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TANSANIA
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

Lage und Größe


© 3dflags.com

Tansania ist mit einer Gesamtfläche von 945.000 km² gut zweieinhalbmal so groß wie Deutschland. Das ostafrikanische Land liegt unterhalb des Äquators am Indischen Ozean. Im Norden hat es gemeinsame Grenzen mit Kenia und Uganda, die teilweise durch den Viktoriasee, dem größten See Afrikas, verlaufen. Im Nordwesten grenzt Tansania an Ruanda und Burundi. Die Grenze zum Kongo (Kinshasa) verläuft im Westen durch den Tanganjikasee, dem zweitgrößten und tiefsten See Afrikas. Im Südwesten grenzt Tansania an Sambia und Malawi sowie im Süden an Mosambik.
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Tansania politisch und reliefiert
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Grunddaten

Die Vereinigte Republik Tansania umfasst neben dem Festland (Tanganyika) auch den teilautonomen Landesteil Sansibar und besteht insgesamt aus 26 Regionen, die sich wiederum in Distrikte unterteilen. Die Hauptstadt ist Dodoma, das wirtschaftliche Zentrum und Sitz der Regierung ist jedoch Daressalam. 

Sansibar wird auch die 'Nelkeninsel' genannt, weil hier einmal der Großteil der Weltproduktion an Gewürznelken hergestellt wurde. Sansibar hat ein eigenes Parlament und einen eigenen Präsidenten. Seit der Einführung des Mehrparteiensystems gibt es auf den zu Sansibar gehörenden Inseln Unguja und Pemba erhebliche Konflikte.

Mit dem politischen Pluralismus ging in den 1990er Jahren die wirtschaftliche Liberalisierung einher. Seitdem Tansania aus der  planwirtschaftlichen 'Vollnarkose' erwacht ist, haben sich die wirtschaftlichen Daten verbessert: Die Inflation konnte auf unter 5 % gedrückt werden und die Wirtschaftswachstumsraten liegen seit Jahren über 5 %. Auch wenn diese Werte durch das Bevölkerungswachstum (2 bis 3 %) relativiert werden: Tansania ist ein 'rising star of Africa'.


© Scheidtweiler

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Naturraum und Klima Obwohl in den (Kern-)Tropen gelegen, herrscht in Tansania aufgrund der Höhenlage (ca. 1.100m) ein gemäßigtes Klima. Ausnahmen bilden der teilweise vergletscherte Kilimanjaro (5.895 m), der höchste Berg Afrikas, sowie das feucht-heiße Küstentiefland. Dort liegt auch Daressalam, wo ganz andere Temperatur- und Regenverhältnisse herrschen als beispielsweise in Mwanza (zweitgrößte Stadt Tansanias, am Viktoriasee gelegen), das klimatisch eher dem Landesdurchschnitt entspricht. Die Niederschläge sind während der Regenzeiten durch eine sehr hohe Variabilität gekennzeichnet, was die Bevölkerung, die zu über 80 % von der Landwirtschaft lebt, immer wieder vor existentielle Probleme stellt. Die typische Vegetationsform ist die Trockensavanne, daneben kommen aber auch andere Savannenformen (Dornbusch-, Feuchtsavanne), Mangrovensümpfe (Küste) und vereinzelt Wald vor.

Tansania hat mehr als ein Viertel seiner Landfläche als Schutzgebiete ausgewiesen: In den Nationalparks erlebt man die weitgehend unberührte Urlandschaft der Menschheit, die eine große Anziehungskraft auf Besucher aus aller Welt ausübt. 

Unter dieser Oberfläche befinden sich in Tansania zahlreiche  Bodenschätze, deren bergbauliche Nutzung, v.a. von Diamanten und Gold, in den vergangenen Jahren sehr stark an Bedeutung gewonnen hat. 

Ökologische Probleme  Da die Urbanisierung immer weiter voranschreitet, vermehren sich die ökologischen Probleme in den Ballungszentren, wo Luft- und Wasserverschmutzungen z. Tl. gravierende Ausmaße annehmen. Aber auch auf dem Land gibt es große Umweltprobleme, insbesondere durch Abholzung und Überweidung, die eine große Herausforderung für die nationale Umweltpolitik darstellen. 


Die Maasai verkörpern das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne besonders eindrucksvoll. Sie wissen, dass es auch für das Problem der Überweidung einfache Lösungen nicht gibt (© Scheidtweiler).

