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Tschad
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Besonderheiten der Landesgeschichte |
Der
Tschad die Wiege der Menschheit? Seit man
den Schädel
von
Toumai
("Hoffnung auf Leben, Lebensmut"), eines ca. 7 Mio. Jahre alten
Humanoiden im Djourab gefunden hat, ist darüber eine hitzige
Expertendiskussion entfacht worden.
Vieles zur neolithischen
Periode der heutigen Sahelzone und den
spektakulären Felsenmalereien im Tibesti und Ennedi Gebirge im Norden
des Tschad
gibt es bei ennedi.free
zu
entdecken. Von der frühen Besiedelung des heutigen Tschad zeugen
ausserdem etliche Überreste von Tongefäßen und Steinwerkzeugen, die
u.a.
in der Gegend um den Tschadsee gefunden wurden. Besonders interessant
gelten dabei die Funde vom legendären Volk der Sao, das als
eine der
ältesten, eisenführenden Kulturen Westafrikas in die Geschichte
eingegangen ist und sowohl einzigartige Bestattungsgefäße herstellte,
als auch im städtebaulichen und künstlerischen Bereich wegweisend war. |
Die historischen Epochen |
In vorkolonialer Zeit wurde das Gebiet um den Tschadsee zum
Knotenpunkt des Transsaharahandels
(Haupthandelsgüter waren Salz,
Gold, Elfenbein, Gewürze und Sklaven). Die bedeutendsten
zentralistischen Reiche waren Kanem Bornou, das ab dem 8. Jahrhundert
zur
dominanten Macht in der Tschadregion erstarkt war, und Baguirmi
und Quaddai, die etwa ab dem 16. Jahrhundert Kanem die Vormachtstellung
nahmen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts versetzte der
Sklavenhändler Rabah al-Zubair aus dem heutigen Sudan die Region in
Angst und Schrecken und unterwarf weite Teile der Gebiete um den
Tschadsee. Erst den Franzosen, die Ende des 19. Jahrhunderts aus dem
Süden in die heutigen Gebiete des Tschad eindrangen gelang es im Jahr
1900, in der entscheidenden Schlacht bei Kousseri, ihm Einhalt zu
gebieten. 1884 In Berlin (Kongokonferenz) wird Afrika auf dem Papier unter den europäischen Kolonialmächten aufgeteilt. Die Gebiete des heutigen Tschad werden Frankreich zugesprochen, das Ende des Jahrhunderts damit beginnt vom Süden kommend die Gebiete zu besetzen. 1900 Die
französich besetzten Gebiete werden zum Protektorat Frankreichs, drei
Jahre später zur Kolonie der Franzosen erklärt. 1908 Die
Kolonie Tschad wird Teil des Verwaltungsgebietes von
Französisch-Äquatorialafrika. 1920 Das Gebiet
wird zur eigenständigen Kolonie erklärt. 1934 Der Aouzou
- Konflikt nimmt seinen Anfang, da die Grenzziehung nach Norden
(italienische Kolonie Libyen) von Italien nicht ratifiziert wird. 1946 Der Tschad
wird als Überseeterritorium Teil der Französischen Union (Communauté
Francaise). Im Land werden die ersten Parteien gebildet und Gabriel
Lisette gründet zusammen mit anderen, aus dem Süden stammenden
Intellektuellen die Unabhängigkeitsbewegung 'Parti Progressiste
Tchadien' (PPT). 1958 Mit
Billigung der Territorialen Versammlung wird der Tschad zur autonomen
Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft ernannt. 1960 Am 11.
