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Uganda
Seite 4: Gesellschaft, Kultur & Religion

Makrosoziale Struktur

Uganda Flagge

Die Landesflagge
© 3 dflags.com

Bevölkerungszahlen und Demografie

Uganda's Bevölkerung von derzeit 29,9 Millionen lebt vorwiegend in den ländlichen Regionen. Die höchste Bevölkerungsdichte ist im Süden des Landes.

Kinder, Uganda
Kinder in Uganda
Bild: © N. Lotz

Daten und Datenbanken zur Bevölkerung Ugandas finden Sie beim US Census bureau, beim UN department of economic and social affairs, bei der Weltbank oder beim Uganda Bureau of statistics. Bei earthtrends finden Sie übersichtliche Grafiken über die demografische Entwicklung in den letzten 25 - 50 Jahren, z. T. vorausschauend bis zum Jahr 2025.

Ethnien Ugandas



Mädchen Karamoja

Mädchen, Karamoja
© Bild: A. Fennel





















Korbflechter
Korbflechter in Karamoja
© Bild: A.Fennel



Uganda ein Vielvölkerstaat

Uganda ist wie die meisten afrikanischen Länder ein Vielvölkerstaat. Die Bevölkerung ist ethnisch, kulturell, sprachlich und religiös heterogen und komplex.  Im Land leben ca. 40 Nationalitäten (Ethnien), die aufgrund ihrer Kultur und Sprache zwei Hauptblöcke bilden: die Bantuvölker im Süden und die Niloten und Nilohamiten im Norden.
Sind Sie an mehr Informationen zu Ugandas Ethnien interessiert, besuchen Sie die Seite des african study Centres.

Karte Ethnien
© My Uganda
Karte Ethnien Uganda, bitte anklicken

Zahlenmäßig stellen die Bantu die größere Volksgruppe dar. Die Baganda stellen mit 18 % die größte ethnische Gruppe Ugandas. Die Bedeutung des Königreichs Buganda ist bis heute spürbar und hat die Geschichte Ugandas schicksalhaft bestimmt. Auf der Homepage des Königreichs Buganda finden Sie umfassende Informationen zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Monarchie.

Die Karimajong: Einen krassen Gegensatz zu den relativ gut entwickelten Regionen des Südens finden Sie in Karamoja, im Nord-Osten des Landes. Hier ist augenscheinlich die ärmste, trockenste und am meisten unterentwickelte Region Ugandas. Dieser Landesteil ist semi-arid, die Landschaft geprägt durch Savannen-Grasland und das Klima ist trockenener, heisser, stürmischer und somit erschwert bewohnbarer als der Rest des Landes. Die Karimajong sind Niloten und leben als Halbnomaden in einem komplizierten Clansystem zusammen. Die Viehhaltung ist existentiell und nimmt - für viele Nicht-Karimojong kaum verständlich - abgesehen vom ökonomischen Wert, die wesentliche Stelle im kulturellen wie religiösen Leben ein. Vor allem während der Trockenzeit ziehen die Männer mit ihren Herden oft viele Kilometer täglich auf der Suche nach Weideland und leben in temporären Camps, während Frauen, Kinder und alte Menschen in den Doerfern bleiben, wobei auch jene aufgrund der einfachen Bauweise jederzeit in wirtlichere Gegenden verlegbar sind. Mobilität ist ein essentieller Bestandteil der Lebensweise der Karimojong.

Kral Karamoja

Kral in Karamoja
© Bild: A. Fennel
Hunger auf der einen und Unsicherheit auf der anderen Seite fördern sich gegenseitig. Trotz der hohen Anzahl von Militär in der Region sind Überfälle, Viehraubzüge und ethnische Konflikte an der Tagesordnung. Seit vielen Jahren versucht die Regierung die Karimajong zu entwaffnen Allerdings führte der Einsatz von Militär mit ihren Waffen seither nur zu neuer Gewalt.
Weitere Information zu Karamoja finden Sie bei eldis. Beachten Sie auch die eindrucksvollen Bilder dieser Region.

Bei Nationmaster finden Sie eine detaillierte Übersicht über die Ethnien, bei Ethnologue. eine Karte zur Verteilung der Sprachen Ugandas.

Geschlechter- verhältnis

Die Gender Situation

Die Gender-Situation in Uganda unterscheidet sich nicht grundlegend von der in anderen afrikanischen Staaten. Hohe Müttersterblichkeit, unterdurchschnittlich niedrige weibliche Alphabetisierungsraten und die weit stärkere Arbeitsbelastung von Frauen im Vergleich zu der von Männern sind hier nur einige Stichworte. Traditionelle Gesetze und Praktiken beherrschen immer noch die ugandische Gesellschaft, obwohl die in 1995 ratifizierte demokratische Verfassung die Gleichheit der Geschlechter zusichert.
So gehören auch heute noch Unterdrückung, überdurchschnittliche Arbeitsbelastung, Gewaltanwendung durch den Ehepartner und Vergewaltigung zum Alltag der Frauen in Uganda.

