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Sri Lanka Seite 2: Geschichte, Staat & Politik
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Geschichte
 Polonnaruwa - Eingang zum Hatadage-Tempel © Markus Wydera
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Präkolonial
Es gibt wenig fundiertes Wissen über die Herkunft
der Ureinwohner Sri Lankas - die Vorfahren der Veddas. Durch Ackerbau
und Rodung des Dschungels wurde ihr Lebensraum schon früh
zerstört. Heute leben nur noch schätzungsweise 600 Veddas.
Um 500 v. Chr. kamen indoarischen Einwanderer (Nordindien), die
Vorfahren der späteren Singhalesen, auf die Insel. Darauf
herrschte Vijaya (* 543 v. Chr., † 504 v. Chr.) als erster König
von Sri Lanka.

Anuradhapura - Ausgrabungen
© Bhikkhu Akakkaso
Im 3. Jahrhundert v. Chr. entstand durch Gesandte des indische
Maurya-Kaiser Ashoka eines der ersten buddhistische Klöster auf
Sri Lanka und darauf wurde Buddhismus die Staatsreligion des
Königreichs von Anuradhapura und auch der Kern eines starken
Nationalismus.
Es ist jedoch weiterhin umstritten, welche der beiden Volksgruppen, Tamilen oder Singhalesen, zuerst auf der Insel ankam.
Tamilen aus Südindien überquerten im Laufe der Geschichte die
Meerenge nach Sri Lanka und herrschen im Norden. Das erste Mal wurden
sie 161 v. Chr. geschlagen und Anuradhapura bleibt bis 1071 Hauptstadt.
Vom 11. bis ins 13.
Jahrhundert war Polonnaruwa die zweite Hauptstadt der Insel - unter
wechselnder Herrschaft.
 Polonnaruwa - Ruinen der Ratshalle des Königs © Markus Wydera
Spätestens seit dem 13. Jahrhundert (bzw. 14.) existierte ein
tamilisches Königreich mit der Hauptstadt Jaffna. In der Folgezeit
bestanden mehrere regionale (singhalesische und tamilische)
Königreiche und es herrschte ein ständiger Machtkampf der
Dynastien.
Kolonial
Im Jahr 1505 erreichten die Portugiesen Colombo und
errichteten eine Handelsniederlassung für den Gewürzhandel.
Die Portugiesen waren mehr an einer Kontrolle des gesamten Handels als
an einer Inanspruchnahme der Ländereien interessiert. Ende des 16.
Jahrhunderts hatten sie einen Großteil der Insel unter ihre
Kontrolle gebracht. Die Zerschlagung des singhalesischen
Königreiches von Kandy gelang ihnen allerdings nicht und so wurden
sie im Jahr 1658 von diesem, verbündet mit den Holländern,
von der Insel vertrieben.
 Galle - Blick vom Flag Rock nach Osten © Markus Wydera
Auch die Holländer waren mehr an
Handel und Profit als an Landbesitz und Religion interessiert und
wurden so unter geringem Widerstand 1796 von den Briten vertrieben.
Die Engländer regierten ab 1815 als erste europäische Macht
über die gesamte Insel. Zimt, Kokos, Tee und Kaffee wurden von
tamilischen aus Indien "importierten" Arbeitern angebaut. Das bis heute
oft angewendete Englisch wurde zur offiziellen Landessprache
erklärt.
 Colombo
- Cargill´s (das älteste Kaufhaus Sri Lankas) an der York
Street, im Hintergrund die Türme des World Trade Centers © Markus Wydera
Der bis dahin Ceylon genannte Inselstaat erlangte
1948 seine
Unabhängigkeit.
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Staat
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 Coat of arms of Sri Lanka |
Die Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka ist eine Präsidial- republik mit
parlamentarisch-demokratischer Ordnung. Das Parlament besteht aus einer Kammer mit 225 Abgeordneten.
