaire de l'Afrique de l'Ouest" (CBAO) übernommen.

Die Baumwollproduktion bleibt für die senegalesische Regierung dennoch ein wichtiger Zweig.   

Die Viehzucht Die Viehzucht die hauptsächlich von Nomaden in den nördlichen Landesteilen betrieben wird, umfasst vorwiegend Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Die Viehzüchter haben sehr mit der Trockenheit zu kämpfen, da die voranschreitende Desertifikation ihre Weidegebiete stark einengt. Auf der Webseite der Fao diskutiert Frau Gninge die politischen Hindernisse, die einer effektiven Viehzucht im Wege stehen.  
Die Fischerei Seit Anfang der 80er Jahre hat sich die senegalesische Fischerei  zu einer wichtigen Devisenquelle des Landes entwickelt. Die Fischerei stellt 15 Prozent aller Arbeitsplätze und erwirtschaftet ein Drittel der Exporteinnahmen. 

Die traditionellen Fischer die bis vor kurzem den Hauptanteil des Fischfangs erwirtschafteten, leiden unter den Raubzügen der EU, der japanischen und russischen Fangflotten. Die Küstengewässer des Landes, die einmal fischreiche Fanggründe waren, sind zwischenzeitlich leergefischt. Dies erfordert, dass die traditionellen Fischer mit ihren dafür nicht ausgerüsteten Booten nun weit aufs Meer hinausfahren müssen, um die für sie lebensnotwendigen Fänge zu erbringen.

Zu diesem Thema erläutert Frau Dr. Helga Trüpel die Fischereipolitik der europäischen Union vor der Küste Afrikas.

Seit Juli 2006 ist den EU Fischereiflotten das Fischen vor der Küste Senegals untersagt.

Zur Unterstützung der landwirtschaftlichen Entwicklung will Senegal den Ausbau dreier Sektoren im ländlichen Raum vorantreiben:

Die Elektrifizierung, die mit Hilfe der deutschen Entwicklungszusammenarbeit stattfindet, die Telekommunikation und den Ausbau der Strassen, um den Transport der erwirtschafteten Produkte zu ermöglichen.
Informeller Sektor Der informelle Sektor ist sehr dynamisch und bildet den ersten Arbeitgeber in Senegal.

Seit 10 Jahren versucht der Staat diesen Sektor steuerlich zu erfassen und durch Bestimmungen zu regeln. Hier ein Interview mit dem zuständigen senegalesischen Beamten, der die versuchten Maßnahmen  beschreibt.   

Tourismussektor

 
Ein Waffenstillstand in der Casamance ermöglicht zwischenzeitlich ein gutes Ergebnis im Tourismussektor. Die Branche gilt als Wachstumssektor, wenn eine dauerhafte Lösung für den Frieden in der Casamance gefunden werden kann. Die mangelhafte Infrastruktur stellt ein zusätzliches Problem für den Ausbau dieses Wirtschaftszweiges dar.

Industrie

 

Die wichtigsten Industriezweige sind die Lebensmittelindustrie (Öl, Fisch, Zucker), die chemische Industrie und die Textilverarbeitung, die Senegal etwa12% der Devisen einbringt. Im Textilgewerbe wird vornehmlich die im Land produzierte Baumwolle weiterverarbeitet. Die senegalesische Regierung erhofft sich durch die Privatisierung der chemischen Industrie einen Aufschwung.

Senegal verfügt über verschiedenste Bodenschätze, wie Gold, Diamanten, Kupfer, Nickel, Uran, Eisenerz, Titanerz, Phosphat und Erdöl. Von allen Bodenschätzen ist nur das Phosphat als Exportprodukt nennenswert.

Développement Gateway Senegal bietet relevante Fakten über die Landwirtschaft, die Industrie, einen Bericht über die Armutsbekämpfungsstrategie, etc.   

Baubranche

 
Die Baubranche kann durch staatliche Investitionen einen dynamischen Aufwärtstrend aufrechterhalten. Aufgrund der Krise in Elfenbeinküste erlangt die Branche ein jährliches Wachstum von 13%.
Telekommunikation Die Telekommunikation die bislang vom senegalesischen Telekommunikationsbetreiber Sonatel dominiert wird, genießt dank einer starken Verbreitung von Mobiltelefonen und Callzentren einen kräftigen Zuwachs. Die Branche erzielt im Jahr 10,4% Wachstum.

Inländische Entwicklungs- anstrengungen

 

Das „Programme national de développement local“ (Pndl) soll dazu beitragen das Millennium development Goals (MDG) zu erreichen.

Diese Anstrengungen tragen wenig Früchte, da die Vergabe des Geldes zur Finanzierung der Projekte in den Regionen von Seiten der Regierung nur schleppend vorangeht. Hierüber informiert die Webseite der kritischen Tageszeitung Walfadjri.

Ausländische Entwicklungs- anstrengungen und Institutionen

 
Wichtige multilaterale Geldgeber sind die

·         Weltbank

·         UNDP

·         CIDA

·         Europäischer Entwicklungsfond

·         International Fund for Agricultural Development (IFAD)

·        USAID

Auf der Webseite des Directory of Development Organizations  finden Sie die Auflistung der verschiedenen  Entwicklungsorganisationen die im Senegal tätig sind.

Deutsche Entwicklungs- zusammenarbeit

 

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Senegal konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

·         Armutsbekämpfung im ländlichen Raum 

·         Förderung der sozioökonomischen Entwicklung für den Frieden in der Region Casamance und

·         Förderung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Jugendliche im städtischen Raum.

Der folgende Link führt sie zu einer Liste der deutschen Organisationen die in Senegal vertreten sind.

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