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Tunesien
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Landes-
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(Quelle: Magellan Geographix, ST. Barbara, Ca.)
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Lage
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Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas,
nur 140 Kilometer von Sizilien entfernt, die "Briefmarke des Maghreb", und erstreckt sich zwischen dem Mittelmeer
und der Sahara sowie zwischen den beiden Nachbarländern Algerien (westlich) und Libyen
(östlich).
Es ist Bestandteil des Maghreb
(im Gegensatz zum sog. Maschrek)
und mit einer Größe von 163.610 km² weniger als halb
so groß wie Deutschland.
Die größte Nord-Süd-Ausdehnung zwischen Cap Blanc im Norden bei Bizerte
und der Grenzstation Bordj el Khadra im Süden (im militärischen Sperrgebiet am Dreiländereck
zwischen Tunesien, Libyen und Algerien)
beträgt rund 897 km, die größte Ost-West-Ausdehnung zwischen der Insel Djerba und Nefta
etwa 330 km. Tunesien hat eine ungefähr 1.300 km lange Küstenlinie am Mittelmeer; das Land ist von seiner geographischen und geopolitischen Lage her vielfältigen interkulturellen Einflüssen ausgesetzt. Das milde maritimes Klima im Gegensatz zur schroffen Wüstenlandschaft im Süden, die phönizisch-händlerische Tradition, andalusische Zuwanderung, der koloniale Einfluß sowie die verschiedenartien islamischen und berberischen Strömungen historischer oder neuzeitlicher Prägung vereinigen sich zu einem bemerkenswerten und faszinierenen kulturellen, geographischen und ästhetischen Panorama. |
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Grund-
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Tunesien ist gemäß seiner Verfassung (Art. 1) eine islamisches Republik, die Landessprache ist Arabisch.
Von Inwent werden auch
Online-Hilfen beim Einstieg in
die arabische Sprache angeboten. Das gessprochene Arabisch in Tunesien und den anderen arabischsprachigen Ländern unterscheidet sich allerdings erheblich untereinander; noch größer sind die Unterschiede zum geschriebenen Hocharabisch, wie es sich im Koran findet. Zuverlässige Kennziffern und Basisinformationen sind u.a. in tabellarischer Form über einen renommierten amerikanischen Nachrichtendienst bzw. auch - mehr oder weniger zuverlässig- über die tunesische Regierung zu beziehen. Qualitativ bewertende Verfahren stellen demgegenüber erhebliche Anforderungen an die Erfassung der gesellschaftlichen Komplexität eines Landes. Der interessante Versuch, beide Verfahren zu kombinieren, um den entwicklungspolitischen Fortschritt eines Landes anhand von nachprüfbaren Fakten zu bewerten, um zu einer qualitativen Bewertung zu gelangen, kommt im Fall Tunesiens für 2006 zu dem Fazit: Stagnation und leichte Verschlechterung bezüglich des Wandels hin zu einer demokratischeren Gesellschaft. Nach außen hin ist vor allem die Stabilität und innere Sicherheit wahrnehmbar, wobei Tunesien im internationalen, insbesondere innerarabischen und innerafrikanischen Vergleich sehr gut positionniert ist:
© "Jeune Afrique", 3.6.2007, S.8 Die Institution des nationalen Ombudsmanns gibt den Bürgern das Recht, sich bei ihm über staatliches Handeln zu beschweren und ihn als eine anerkannte Vermittlungsinstanz einzuschalten. Es ist davon die Rede, diese Beschwerdeinstanz zu dynamisieren (La Presse, 2.6.2008, S. 1). Allerdings ist der Ombudsmann, der auch gleichzeitig Präsident der internationalen Organisation der Mediateure und Ombudsmänner ist, direkt dem Präsidenten unterstellt und hat keine erweiterten Kompetenzen, insbes. keine Sanktionsmöglichkeiten den Behörden gegenüber. Die soziale Situation ist bis hinein in die vergleichsweise breite Mittelschicht erheblich angespannt; wie von der anderen Seite des sozialen Spektrums her, aus gewerkschaftlichem Blickwinkel, betont wird. In jüngster Zeit kam es zu Unruhen in der Region von Gafsa im Süden Tunesiens im Zusammenhang mit Preissteigerungen für Lebensmitteln und Rationalisierungen in den Phosphat-Minen. |
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Geograhpie
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Wenn auch die mediterrane Klimaprägung in den küstennahen Hauptwohnorten dominiert, so ist
im Landesinnern der kontinentalafrikanische Einfluß deutlich zu spüren.