Der direkt gewählte Präsident ist oberster Inhaber der
Exekutive und gleichzeitig Oberbefehlshaber der Armee. Ein System der
Verwaltung durch Provinzräte und Ortsräte wurde 1988 eingeführt. |
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Innenpolitik
Mahinda Rajapaksa © mahinda4srilanka.org
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Im Unabhängigkeitsjahr erklärte die Verfassung den
Buddhismus zur Staatsreligion. Die ersten Jahrzehnte der
Unabhängigkeit waren durch die Frage der Staatsbürgerschaft
der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eingewanderten tamilischen
Plantagenarbeiter geprägt. Der Erlass zweier Gesetze machte diese
zu Ausländern, welche bis Mitte 1952 die Einbürgerung
beantragen konnten.
Durch diese Maßnahme verloren 8% der gesamten Bevölkerung,
das waren fast 50% der tamilischen Bevölkerung, ihre
Bürgerrechte. Die indisch-sri lankischen Beziehungen wurden noch
bis in die 80er Jahre von der Rückkehr von ca. 800.000
staatenlosen Tamilen stark belastet.
Die Ceylon-Tamilen wurden in den folgenden Jahren aus ihrer noch seit
der Kolonialzeit vorherrschenden Vertretung im Staatsdienst
zurückgedrängt. Es gab einen Beförderungsstopp für
tamilische Beamte und für Streitkräfte und Polizei wurde nur
noch singhalesisches Personal eingestellt. Auch wurden tamilische
Schulen geschlossen bzw. verstaatlicht. In den 70er Jahren wurden
Tamilen zwangsumgesiedelt und singhalesische Bauern verstärkt im
Norden angesiedelt.
Im Jahre 1972 wurde das Land zu einer Republik mit dem offiziellen
Namen Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka (Democratic
Socialist Republic of Sri Lanka). Die existenten Unruhen konnten auch
nicht dadurch verhindert werden, dass Tamil in tamilischen Gebieten
1977 der Status einer Landessprache gegeben wurde.
Im tamilischen Widerstand wurde durch die wachsende Militanz die
Verhandlungsbasis von der parlamentarischen auf die informelle Ebene
verlagert. Im Jahre 1983 eskalierten die Kämpfe schließlich
und die LTTE erkämpfte sich bis 1986 die Vorherrschaft unter den
verschiedenen Widerstandsgruppen.
Darauf zogen sich viele Tamilen in tamilische Gebiete zurück und
Singhalesen verließen diese. Tamilische Rebellen besetzten den
Norden und Osten des Landes und bauten ihren eigenen Staat im Staat
auf.
 Militärposten an der Strasse (Nordostprovinz) © Andreas Fritzsche
In den nächsten Jahren kam es zu zahlreichen, verlustreichen
Schlachten zwischen Regierungstruppen und Rebellen mit Siegen und
Niederlagen auf beiden Seiten. Bis zum heutigen Tage sind mehr als
70.000 Menschen in diesem Konflikt gefallen und über eine
Millionen tamilische Flüchtlinge leben weltweit. Die
Vermittlung einer norwegischen Delegation führte 2001 zu einem
einmonatigem Waffenstillstand, welcher im Februar 2002 zu einem Friedensabkommen zwischen der Regierung und den LTTE erweitert wurde und es folgten Friedensverhandlungen zwischen Singhalesen und Tamilen. Darauf wurde das sieben Jahre bestehende Embargo
für die LTTE kontrollierten Gebiete aufgehoben und der Frieden
schien in unmittelbarer Nähe.
Seit 2003 gab es keine weiteren nennenswerten Ergebnisse bei den Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Der Hardliner Mahinda Rajapakse
wurde 2005 zum Präsidenten gewählt und ging sofort erneut mit
mehr Härte gegen die Tigers vor. Dies führte im
Norden wie auch im Süden des Landes zu vermehrten
Auseinandersetzungen zwischen Regierung und LTTE. Somit existierte der
Waffenstillstand nur noch auf dem Papier. Durch die Spaltung der Befreiungstiger
im Jahre 2004 wurden diese vor allem im Osten geschwächt, welches
die Regierung unter Rajapaske dazu nutzte, die LTTE aus den
östlichen Teilen Sri Lankas zu vertreiben.
