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Tadschikistan
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

Grunddaten

Flagge






Berg

Der höchste Berg
Tadschikistans
(7.495 m)
von Norden gesehen

(Photo: © R.Eisener)

Name:
Dschumhurii Todschikiston (Republik Tadschikistan).

Lage:
Binnenstaat in Zentralasien – grenzt im Westen und Norden an Uzbekistan (ca. 910 km), im Norden an Kirgizstan (ca. 630 km), im Osten an China (ca. 420 km), und im Süden an Afghanistan (ca. 1300km). Tadschikistan liegt in einer Zone hoher seismischer Aktivität und ist nicht zuletzt dadurch einer ständigen Gefahr von Naturkatastrophen ausgesetzt.

Hauptstadt:
Duschanbe – laut Statistik rd. 620.000 EW; halboffiziellen Angaben zufolge um einiges mehr.

Größe und Topographie:
142.100 qkm (2002 hat Tadschikistan 1.000 qkm im Pamir an China abgetreten, das im Gegenzug auf weitere 28.000 qkm Gebietsansprüche verzichtete). Dies entspricht etwas mehr als einem Drittel der Fläche Deutschlands; gut 90% des Territoriums sind gebirgig, wobei fast die Hälfte des Landes mehr als 3.000 m ü.M. liegt; höchster Punkt: Qullai Ismoili Somoni (7.495 m), niedrigster Punkt: der Fluß Syr Darya (300 m); an Wasser herrscht kein Mangel, fast 60% der Ressourcen der zentralasiatischen Region liegen in Tadschikistan.

Klima:
extrem kontinental – je nach Höhenlage: arid bis semiarid, sehr heiße bis warme Sommer, milde bis strenge Winter; relativ abrupte Jahreszeitenwechsel (für die beiden größten Städte, Duschanbe und Chudschand, liegen entsprechende Klimadiagramme vor).

Ökologie:
die Hauptumweltprobleme (PDF-Datei, 184 KB) sind Wasser- und Bodenverschlechterung sowie Entwaldung und schwindende Biodiversität; weniger gravierend stellt sich die Frage der Verschmutzung durch Haus- und Industriemüll – einmal abgesehen von der Hauptstadt. Der Umweltschutz (PDF-Datei, 3,1 MB) ist in vielen Bereichen noch gering ausgebildet.

Bevölkerung:
rd. 7 Mio (auf mangelhafter statistischer Basis geschätzt) – ergeben eine durchnittliche Dichte von rund 48 EW/qkm, die sich aber sehr ungleich verteilen: 100-150 EW/qkm im Flachland, 1-5 EW/qkm in den Bergregionen. Den Hauptbevölkerungsanteil stellen Tadschiken (iranischer Herkunft; einschließlich einer Reihe von kleinen Minderheiten ostiranischen Ursprungs) mit wohl an die 80%; dazu kommen noch etwas über 15% Uzbeken (Turkvolk) sowie unter den übrigen Ethnien eine abnehmende Minderheit europäisch-russischer Herkunft (aktuell auf 1,1% beziffert).

Sprache:
gemäß Verfassung: Tadschikisch (eine Variante des Neupersischen, in kyrillischer Schrift geschrieben), und Russisch als Sprache der "inter-ethnischen Verständigung"; daneben wird gebietsweise auch Uzbekisch gesprochen und in einigen entlegenen Regionen haben sich noch ostiranische Sprachen erhalten

Religionszugehörigkeit:
Islam (ca. 90% Sunniten, 5% Ismailiten).

Staatsform:
präsidiale Republik mit Zweikammer-Parlament.

Weitere und andere Basisdaten (PDF-Datei, 104 KB) bieten die Library of Congress und die auf das Sammeln von Informationen einschlägig spezialisierte CIA an. Mikhail Romanyuk hat in größerem Umfang fotographische Impressionen ins Netz gestellt.



Allgemeiner Überblick

Karten:
Tadschikistan gehört gewiß nicht zu jenen Ländern, von denen jeder auf Anhieb weiß, wo sie liegen. Bis zum Tage seiner Unabhängigkeitserklärung (9. September 1991) war es eine kleine, stark von Moskaus Unterstützung abhängige Sowjetrepublik, die ein Schattendasein im äußersten Süden der UdSSR führte.

Karte (19 KB)
(© R.Eisener)
Ein Mausklick auf diese Karte zeigt eine einfache Tadschikistankarte in größerem Maßstab.

Detaillierteren Einblick bieten:

Einen sehr plastischen Eindruck von der Oberflächenbeschaffenheit vermittelt die Satellitenperspektive.