Frauen im Mt.Elgon Nationalpark

Frauen beim Holztransport, Mt. Elgon Nationalpark
© Bild: H. Steinhoff

Einen ausführlichen Bericht über häusliche Gewalt und Aids finden Sie bei Human rights News.
Doch es gibt auch positives von Ugandas Frauen zu berichten. So setzen sich die Frauen im Tororo Distikt im Osten des Landes dafür ein, dass der Brautpreis abgeschafft wird.

Besuchen Sie die Homepage einer ugandischen NGO für Frauenförderung: Action for Development (ACFODE). Ein Ziel von ACFODE ist die rechtliche Gleichstellung der Frauen. Ebenfalls empfehlenswert ist die Seite des Women of Uganda Networks WOUGNETmit vielen Informationen zu Frauenorganisationen, Frauen in der Politik, Publikationen u.v.m.

Das UNDP präsentiert alljährlich den Human Development Index. Daraus abgeleitet werden zwei „Gender sensitive" Indizes: der Gender-Related Development Index (GDI) und ein Gender Empowerment Measure (GEM). Hierzu finden eine gut aufgemachte Tabelle. Beim GDI liegt Uganda auf Platz 109 von 140 untersuchten Staaten, zum GEM liegen keine Angaben vor.

Altersgruppen

Uganda Child Rights NGO Network

Uganda child Rights NGO Network

Altersgruppen

Ugandische Frauen gebären mit 7,1 Kindern pro Frau die meisten Kinder im ost- und südafrikanischen Vergleich. Neunundsiebzig von tausend Babies unter einem Jahr sterben bevor sie ein Jahr alt sind. 23 % der Kinder unter 5 Jahren sind untergewichtig. Mit 15 Jahren sind schon 17 % der Mädchen verheiratet, die Hälfte der jungen Frauen heiraten kurz bevor sie 18 Jahre alt werden. Weitere Daten finden Sie im Uganda country data profile der Weltbank.
Uganda hat vorbildliche Gesetze um die Kinder zu schützen, doch die Umsetzung ist oftmals mangelhaft. Hier leisten NGOs gute Hilfe, wie z. B. das Uganda Child Rights NGO Network.
Von was träumen ugandische Kinder? Greenpeace interviewte 6 Kinder über ihre Zukunftsvisionen.

Mikrosoziale Struktur























































Polytechnic school Mbale
Polytechnische Schule
in Mbale
© Bild: N.Lotz

Bildung

Mehr als die Hälfte der Menschen in Uganda sind jünger als 15 Jahre. Nur wenige von ihnen haben Chancen auf einen guten Schulabschluß und eine Berufsausbildung die ihnen einen guten Lebensunterhalt garantieren würde.

Schule in Uganda
Schule in Uganda
© Bild N. Lotz

Die Struktur von Ugandas Bildungssystem besteht aus sieben Jahren Grundschule, der eine 4 jähriger Phase der Mittelschule und eine 2 jährige Phase der Oberschule folgt. 3 bis 5 Jahre werden im folgenden für ein Hochschulstudium veranschlagt. .

Grundschulbildung
Die Nachfrage nach Grundschulbildung erhöhte sich enorm nachdem 1997 freie Grundschulbildung für 4 Kindern einer jeden Familie eingeführt wurde. Die Schülerzahlen stiegen um über 2,5 Millionen auf ca. 6.8 Millionen im Jahr 2000. Dennoch, die Qualität der Grundschulbildung leidet bis heute, mit überfüllten Klassenzimmern, schlecht ausgebildeten Lehrern und schlechtem Schulmanagement. Laut UNICEF beenden 2/3 der Grundschüler die Schule frühzeitig und ohne Abschluß. Am schlimmsten ist die Situation in Norduganda. In 18 Distrikten des Nordens sollen nun 1,3 Millionen Kinder die Chance auf eine Schulbildung erhalten.

Sekudarschule

Seither konnten nur wenige Jugendliche die Sekundarschule besuchen. Die Kosten von durchschnittlich 130 $ pro Jahr können viele Eltern nicht aufbringen. Seit 2007 gibt es nun ein neues Programm: Universal Secondary Education. Damit sollen die Schülerzahlen von 150000 (2006) auf 380 000 mehr als verdoppelt werden. Über 1000 staatliche und private Schulen wurden für das Programm ausgewählt.