August wird die Republik Tschad in die Unabhängigkeit von Frankreich
entlassen. Die neuere Geschichte wurde durch die Politik des ersten
Präsidenten des Tschad Ngarta
Tombalbaye |
Felsenzeichnung
in einer Höhle im Ennedi
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Entwicklung des heutigen Staates |
Die postkoloniale Geschichte des
Tschad war geprägt von Bürgerkriegen
und einer repressiven Staatsmacht. Nach hoffnungstragenden
Anfangsjahren kam es durch Zentralismus und Repression schon früh zu Rebellionen
in verschiedenen Teilen des Landes. Die vielfach vom
Präsidialregime gepredigte nationale Einheit wurde der kulturellen und
ethnischen Vielfalt des Landes keineswegs gerecht. Der Tschad blieb
nach
seiner Entlassung in die Unabhängigkeit ein zerrissenes Land, in dem
Menschenrechtsverletzungen und Flüchtlingsbewegungen an der
Tagesordnung waren. Idriss Déby, der heutige Präsident, erschien in den ersten Jahren nach seiner Machtübernahme 1990 als Hoffnungsträger und Erneuerer auf der politischen Bühne. Er versprach dem tschadischen Volk freie Wahlen, eine neue Verfassung und die Einberufung einer souveränen Nationalkonferenz. Durch diese sollten die Aufarbeitung der Konflikte der letzten Jahrzehnte und der Aussöhnungsprozess in Gang gebracht werden. Aber trotz der anfänglich positiven Entwicklungen sollte es erst 1996 zu den ersten freien Wahlen kommen, wobei deren Ergebnisse umstritten blieben. Der fragile Staatsapparat wird auch unter Déby weiterhin durch Rebellionen vor allem im Norden und Osten des Landes destabilisiert. Inwieweit die politischen Transformationen eine Chance für den Demokratisierungsprozess bieten können, wird im Bericht der Bertelsmann-Stiftung näher beleuchtet. Der Politologe Volker Gerdesmeier untersucht in einer Konfliktanalyse vom Dezember 2007 die Ursachen und Akteure der 'Gewaltsame(n) Konflikte im Tschad'. |
Staatsform |
Nach der Verfassung vom 14. April 1996 und in Anlehnung an das französche Modell ist der Tschad eine präsidiale Republik mit einem Mehrparteiensystem, aber mit stark autokratischen Zügen. |
Verfassung und Gewaltenteilung |
Per
Referendum wurde
die Verfassung
mit
61,5% der
Stimmen am 31. März 1996 vom Volk angenommen. Erarbeitet wurde sie
von der Souveränen Nationalkonferenz während einer
dreijährigen Übergangsphase. Ihre Aufgabe wurde jedoch
dadurch erschwert, dass sie zunächst die vorangegangen
jahrzehntelangen gewalttätigen Konflikte aufarbeiten musste. Jedoch wurde von der Regierungspartei MPS seit 2000 eine Verfassungsänderung |
Formaler Staatsaufbau
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In der Verfassung sind die rechtlichen Grundlagen für
Gewaltenteilung, Mehrparteiensystem, Grundrechte und Dezentralisierung
festgeschrieben, wobei z.B. für letzteres die Bedingungen noch
nicht alle erfüllt sind. Zwar wurden im September 1999 28 Départements
und 108 (städtische) Gemeinden als neue Verwaltungseinheiten
gebildet, diese sind jedoch noch nicht alle funktionstüchtig. So
wurde die 2. Parlamentskammer, d.h. der Senat als gesetzgebende Gewalt
und Repräsentant der
Gebietskörperschaften, bis jetzt nicht geschaffen. Die Nationalversammlung (Assemblée Générale) als 1. Parlamentskammer hat 155 Abgeordnete |
Der oberste Repräsentant des Staates |
![]() Staatspräsident
Idriss
Déby Itno (Biographie)
Biographische Daten:
Geboren 1952 in Berdoba/ Ennedi
(Sous-Préfecture Fada); Muslim
und Angehöriger der Ethnie der Zaghawa; besuchte u.a. die
Offiziersschule in N´Djaména und absolvierte bis 1976 eine
Pilotenausbildung in Frankreich; nach der Machtübernahme durch
Hissène Habré 1982
Armeeoberbefehlshaber; 1985, nach dem Besuch der französischen École
de Guerre, Berater Habrés für "Innere Sicherheit und
Verteidigung"; nach dem 1. Putschversuch im April 1989 Flucht in den
Sudan, von dort aus im Dezember 1990 als Anführer der
Rebellenbewegung Mouvement
Patriotique du Salut (MPS) Eroberung der Macht in
N´Djaména; seit 4.
