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Republik Usbekistan
Seite 3: Wirtschaft & Entwicklung

Wirtschaft

cbu

© gov.uz

Ministerium für

Außenwirtschaftliche Beziehungen, Investitionen und Handel;

Wirtschaft; Finanzen

Devisenbringer
U. ist reich an Bodenschätzen wie Erdgas, Gold, Erdöl, Kohle, Silber und Kupfer. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft mit ca. 60% der Beschäftigten und einem Anteil von ca. 30% am BIP. U. ist einer der weltweit größten Exporteure für Baumwolle. Die Abhängigkeit vom Baumwollexport (ein Drittel der Deviseneinnahmen) und der hohe Bedarf an Arbeitskräften für die Baumwollernte führen dazu, daß jedes Jahr im Herbst Kinder, Jugendliche, Studenten und Angestellte des öffentlichen Dienstes unter teilweise unmenschlichen Bedingungen wochenlang Baumwolle pflücken müssen ohne dafür adäquat bezahlt zu werden.

baumwolle(© ferghana.ru) U. verfolgt eine sehr zaghafte wirtschaftliche Reformpolitik. Privatisierung hat nur zum Teil stattgefunden, wichtige große Unternehmen sind nach wie vor in staatlicher Hand. Der Präsident kann mit Ausnahmegenehmigungen und Sonderegelungen in Wirtschaftsabläufe eingreifen, was nicht nur bei ausländischen Investoren zu Unsicherheit führt. Durch die Mitgliedschaft in der Anti-Terror-Koalition eröffneten sich für U. nach dem 11. September 2001 neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Im Dezember 2001 vereinbarte es mit dem IWF ein Reformprogramm. Dessen Umsetzung erfolgt jedoch nur sehr schleppend. Nach langen Verzögerungen wurde am 15. Oktober 2003 zumindest die Einführung der freien Konvertibilität realisiert. U. machte seit Ende der 1990er Jahre vor allem durch wirtschaftliche Abschottung von sich reden. Durch drastische Importrestriktionen soll die Bevölkerung dazu gezwungen werden, nur noch Waren aus der nationalen Produktion zu kaufen. In diesem Zusammenhang kam es u.a. zu Streiks der Basarhändler. Der Grenzhandel, der sich nach dem Andischaner Aufstand etwas lockerte, wird wieder Restriktionen ausgesetzt.

Basar© sitara.com
Landwirtschaft: Die Monokultur Baumwolle wurde zu Sowjetzeiten auf Kosten des Getreideanbaus gefördert. Dies war begleitet von verschwenderischer Nutzung der Wasserreserven. U. hat jedoch in den 90-er Jahren seine Getreideanbauflächen erweitert und die Flächen für die Baumwollkultur verringert. Der Getreideertrag konnte deutlich gesteigert werden; von Bedeutung ist der Obst- und Gemüseanbau. Bisher verarbeitet Usbekistan nur 11 % der Ernte weiter und exportiert 7%, so dass ein entwicklungsfähiges Potential vorhanden ist. Strukturelle Probleme stehen dem bisher entgegen (staatlich festgesetzte Preise, Aufkaufkontingente, fehlende Agrartechnologie u. a.). Weitere wichtige Zweige der Landwirtschaft sind die Karakulschaf- und Seidenraupenzucht. Aus ökonomischen wie ökologischen Gründen ist eine Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion notwendig, eine substantielle Erhöhung der Agrarproduktion stößt aber an natürliche Grenzen, da 70 % des Territoriums von Wüsten und Steppen bedeckt sind; die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt nur ca. 10%. Offizielle Ziele sind die Privatisierung des Agrarsektors, Reduzierung der Abhängigkeit von der Baumwolle und Autarkie bei Nahrungsmitteln. Die Agrarproduktion kam Mitte 2002 bereits zu 99,0% aus dem Privatsektor; sowohl die Preise wie auch der Export der Baumwolle werden aber nach wie vor vom Staat geregelt.

100 sum(© banknotes.com) Bankwesen: 1994 begann eine Bankenreform, die ein zweistufiges System mit der Zentralbank des Landes und ca. 30 Kommerzbanken vorsah. Ende 2001 gab es 38 Kommerzbanken. Größte Bank ist die staatliche Nationalbank für Außenwirtschaftsbeziehungen der Republik Usbekistan. Weitere große Banken: UzpromstrojbankAsakabank, Pakhtabank, Kapitalbank, Ipak Yuli BankTrustbankABN-AMRO Bank, UzKDB BankHalq Bank (fr. Sparkasse).
Korruption
: Beim Korruptionsindex von Transparency International belegt U. Ende 2006 Platz 151 von 163 Ländern. Wie in anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion liegt eine Hauptursache in der intransparenten Struktur des öffentlichen Sektors.

Entwicklung

Uzbekistan SME Policy Project

Development Gateway: Country Profile Uzbekistan

Uzbekistan Development Gateway

Uzbekistan and the IMF

Asian Development Outlook 2006: Uzbekistan 

WTO Trade Profile Uzbekistan

BMZ (Zentralasienkonzept)

DED in U.

GTZ in U.

KfW: Usbekistan-Projekte

InWEnt: Unterstützung der Wirtschaftsreformprozesse in U.

The Uzbekistan-Japan Center for Human Development

Poverty Reduction Worldwide - the PRSP Process - Uzbekistan

Zur Situation im Bereich der KMU: U. besitzt aufgrund seiner politischen Stabilität, seines Rohstoffreichtums und seiner gut qualifizierten Bevölkerung sowie der hinreichenden Infrastruktur Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung. Diese wird aber durch die restriktive Regierungspolitik verhindert. Besonders beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft bestehen erhebliche Defizite. Die Regierung übt weiterhin einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft aus. Es fehlt daher eine umfassende Anpassung der staatlichen aber auch privaten Unternehmen an die marktwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen. Der Handel und die Klein- und Mittelunternehmen sind unterentwickelt und werden von den zentralen und lokalen Behörden durch immer neue Steuern und Abgaben, Einschränkungen, Verbote, Korruption und Behinderung des Grenzverkehrs ständig schikaniert.
Tourismus auf der  "Seidenstrasse": Die gut erhaltenen historischen Karawanenstädte der "Seidenstrasse" und die Natur- und Bergregionen bieten vielfaltige Chancen für den Tourismussektor, die wegen staatlicher Überregulierung oft ungenutzt bleiben.
Wirtschaftsdaten: Einen guten Überblick von wirtschaftlichen Grunddaten finden Sie im CIA World Fact Book und auf der Website der World Bank (Uzbekistan at a glance). S. auch die Database usbekischer Ministerien (auf Englisch) für Wirtschaft, FinanzenLandwirtschaft, Außenwirtschaft.
Deutsche EZ mit U.: U. gilt aufgrund seiner hohen Bevölkerung und seiner zentralen Lage als ein strategischer Partner für die friedliche Entwicklung in ganz Zentralasien, einschliesslich Afghanistans. Neben anderen internationalen Gebern wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) nahm auch Deutschland 1992 die entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit U. auf. Diese Zusammenarbeit wird auch durch eine Kooperation mit der EU unterstützt.
Milleniumsentwicklungsziele in U.: Die Umsetzung der Milleniumsentwicklungsziele (MDGs) erfordert gemeinsames Handeln der internationalen Staatengemeinschaft sowie nationale Politikvorhaben und Maßnahmen.

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