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Thailand 
Seite 3: Wirtschaft & Entwicklung

Wirtschaft

 

Wirtschaftssystem & seine Sektoren

Thailands Wirtschaftssystem ist durch marktwirtschaftlich-liberale Orientierung und eine starke Rolle des Außenhandels gekennzeichnet. Die Regierungspolitik unterstützt aktiv den Strukturwandel weg von der Landwirtschaft, hin zu Veredelungsindustrien, technologieintensiven Bereichen und Dienstleistungen.
Fast  50% der Bevölkerung sind auch heute noch in der Landwirtschaft tätig. Allerdings erwirtschaften diese nur noch ca. 9 % des BIPs. 14% der Erwerbstätigen arbeiten in der Industrie (Anteil des BIP ca. 45%) und 37% in der Dienstleistung (Anteil BIP 46,7 %).

Wirtschaftsanalyse

Die Bundesagentur für Außenwirtschaft  berichtet von 4,5 % Wachstumsraten für das Jahr 2007, also deutlich weniger als im Jahr 2006 mit 5%. Zu vergleichbaren Ergebnissen kommt auch die Asian Development Bank. Die Inflationsrate lag Ende 2007 bei 2,8%, Arbeitslosenquote bei 1,4%.

Die politischen Krisen haben auch in der Wirtschaft ihre Spuren hinterlassen:
Der Baht ist gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit 10 Jahren gestiegen. Dies und die Konjunkturabschwächung in den USA wirken sich negativ auf die Exportwirtschaft  Thailands aus. Impulse sollten aber von der Binnennachfrage kommen. Im dritten Quartal 2007 war bereits ein Ansteigen der Konsumnachfrage festzustellen. Das Geschäftsklima hat sich ebenfalls verbessert, was für eine weitere Zunahme der Unternehmensinvestitionen spricht.

Wirtschaftspolitik

Die neue Regierung hat Investitionen und umfangreiche Infrastrukturprojekte angekündigt, die sich positiv auf das Wachstum auswirken dürften. Der neue Regierungschef will zudem die Restriktionen für ausländische Investoren abmildern, was zum Zufluss ausländischer Investitionen führen sollte. Das könnte sich wiederum positiv auf die Aktienkurse an der Börse in Bangkok auswirken.

Der 2006 entmachtete Premierminister Thaksin Shinawatra  verfolgte klar einen  liberalen Kurs der Wirtschaft (Thaksinomics)  Es ist anzunehmen, dass Thaksin sich als Berater der Regierung weiter an der Wirtschaftspolitik beteiligen wird.

Produkte und Produktionsweisen

Reisbauern - Quelle unbekanntReis ist nach wie vor das wichtigste Exportgut des Landes. Über die Hälfte der Anbaufläche wird mit Reis bebaut. Thailand  ist  mit mehr als 7 Mio. t immer noch einer der wichtigsten Reisexporteure.  Bis heute ist der Reisverkauf  Staatsmonopol. Die Regierung kauft ihn zu Festpreisen auf und lizenziert den Reisexport. Die Exportabgaben finanzieren die staatlich geförderten Bewässerungsprojekte und die Freilandversuche zur Verbesserung der Anbaumethoden der Düngung und der Krankheitsverhütung.
Die vielen kleinen Reisbauern bilden immer noch das Rückgrat der Produktion und sie sind meist auch Eigentümer des bebauten Landes. Die Feldarbeit wird dennoch gemeinschaftlich mit den Nachbarn des Dorfes durchgeführt. 

reispflanze - Martens-TraubNeben Reis werden insbesondere  Tapioca, Gummi , Mais, Zuckerrohr, Mungbohnen und Tabak - v.a. für den Export - angebaut. Aber natürlich gibt es auch noch andere landwirtschaftliche Produkte.

Thailand verfügt über große Mengen an Zinn. Allerdings hat der Verfall des Zinnpreises weltweit zur Schließung zahlreicher Zinnminen geführt. So haben andere Bodenschätze wie Wolfram, Fluorit, Gips und auch Zink,  Antimon, Silber, Eisenerz, Mangan, Blei und Barit an Bedeutung gewonnen.
Zudem verfügt Thailand über eigenes Erdölvorkommen.

Handel: Außenhandel

Export: 130,0 Mrd. US$ (2006)
Import: 126,8 Mrd. US$ (2006)
Wichtige Handelspartner: Japan, USA, VR China, Malaysia, Singapur, Hongkong.
Hauptexportprodukte: Reis, Kautschuk, elektrische und elektronische Geräte.
Hauptimportprodukte: Maschinen; Metallerzeugnisse; chemische Erzeugnisse; elektronische Bauelemente, Rohölprodukte.

 

Entwicklung &
Entwicklungs-
politik

Inländischen Entwicklungsanstrengungen

Natürlich orientiert sich auch Thailand an den Millenium Development Goals  der UN und hat die meisten der Ziele bereits erfüllt.  An erster Stelle steht aber immer noch  der Abbau von extremer Armut und Hunger, gefolgt von dem Ziel, dass alle Kinder die Grundschule besuchen und abschließen sollen.

Zudem sind in den vergangenen Jahren verschiedene Projekte auf Initiative der Regierung entstanden mit deren Hilfe das Sozialsystem aufgebaut bzw. gestützt werden soll. So hat die  World-Bank  mit der thailändischen Regierung zusammen die Country Development Partnership for Social Protection (CDP-SP)  ins Leben gerufen, eine Partnerschaft bei der insbesondere die Menschen, die im sog. informellen Sektor arbeiten, unterstützt werden sollen.

Das National Economic and Social Development Board (NESDB) ist seit vielen Jahren mit allen Entwicklungsfragen betraut und entwickelt 5-Jahrespläne zur Entwicklung des Landes.

Ausländische Entwicklungsanstrengungen

Die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union hat sich im Laufe der Zeit von einer Entwicklungshilfe mehr hin zu einer Partnerschaft entwickelt. So werden unter anderem Projekte zur Zusammenarbeit in  technologischen und wirtschaftlichen Bereichen gefördert.

Deutsche Entwicklungs- und Hilfsorganisationen

Die  Zusammenarbeit zwischen Thailand und Deutschland blickt auf über 40 Jahre zurück. Seit nunmehr 4 Jahren  wurde der Bereich "Förderung der Ökoeffizienz kleiner und mittlerer Unternehmen" als Schwerpunkt der bilateralen Zusammenarbeit festgelegt.

Neben der GTZ sind auch die politischen Stiftungen und andere deutsche Organisationen seit Jahren in Thailand tätig.

Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt)
Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)
Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)
Hans-Seidel-Stiftung (HSS)
Inwent
CIM

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