Kaum ein anderes Land hat prozentual mehr Landfläche vor der Nutzung durch den Menschen geschützt, als Tansania. Die einheimische Bevölkerung wird dadurch oftmals in die Randgebiete verdrängt, wo sie durch die Einschränkung der Jagd-, Weide- und Landnutzungsrechte einen Teil ihrer Lebensgrundlage einbüßt. Zudem nimmt sie die Wildtiere, welche von den Touristen aus sicherer Position beobachtet werden, in erster Linie als existentielle Bedrohung wahr. Moderne Nutzungskonzepte versuchen die Bevölkerung in Entscheidungen einzubeziehen und zu Nutznießern des Fremdenverkehrs zu machen.

Tansania ist zwar relativ dünn besiedelt und verfügt über eine vergleichsweise große landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Weil die Bevölkerungszahl aber durch die Nutztierpopulation noch übertroffen wird, kommt es zu einer Konkurrenz zwischen Ackerbauern (Humus), Viehhirten (Futter) und Haushalten (Brennmaterial) um die spärlich verfügbare Biomasse. Da es keine echten Eigentumsrechte an landwirtschaftlichen Flächen gibt, versucht jeder, von den Ressourcen des Gemeindelandes so viel wie möglich für sich zu beanspruchen - ungeachtet der ökologischen Folgen. Bodendegradation, Überweidung und Abholzung sind demnach auch die größten Umweltprobleme, denen das Land ausgesetzt ist. Angepasstere Landnutzungsformen werden sich langfristig nur dann durchsetzen lassen, wenn das Bodenrecht und die Bodenordnung weiter reformiert werden. 

Der Viktoriasee ist durch Abwässer und illegale Fischfangmethoden, durch die Aussetzung des Nilbarsches und die Vermehrung der Wasserhyazinthe, großen Belastungen ausgesetzt. Ähnliche Umweltprobleme bestehen an der Küste des Indischen Ozeans (Verschmutzung durch Siedlungs- und Industrieabfälle, Zerstörung der Mangroven).

Bevölkerung und Siedlungen 


© Scheidtweiler

In Tansania leben etwa 38 Millionen Menschen. Das Land ist mit 40 Einwohnern pro km² erheblich dünner besiedelt als Deutschland (230 Einwohner pro km²). Mit 120 verschiedenen Volksgruppen zählt Tansania zu den besonders heterogenen Staaten Afrikas. Amtssprachen sind Kisuaheli und Englisch. Als Umgangssprache ist Englisch kaum von Bedeutung.

Im Vergleich zu Deutschland, mit seinem 230.000 km langen Straßennetz, verfügt Tansania über eine extrem schlechte Infrastruktur: Alle wichtigen Verkehrsstraßen zusammengenommen sind nur etwa 20.000 km lang und davon sind nur 4.000 km geteert. 200.000 registrierte Kraftfahrzeuge verursachen in Tansania jedes Jahr etwa 2.000 Verkehrstote (vgl. Deutschland: ca. 50 Mill. Kraftfahrzeuge und ca. 6.000 Verkehrstote). Im Bereich der Telekommunikation werden aufgrund der mobilen Technologien derzeit gute Fortschritte gemacht.  

Die 10 größten Städte sind Daressalaam, Mwanza, Sansibar, Arusha, Mbeya, Morogoro, Tanga, Dodoma, Kigoma und Moshi. Das Wachstum der Ballungszentren ist atemberaubend: Von 1988 (vorletzte Volkszählung) bis 2002 (letzte Volkszählung) hat sich die Einwohnerzahl vieler Städte verdoppelt, Arusha ist sogar um den Faktor 2,8 gewachsen.

Nationale Symbole

National Tourch
Die Fackel ('Uhuru Tourch') gibt "den Verzweifelten Hoffnung, den Verletzten Würde, und jenen, die voller Hass sind, Frieden".

Die wichtigsten Symbole von nationaler Bedeutung sind im Staatswappen (Nembo) Tansanias vereinigt: Die Flagge ist das Kennzeichen des freien Tansania. Sie besteht aus 5 diagonalen Streifen, die das Land (grün), das Wasser (blau), die Menschen (schwarz) und den Reichtum an Rohstoffen (gold) symbolisieren. Mit Speer, Sichel und Axt wird die Nation aufgebaut und verteidigt. Die Stoßzähne sind Sinnbild für die reichhaltige lebendige Natur des Landes. Ein Baumwoll- und ein Kaffeezweig stehen stellvertretend für die Landwirtschaft, das Rückgrad der Wirtschaft. Der Gipfel des Kilimanjaro ist der höchste Punkt Afrikas und Wahrzeichen Tansanias ("Land of Kilimanjaro"). Ein Mann und eine Frau stehen für Freiheit (Uhuru), Einheit (Umoja) und Gleichheit.

"Gott segne Afrika": Die Melodien der tansanischen und der südafrikanischen Nationalhymnen sind übrigens identisch (seit der Überwindung der Apartheid in Südafrika). Der textliche Inhalt der tansanischen Hymne ist selbstverständlich ein anderer. 

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