Berufsbildung

Lange Zeit war das Berufsbildungssystem Ugandas sehr unzureichend. Immer noch gibt zu wenige staatliche Berufsschulen. Zudem ist die Ausstattung der Bildungseinrichtungen oftmals mangelhaft, das Management und Lehrpersonal schlecht ausgebildet. Um die Situation zu verbessern, hat die Bundesrepublik DeutschlandBerufsbildung zu einem Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit Uganda gemacht. In letzten Jahren konnten berits einige Fortschritte erreicht werden. So werden von Ugaprivi (Uganda Association of Private Vocational Institutions) landesweit private Ausbildungszentren betreut und unterstützt.
Ein neues Schlagwort nennt sich "Universal Post-Primary Education and Training" (UPPET) . Hierbei ist neben der Finanzierung der Sekundarschule durch den Staat die Unterbringung junger Menschen in einer adäquaten berufsbildenden Einrichtung, die ihren Grundvoraussetzungen und ihren Kompetenzen entpricht, ein wichtigstes Ziel im Kampf gegen die Armut.
Junge Menschen danken es mit Eigeninitiative, die ihnen vielmals ein Einkommen ermöglicht, wie ein Beispiel aus einem von der GTZ geförderten Projekt zeigt.

Informieren Sie sich über die aktuelle Situation im Bildungswesen beim Ministry of ecucation, oder besuchen Sie die informativ und attraktiv gestalteten Seiten von market Uganda mit links zu vielen Schulen und Universitäten.

Hochschulbildung

Nur wenige Sekundarschulabsolventen können mit einem Stipendium kostenfrei an den zahlreichen Universitäten Ugandas studieren. Für alle anderen ist der Besuch einer Hochschule eine sehr teure Angelegenheit. Einen Überblick über Ugandas Hochschulbildung und die unterschiedlichen Universitäten finden Sie bei University Grants Commission. .

Non-formale Bildung und Erwachsenenbildung

Mehr zur Aktion "Bildung für Alle", finden Sie auf einer Seite des Afrikahauses: Unterricht unter dem Mangobaum. Besonders wenig Chancen auf Bildung haben Kinder in Karamoja. Eine alternative Basiserziehung ABEK bringt Chancen für Kinder, die ansonsten mit dem Hüten der Tiere bzw. dem Bewältigen des Alltags vollauf beschäftigt wären. Eine Übersicht über Institutionen, die in Uganda in der Erwachsenenbildung tätig sind, finden Sie beim iiz-dvv (Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes).

Gesundheit

Gesundheitsversorgung

Im Gesundheitssektor hat Uganda in den letzten Jahren nur wenig Fortschritte erzielt. Die Kinder- und Müttersterblichkeit ist nach wie vor hoch, die Anzahl neuer Tuberkuloseer- krankungen alarmierend. Im Rahmen des Health Sector Strategic Plans (HSSP) wurden durch die Schaffung von Health Sub Districts (HSC)- jedes mit einem besser ausgerüsteten Gesundheitszentrum oder Krankenhaus - eine Dezentralisierung des Gesundheitssektors erreicht. Außerdem werden nun kostenfreie Minimum-Gesundheitsvorsorge-Packages (sofern vorhanden!) zur Verfügung gestellt, z. B. für Gebärende. Verbesserte Ausbildungen u.a. für Gesundheitsassistenten und sog. Comprehensive Nurses sollen ebenfalls zu einer Verbesserung der Gesundheitssituation in Uganda beitragen.
Informationen über das ugandische Gesundheitswesen finden sich auf der regierungsamtlichen Homepage des Gesundheitsministeriums.

Mbale Hospital
Medizinstudenten im Hospital in Mbale
© Bild: N.Lotz

HIV/Aids

In der öffentlichen Meinung gehören Uganda und AIDS zusammen wie ein Zwilling zum anderen. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Uganda -- nicht zuletzt durch den Einsatz Präsident Yoweri Musevenis -- diese Krankheit nicht tabuisiert hat, d.h. dass auch Zahlen über die Verbreitung von Aids nie unter Verschluß gehalten wurden. Durch diese Offenheit, die nicht zuletzt viele namhafte AIDS-Forscher und Hilfsgelder ins Land brachte, konnte Uganda eines der fortschrittlichsten AIDS - Bekämpfungsprogramme der Welt aufbauen. Bereits 1987 wurde von Betroffenen die Aids-Organisation TASO gegründet, die bis heute in der Beratung der von HIV/Aids betroffenen Menschen, dem sog. councelling sehr engagiert ist.