Dezember 1990 Präsident, am 4. März 1991 offiziell vereidigt;
umstrittener Sieg bei den Präsidentschaftswahlen am 2. Juni/
3. Juli 1996,
am 20. Mai 2001 und 3. Mai 2006. Die offizielle
Webseite des Präsidenten
ist seit kurzem wieder online, ebenso informiert die Primature
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Recht, Ordnung und staatliche Sicherheit |
Der
Staatspräsident ist Oberbefehlshaber der
Streitkräfte und Chef des Ministerrats (Regierungskabinett) und
ernennt als solcher den Premierminister, der seinerseits die Regierung
bildet. Der vorletzte Premierminister,
Mussa Faki Eine chronologische Liste aller Präsidenten und Premierminister sowie der französischen Gouverneure finden Sie hier. Der Präsident wird für fünf Jahre in Direktwahl nach Mehrheitswahlrecht gewählt, wobei es ggf. zur Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten kommen kann. Die durch das Parlament und per Referendum vom Volk angenommene Verfassungsänderung erlaubt dem Präsidenten seit 2005 die Ausübung mehrerer Mandate. Die Justiz ist formell unabhängig, steht jedoch unter dem Druck der Exekutive und ist auch durch Korruption bedroht. Das höchste Gericht, der Cour Suprême und die Révue Juridique geben Einblicke in einige Rechtsfälle. |
Die
Begrüßungszeremonie aus Anlass der Einführung des
neuen Präfekten des Département Hadjer Lamis
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Machthaber und Machtgruppen |
Mit
der Einführung des Mehrparteiensystems
haben sich dutzende
Parteien gebildet. Ihre Wählerbasis beruht zumeist auf ethnischer
Zugehörigkeit, die sich über die regionale Herkunft
des jeweiligen Kandidaten definiert. Die wichtigste und beherrschende
politische Kraft ist die vom Staatspräsidenten
geführte
Mouvement
Patriotique du Salut (MPS), die derzeit mit 110 von 155 Abgeordnete
im
Parlament vertreten ist. Die wichtigsten legalen Oppositionsparteien wie z.B. die UNDR von Kebzabo oder die FAR von Yorongar, die mit weiteren vier Kandidaten |
Politische Auseinandersetzung und MachtkämpfeJüngste Krisen und Konflikte
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Seit 2005 sieht sich die Regierung Déby einer
immer stärker werdenden Oppositon auch aus den inneren Reihen der
Macht ausgesetzt. Öffentliche
Streiks wegen lang ausbleibender Lohn- und Rentenzahlungen, desertierende
Militärs sowie Vorwürfe wegen Zwangsrekrutierungen
sind im Kontext des Konflikts
mit dem Sudan, der Flüchtlingskrise im Darfur und
Osttschad sowie dem Konflikt
mit der Weltbank zu sehen. Die Regierung des
Tschad hat den Vertrag über die Finanzierung eines Zukunftsfonds
Die außerparlamentarische und bewaffnete Opposition (runterscrollen; les politico-militaires) mit ihren wechselnden Allianzen sorgt, wie in den letzten Jahren die MDJT unter Youssouf Tougouimi, durch militärische Herausforderung der Zentralregierung immer wieder für politische Unruhen. Eine weitere Oppositionspartei ist u.a. die MDD. Die sich verstärkt aus dem Clan der Zaghawar formierende Opposition aus fahnenflüchtigen Militärs und Rebellengruppen im Osten des Tschad haben bereits 2006 zu einer ersten übergreifenden Allianz, der "Socle pour le changement, unité nationale et démocratie" (SCUD), geführt, die Spekulationen über ein Ende der Ära Déby? 2007 und 2008 haben sich die Auseinandersetzungen weiter verschärft und eskalierten in der jüngsten Rebellenoffensive am 2. und 3. Februar, in der die Hauptstadt N'Djaména kurzzeitig eingenommen wurde. Durch die Unterstützung französischer Truppen konnte sich das Regime Déby einmal mehr an der Macht halten. Die chaotische Situation während und nach den Kämpfen nutzte das Regime für sich, um willkürliche Verhaftungen von Oppositionspolitikern und Menschenrechtsaktivisten vorzunehmen. Zehntausende flüchteten nach den Kämpfen in N'Djaména in das nahegelegene Kousseri nach Kamerun, wo sie behelfsmäßig in Notunterkünften untergebracht wurden. Die Instabilität des Landes nimmt zu, trotz eines erneuten Friedensabkommen zwischen Déby und Bashir - das letzte am 13. März auf dem Gipfel der AU geschlossen und zwei Wochen später schon wieder gebrochen. Ende März 2008 haben sich die wichtigsten Rebellengruppen (UFDD, RaFD und FUC), die bei dem Sturm auf N'Djaména beteiligt waren, zu einer neuen Allianz |