Das Klima in Tunesien
unterscheidet sich nach verschiedenen Klimazonen:
von der fruchtbaren, vergleichsweise milden und regenreichen küstennahen Region (Littoral) über die
semi-aride Zone in der Mitte bis hin zum wüstenartigen, im Sommer sehr heißen Kontinentalklima in der
schon in die - vielfach steinige - Sahara übergehende Südregion des Landes.
Littoral (Bergregion in Küstgennähe im Norden, Juni 2008 (eigenes Foto)
Weinanbau bei Mornag (eigenes Foto)
Typische Olivenplantage im Littoral (eigenes Foto)
Kaktusfeigen bei Mornag im Littoral (eigenes Foto) |
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Ökologische
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Die wirtschaftliche und demographische Entwicklung,
die rasche Urbanisierung, die ressourcenintensive Industrialisierung
und die Expansion der Bewässerungslandwirtschaft haben zu einer erheblichen Belastung der
Umwelt und zu einer
Verknappung natürlicher Ressourcen geführt. Müllbeseitigung und Abwasserentsorgung sind verbesserungsbedürftig, Straßen, Plätze und Strände mit Plastikflaschen und -tüten sowie diversem Hausmüll verunreinigt.
Mit Müll verunreinigte Stranddüne in Badegegend bei Hamam Lif Juni 2008 (eigenes Foto)
Abwassereinleitung und die am Strand häufig anzutreffenden Reifenspuren in Badegegend bei Hamam Lif Juni 2008 (eigenes Foto) |
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Sozialgeo- graphische Gegeben- heiten |
Tunesien kennt keine "Explosion" seiner Bevölkerung - der Anstieg blieb seit der Unabhängigkeit
moderat (s.u.). Gegenwärtig ist die Bevölkerung überwiegend jung. Da aber die Geburtenrate deutlich
abgenommen hat, ergeben sich auf mittlere und lange Sicht die gleichen, bekannten Problme
einer "alternden" Gesellschaft wie in anderen entwickelten Ländern auch. Trotz aller staatlichen Entwicklungsbemühungen bestehen weiterhin Disparitäten zwischen den Städten des Nordens bzw. des küstennahen "Littoral" in Mittel- Süd- und Nordwesttunesien gegenüber den sog. "zones d'ombres". Es sind deutliche soziale, wirtschaftliche und ethnische Ungleichheiten zu konstatieren; trotz aller Bemühungen kommt es zur Fragmentierung der Bevölkerung nach Herkunft, Wohnort und sozialer Zugehörigkeit, insbes. im ländlich-kleinbäuerlichen Milieu. Die Landflucht ist in vollem Gange; das Umland von Tunis und anderen Wachstumspolen wird laufend durch weitere, aufsteigend numerierte Vorstädte (El Mourouj 1-9, El Menzah 1-9 etc.) erweitert, um die Zuwanderer aus den ländlichen Zonen aufzunehmen.
Bauboom in den urbanen Zentren, hier La Marsa bei Tunis (eigenes Foto) |
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Flagge
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Die oben links wehende Landesfahne lehnt sich an die ottomanische Phase der
Geschichte an. Rote Farbe, Stern und Halbmond waren Symbole des osmanischen
Imperiums und finden sich in verschiedenen Ländern islamischer Tradition.
Sogar während des französischen Protektorats von 1881 - 1956 wurden sie verwendet.
Ursprünglich aus dem hellenischen Kult der Diana stammend, wurden Stern und Halbmond
im 15. Jahrhundert vom Islam vereinnahmt. Der weiße Kreis repräsentiert die Sonne.
Die tunesische Nationalhymne , ein Revolutionslied aus der Zeit des Kampfes für die Unabhängigkeit, bedeutet "Verteidiger des Vaterlandes" und ist in Tunesien häufig zu hören, nämlich allmorgendlich um 8 Uhr pünktlich zum Schulbeginn, wenn die angehenden Staatsbürger mit diesem Symbol des Staates und Landes vertraut gemacht werden und die Hymne weithin hörbar verbreiten. Die Hymne können Sie hier mit der entprechenden Ausrüstung (Soundkarte, Lautsprecher, Abspielsoftware) auch hören. Sofern eine aktuelle Version der Abspielsoftware "Real-Player" samt zusätzlicher Plugins vorhanden ist , steht auch eine gesungene sowie traditionell instrumentalisierte Version zur Verfügung. |
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