Historische Geographie:
Als territorial-staatliche Einheit existiert Tadschikistan seit 1924 (in seinen heutigen Grenzen seit 1929), als es innerhalb des Gefüges der Sowjetunion als eine "nationale Republik" geschaffen wurde. Gewissermaßen im Widerspruch zu dieser staatlichen Einheit steht seine starke naturräumliche Zerklüftetheit. Hohe Gebirgsriegel setzten der verkehrstechnischen Erschließbarkeit enge Grenzen und zerschneiden das Land in distinkte Regionen, mit wenig Flachland und einer ganzen Reihe von abgeschiedenen Tälern.

Garmtal

Im westlichen Rascht-Tal (Garm) - Zentraltadschikistan (Photo: © R.Eisener)

Die vier Hauptregionen des Landes spiegeln sich in seiner administrativen Großgliederung wider: 1) die Provinz Sughd im Norden (Teil des Beckens von Fergana, stand seit der 2. Hälfte des 19. Jh. unter russischer Herrschaft); 2) die Provinz Chatlon im Süden; 3) geographisch anders, nach Westen und Norden orientiert sind die "Gebiete unter direkter Regierungshoheit" in Zentraltadschikistan (die Regionen 2) und 3) gehörten beide in Form einer Reihe von Statthalterschaften bis 1920 zum Emirat von Buchara); 4) die Autonome Provinz Berg-Badachschan (die Talausgänge in ihrem Süwesten gehörten einst noch zu Buchara, das Hochgebirge und Plateau der Pamire zum Zarenreich).


Duschanbe - Vorstadtstraßen aus den 1970-1980er Jahren

traditionell modern


Photo: © R.Eisener

(Quelle: www.tajnet.com)



Staatliche und nationale Symbole



Wappen
Das Staatswappen
(seit 28.12.1993)

Die Staatsflagge Tadschikistans (rechteckiges Tuch im Verhältnis 1:2) besteht aus drei Längsstreifen, oben Rot und unten Grün in jeweils gleicher Breite, dazwischen anderthalbmal so breit ein weißer Streifen. In der Mitte des weißen Streifens befindet sich eine stilisierte goldene Krone mit 7 halbkreisförmig darüber angeordneten fünfzackigen Sternen. Die Farbe Grün steht für das Flachland und die Täler Tadschikistans, Weiß für Baumwolle, die als Hauptreichtum der Republik betrachtet wird, und für den Schnee und die Gletscher der Hochgebirge. Rot symbolisiert Völkerfreundschaft und die Einigkeit Tadschikistans.

Wappen Wappen

Das Staatswappen (links abgebildet) - auf der rechten Seite sind zum Vergleich das alte Staatswappen aus sowjetischer Zeit (1937-1991) und rechts daneben das 1992-1993 gültige zu sehen - besteht aus einer Krone mit 7 Sternen darüber (s. Flagge) vor den Strahlen einer hinter Bergen mit schneebedeckten Gipfeln aufgehenden Sonne, die von einem Kranz aus Weizenähren und einem Baumwollzweig mit geöffneten Fruchtkapseln umrahmt sind. Der Kranz ist von einem Band in den Landesfarben umwunden und im unteren Teil von einem Buch überdeckt, das auf einem Lesegestell ruht.

Hymne

In der Nationalhymne (am 7.9.1994 angenommen; ihre Melodie ist per Mausklick auf die Klaviertasten rechts zu hören) werden Wohl und Glück des freien Tadschikistan sowie innige Verbundenheit mit dem Vaterland besungen.

Denkmal

Einen augenscheinlichen Bestandteil des offiziellen nationalen Selbstverständnisses bildet die Verknüpfung tadschikischer Staatlichkeit mit der historischen Herrschaft der iranischen Dynastie der Samaniden in Transoxanien (9.-10. Jh.). In dies Selbstverständnis sind die heute in Nordostiran und in Afghanistan lebenden Tadschiken miteinbezogen (ohne dabei expansionistische Absichten zu hegen). Das nebenstehend abgebildete Denkmal (Quelle: www.tajnet.com) des ersten unabhängigen Samanidenherrschers Ismo'il ibn Ahmad (reg. 892-907) wurde anläßlich der 1999 abgehaltenen 1100-Jahrfeier der Samanidenherrschaft errichtet. Es steht an zentraler Stelle in der Hauptstadt Duschanbe, gegenüber dem Parlamentsgebäude.

Auf den untenstehenden Abbildungen ist zu sehen, was zuvor an gleicher Stelle auf dem selben Platz stand:


1990

1992

1995

Lenin Leere Firdausi
Lenin, mit der linken(!) Hand auf das Parlament weisend leerer Sockel der gestürzten Leninstatue Firdausi, der Dichter des iranischen Nationalepos (10.Jh.)
Photos: © R. Eisener

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