Der
ehemalige
Bürgermeister Djabou bei der Aufführung eines
Theaterstücks zur
"Sensibilisierung" der Bevölkerung
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Wahlen |
Präsidentschaftswahl
2006: Schon im
Vorfeld der Wahlen, im April des Jahres, brachte eine Rebellenoffensive
das Land an den Rand eines Bürgerkriegs. Die FUCD
unter Mahamat
Nour Abdelkerim maschierte am 13. April 2006 in N`Djaména ein, um das
Regime
Déby zu stürzen und konnte nur mit Hilfe französischer
Unterstützung abgewehrt werden. Trotz heftiger Proteste und
dem Boykott
der Opposition |
Aussenpolitische Themen
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Konfliktherd
Darfur: Der Konflikt
in der Grenzregion zum
Sudan hat sich in den letzten Jahren zunehmend unter Beteiligung von Janjawid
verschärft. Dabei hat er sich über
die Grenze in den Tschad ausgeweitet und mittlerweile auch die Zentralafrikanische
Republik ergriffen. Aufgrund des grenzüberschreitenden
Konflikts und der daraus resultierenden Flüchtlingskrise haben
sich im Tschad auch interkommunale
Auseinandersetzungen zwischen Viehhaltern und Ackerbauern um die
überstrapazierten Resourcen entwickelt. Aufgrund der schwierigen
Sicherheitslage haben die Hilfsorganisationen
ihr Personal stark reduziert oder sich ganz zurückgezogen. |
Das Land im regionalen und internationalen Kontext
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Flüchtlingskrise: Der seit dem
Jahr 2003
andauernde Konflikt in Darfur hat ca. 235.000 Menschen aus dem
Westen des Sudan auf der Suche nach Sicherheit über die Grenze in
den Tschad fliehen lassen. Trotz diplomatischer Bemühungen und
politischem Druck seitens der UN und AU sowie einzelner Regierungen hat
sich die Sicherheitslage in Darfur bisher nicht wesentlich
verbessert. Die Entsendung von internationalen
Friedenstruppen und der 2008 eingesetzten Eufor-Friedenstruppe
gestaltet sich sehr schwierig.
Die Versorgung der
über eine Million
Binnenvertriebenen (IDPs) im Sudan durch UN- und Hilfsorganisationen
wird immer
stärker beeinträchtigt. In der Region Ouaddai/ Biltine (Osttschad) wurde im Mai 2005 das 12. Flüchtlingscamp eröffnet. Die meisten der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Die Lage hat sich für sie bezüglich der Grundversorgung einigermaßen stabilisiert. Dennoch besteht gerade in den sensiblen Bereichen der Ressourcennutzung von Wasser, Holz, Acker- und Weideland noch weiterer Handlungsbedarf, um Konflikte zwischen lokaler Bevölkerung und Flüchtlingen zu vermindern. Beim UNHCR finden Sie Statistiken und Übersichtskarten sowie die neueste "Real-time evaluation of UNHCR's IDP operation in Eastern Chad" und bei IRIN-News aktuelle Berichte zur Situation in der Region . Mit der Dafur-Krise im Zusammenhang steht auch ein fehlgeschlagener Putschversuch gegen Déby im Mai 2004, der aus dem engeren Kreis seiner eigenen Ethnie heraus, den Zaghawer, durchgeführt wurde. Interne Konflikte um die Verfassungsänderung und damit auch um die Nachfolgeregelung des Präsidenten haben dabei ebenso eine Rolle gespielt. Déby wollte trotz verstärkten Widerstands aus den eigenen Reihen seinen Sohn als Nachfolger aufbauen, der jedoch aus nicht geklärten Gründen im Juli 2007 in Paris ums Leben kam. Im April 2006 kam es zum Angriff einer Rebellengruppe auf N'Djaména, der aber von der Regierung und angeblich unter Mithilfe der Französischen Armee zurückgeschlagen werden konnte. All diese Faktoren zusammengenommen haben zu einer Schwächung der Position Débys geführt, die sich durch den erneuten Rebellenangriff im Februar 2008 weiter fortsetzt. Seit Juni 2005 finden auch im Süden des Tschad wieder größere Flüchtlingsbewegungen aufgrund der unsicheren Lage im Norden der Zentralafrikanischen Republik statt. Bei dieser Krise im Schatten der Darfur-Krise sind bisher mehr als 60.000 Menschen über die Grenze geflüchtet. |