Neuerdings gibt es das erste Straight Talk Radio Ostafrikas in Kampala mit AIDS Aufklärung -- die beste Waffe gegen die sozio-ökonomischen Ursachen der Krankheit.
Hunderte aidskranker Eltern in Uganda haben in den vergangenen Jahren "Erinnerungsbücher" für ihre Kinder verfaßt. Einen kurzen Auszug aus dem Buch von Henning Mankell, "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt" finden Sie bei faz net.

Aids
Aufklärungsplakat: Ermunterung den HIV-Status zu wissen.
© Bild: G. Ehrler
Dennoch hat AIDS nach wie vor verheerende volkswirtschaftliche Auswirkungen: Im Grunde muss man für jeden benötigten Arbeitsplatz zwei Leute ausbilden, da man davon ausgehen kann, dass einer von ihnen in den nächsten 10 Jahren an AIDS stirbt. Wenn Sie dieses Thema mehr interessiert, besuchen Sie bitte auch die Homepage der Uganda AIDS Commission

Kulturelle Identitäten

Beschneidung

Darstellung der Beschneidung der Jungen (in Sebei und Bugissu) © Bild: N.Lotz



Kinder malen
Nachwuchskünstler:
Waisenkinder malen ihre Welt (Salem Kinderdorf Feb 07)
© Bild: N.Lotz

kulturelle Vielfalt

Die unterschiedlichen Ethnien Ugandas weisen eine große kulturelle Vielfalt auf. Besuchen Sie die Seiten der Königreiche Buganda , Tooro oder Bunyoro.

Beschneidung Während in einigen Ethnien die Beschneidung der jungen Männer am Eintritt ins Erwachsenenalter üblich ist, werden in Kapchorwa die Frauen beschnitten. Genitalverstümmelung ist nach wie vor ein trauriges Kapitel in Afrika, so auch in Uganda. Empörung und Verdammung sind keine Mittel, diese Praktiken wirksam zu bekämpfen, solange man die sozio-kulturellen Wurzeln nicht kennt und dort ansetzt. Nur über dieses Verständnis gibt es einen Hoffnungsschimmer. Lesen Sie hierzu den Artikel Changing ways in Uganda .

In jeder Ethnie findet die traditionelle Hochzeit, also das Aushandeln des Brautpreises, auf unterschiedliche Art statt. In Ankole wurden die Bräute früher mit Milch gemästet, bis sie dick genug waren.

Traditionelle Musik , Mode und Kunst:

Lesen Sie etwas über Songs and Stories from Uganda des Künstlers W. Moses Serwadda oder besuchen Sie die Seite von music Uganda.
Der verbreiteste Kulturträger in Uganda ist das Theater. Erfahren Sie mehr über die Ndere Troupe . Das Ndere Dev' Theatre wird als erstes Kulturprojekt von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium unterstützt. Interessieren Sie sich für traditionelle Musikinstumente Ugandas? Dann besuchen Sie die Seite von facemusic . Bilder eines ugandischer Künstler finden Sie auf der Seite des ugandischen Konsulats. Die deutsch-ugandischen Kulturbeziehungen konzentrieren sich vor allem auf die Förderung der Deutschen Sprache, sowie Vergabe von DAAD-Stipendien.

Tänzerinnen Uganda
Tänzerinnen der Gruppe "White Angels" in Masaka
© Bild: N. Lotz

Religion

offizielle Religionen:

Die europäischen Missionare hatten im vorletzten Jahrhundert auch Uganda zum Schauplatz europäischer Differenzen gemacht. Sie lieferten sich bei der Missionierung einen Wettlauf entlang von Stammesgrenzen, was zu einer weiteren Vertiefung der Gegensätze führte. Auch in Afrika galt: wie der Herr, so's Geschärr. Der bugandische König Mutesa wurde beispielsweise katholisch, also wurden es seine Untertanen auch. Mit über 65% stellen somit die Christen die Mehrheit. Schätzungen lauten: Römisch katholisch 33%, Protestanten 33%, Muslime 16%, Animisten 18%. Eine detaillierte Aufstellung über die Religionen in Uganda finden Sie bei U.S. Library of Congress

Sekten

Zunehmend bekommen die unterschiedlichsten Sekten in Uganda mehr und mehr Anhänger. Im März 2000 starben im kleinen Ort Kanungu mehrere hundert Menschen, die der Weltunterganssekte Wiederherstellung der zehn Gebote Gottes angehörten.

Foren

Foren

Diskutieren: Stöbern Sie in der Uganda Newsgroup alt.culture.uganda , um Meinungen und Beiträge vor allem von Ugandern nachzulesen. Dort werden beispielsweise Themen wie HIV/AIDS und Wirtschaftsfragen diskutiert. Wenn Sie wollen, können Sie sich an der Diskussion beteiligen!

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