Der Chef des politischen Flügels und Verhandlungsführer der
LTTE, S.P. Thamilselvan
kam am 2. November 2007 bei einem Luftschlag der srilankischen
Luftwaffe ums Leben - ein weiterer, tiefgreifender Rückschlag
für die Friedensverhandlungen. Am 2. Januar 2008 wurde der Waffenstillstand von der Regierung
annulliert. Die Sri Lanka Monitoring Mission,
welche am 22. Februar 2002 zur Überwachung des Waffenstillstandes
ins Leben gerufen wurde, hat darauf ihre operativen
Aktivitäten in Sri Lanka am 16. Januar 2008 eingestellt. Die
Gefechte zwischen beiden Konfliktparteien haben in den vergangenen
Wochen stark zugenommen und ein Ende des Bürgerkrieges (PDF) ist damit wieder in weite Ferne gerückt.
 Anschlag auf einen Bus in Dambulla (02.02.2008) © TamilNet
Die Regierung plant (erneut), den Krieg mit einem Vernichtungsschlag gegen die Rebellen zu beenden. Die Aufkündigung des Waffenstillstandes von der Regierung beruht auf der Annahme, die LTTE wurde wie nie zuvor in die
Enge getrieben - jedoch ist die LTTE nach Einschätzung vieler (unabhängiger) Beobachter sehr wohl in der Lage, diesen Krieg zu führen.
Infolge dessen befürchtet die Welthungerhilfe,
dass in den kommenden Wochen die Zahl der Flüchtlinge im Norden
Sri Lankas stark ansteigen wird. Eine aktuelle Liste mit Statistiken bezüglich Flucht und Vertreibung stellt das UNHCR Sri Lanka zur Verfügung.
Bereits Im Jahresbericht für das Jahr 2006 berichtet amnesty international von einer sich dramatisch verschlechternden Menschenrechtssituation in Sri Lanka.
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Außenpolitik
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Im Jahre 1948 wurde die Nation unabhängig innerhalb des Britischen Commonwealth.
International macht sich Sri Lanka speziell in der UN für die
Souveränität, Unabhängigkeit und Entwicklung der
Entwicklungsländer stark.
Sri Lanka arbeitet seitdem 1954 der erste Kredit gewährt wurde mit der Weltbank
zusammen. Die Weltbank unterstützt das Land beim Erreichen der
gesetzten Entwicklungsziele auf dem finanziellem und dem technischen
Sektor durch Kapitalbeihilfen und die Vergabe zinsfreier Kredite.
Weiterhin ist die Nation eines der 185 Mitgliedsländer des Internationalen Währungsfonds
(International Monetary Fund - IMF) zu dessen Aufgaben die Verbesserung
der Zusammenarbeit in der Währungspolitik, die Stabilisierung des
Welthandels und der Wechselkurse, die Kreditvergabe sowie die
technische Hilfe gehören.
Zwischen der EU und Sri Lanka wie auch konkret zwischen Deutschland und Sri Lanka existieren Handelsbeziehungen und Beziehungen auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit.
Im September 1961 gehörte Sri Lanka zu den 25 Gründungsmitgliedern der Bewegung der blockfreien Staaten (Non-Aligned Movement - NAM). Auf dem Gipfel von Havanna 2006 wurde durch die Einigung auf klare gemeinsame politische Positionen sehr deutlich, dass die Bewegung an Bedeutung gewinnt.
Sri Lanka ist eingebunden in die South Asian Association for Regional Cooperation (SAARC). Im November 2005 fand das dreizehnte Gipfeltreffen des SAARC in Dhaka statt. Lesen Sie hierzu die Abschlussdeklaration.
Weitergehende Informationen zur Außenpolitik Sri Lankas stellt das South Asian Media Net zur Verfügung.
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