![]() Das Camp Touloum bei Iriba
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Medien |
Radio:
Das am
weitesten verbreitete Medium als Informationsquelle und
Nachrichtenübermittlung ist immer noch das Radio. Der staatliche
Hörfunk RNT sendet v.a. in den Sprachen Französisch, Arabisch
und Sara, aber auch in anderen Landessprachen. Auf diese Weise werden
alle gesellschaftlichen Ereignisse wie z.B. Todesanzeigen,
Schulabschlüsse, berufliche Beförderungen, festliche
Ereignisse etc. bekannt gegeben. Auf Dorf- und Stadtebene wird diese
Aufgabe nach wie vor auch von Crieurs
Publiques Neben den internationalen Stationen wie RFI, Africa No.1 gibt es andere unabhängige Sender wie z.B. Radio FM Liberté, das von mehreren tschadischen Menschenrechtsgruppen gegründet wurde und, wie auch Radio Brakoss, wiederholt staatlichen Übergriffen und Schließungen ausgesetzt ist. Presse: Neben der staatlichen Nachrichtenagentur ATP und der regierungsnahen Tageszeitung Le Progrès gibt es noch einige unabhängige bzw. oppositionelle Zeitungen, die meist wöchentlich in einer Auflage von ca. 3.000 Stück erscheinen. Zu den wichtigsten zählt N´Djaména Bi-Hebdo, die von dem Oppositionspolitiker Saleh Kebzaboh gegründet wurde. Weitere Zeitungen sind Le Temps und L´Oservateur sowie das monatlich erscheinende Politik- und Kulturmagazin Tchad et Culture (über www.cefod.org zu erreichen). Insgesamt gibt es ca. 30 Printmedien, darunter einige zielgruppenspezifische wie z.B. La voix du paysan. Die Verhaftung von Jounalisten der Zeitungen Le Temps und L´Oservateur im Juni 2005 haben internationale Proteste hervorgerufen. Mit der Verschärfung des Konflikts haben auch die Presse und Medien mit stärkeren Einschränkungen zu kämpfen. Kritische Journalisten müssen daher mit Repressalien und Verfolgung rechnen. Fernsehen: Es existiert nur ein staatliches Programm von Télé-Tchad, das ab nachmittags in Französisch und Arabisch sendet. Die mangelnde Infrastruktur und geringe Kaufkraft stehen einer größeren Verbreitung entgegen. |
Menschenrechte |
Menschenrechte spielen
in der kritischen einheimischen
Berichterstattung eine wichtige Rolle. Es haben sich bereits mehrere
couragierte einheimische Menschenrechtsorganisationen gebildet,
darunter die ATPDH (Association
tchadienne
pour la promotion et la défense des droits de l'Homme) der
Aktivistin Jaqueline
Moudaina (Preisverleihung).
Amnesty International dokumentiert in ihrem Jahresbericht
2007 u.a. verschiedene Menschenrechtsverletzungen wie
willkürliche
Verhaftungen, Misshandlungen, Zwangsrekrutierungen
sowie die Einschränkung
der Presse- und Meinungsfreihei. Nach 12 Jahren wurden 2003 wieder Hinrichtungen
durchgeführt. Auch in 2004
wurden Todesurteile verhängt, aber nicht vollstreckt. Einen Überblick
für 2006 findet man bei Human Rights Watch. Ein zentrales Problem besteht darin, dass die Straftäter häufig nicht gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden (impunité). Besonderer Form von Gewalt sind vor allem Frauen in den Flüchtlingsgebieten ausgesetzt, da sexuelle Gewalt als Kriegsstrategie eingesetzt wird. Die Untersuchungen zu den Menscherechtsverletzungen unter der Herrschaft von Ex-Präsident Hissène Habré ("Le jugement de Hissène Habré") Auf Bitten der AU soll Senegal - wo sich Habré die letzten Jahrzehnte im Exil befand - die Durchführung des Gerichtsverfahren gegen Habré übernehmen und wird dabei von der EU unterstützt. Nach der jüngsten Rebellenoffensive Anfang Februar 2008 kam es zu willkürlichen Verhaftungen und Bedrohungen von Oppositionellen, Regimekritikern und Menschenrechtsaktivisten durch die Regierung. |
![]() Minenfeld im Ennedi
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