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Republik Usbekistan
Seite 4: Gesellschaft, Kultur & Religion

Gesellschaft

Emanzipation der Frau: Eine radikale Veränderung der Stellung der Frauen durch ökonomische Unabhängigkeit wurde in der Sowjetzeit mittels Einbeziehung in die "gesellschaftliche Produktion", Bildungsoffensiven und Kritik patriarchalischer Herrschaftsverhältnisse erreicht. Bestimmte Berufszweige (Gesundheits- und Bildungswesen) wurden feminisiert und geringer entlohnt. Entsprechend den ideologischen Vorgaben wurde die Teilhabe von Frauen an gesellschaftlichen Organisationen, lokaler Selbstverwaltung und Volksvertretungen gefördert. Koedukation, außerhäusliche Erwerbstätigkeit und Präsenz von Frauen im öffentlichen Raum unterstützten den Trend zur Aufhebung der Geschlechtersegregation. Sie besteht jedoch in bestimmten Bereichen (Feste, religiöse Riten) fort, im ländlichen Milieu sind Männer- und Frauenwelten stärker getrennt. Ein kleines Kopftuch ist auf dem Lande und in konservativeren Schichten üblich. Die Alphabetisierungsrate der weiblichen Bevölkerung lag 1990 bei fast 100%. U. hat in seiner neuen Verfassung weiterhin Gleichberechtigung der Geschlechter verankert. Arbeits- und sozialrechtliche Schutzbestimmungen für weibliche Beschäftigte einschließlich Schwangere und Mütter blieben großteils erhalten.
Der soziale Umbruch hat jedoch zahlreiche Frauenarbeitsplätze vernichtet. Wie in anderen Transformationsländern ist in U. eine Feminisierung der Armut zu beobachten. Eine Folge der Armut ist die Zunahme von Prostitution, Frauenhandel (+), Beteiligung am Drogenschmuggel sowie der Anstieg häuslicher Gewalt. Seit 1991 sind Frauen in sehr viel geringerem Umfang in Politik und Regierung vertreten. Das staatliche Frauenkomitee besteht fort, und eine Vielzahl von unabhängigen Fraueninitiativen ist entstanden. Eine Retraditionalisierung ist in einigen Gesellschaftsschichten zu beobachten. Es wird befürchtet, daß positive Veränderungen aus der Sowjetperiode allmählich rückgängig gemacht werden. Offiziöse Leitbilder für Frauen und öffentliche Diskurse schwanken zwischen Propagierung von Berufstätigkeit, wirtschaftlicher Unabhängigkeit und eher konservativen Stereotypen, die familiale und reproduktive Rollen betonen.

Bildung

Ministerium für Hochschulbildung und berufliche Bildung

Uzbekistan's Educational Portal

Ziyo-Net Bildungsportal

Institut für Geschichtswissenschaft, Taschkent

Alisher Navoi National Library

Uzbek Library Association

National University of U.

Westminster International University 

University of World Economy and Diplomacy 

Tashkent Financial Institute 

Uzbek State World Languages University

Staatliche Universität Samarkand

Ferghana Politechnical Institute

DAAD IC Taschkent

Goethe Institut Taschkent

IIZ/DVV Taschkent

British Council-U.

Academics of Central Asia (ACA)

UzSciNet: Scientific and educational network of U.

Institut français d'Etude sur l'Asie centrale

Zenralasien-Seminar Berlin

Forschungsaufenthalt in Samarkand - Eindrücke aus einer Stadt (von C. A. Wilcke)

Der Bildungsektor ist dringend reformbedürftig und bedarf höherer finanzieller Ausstattung durch die Regierung. Die schwierige wirtschaftliche Lage und die zunehmende Islamisierung der Gesellschaft führen zu einem Rückgang des Anteils von Mädchen bei weiterführenden Schulen. Eine arbeitsmarktorientierte praxisnahe Berufsausbildung befindet sich erst im Aufbau.

Schule(© ferghana.ru) Die Grundschule wird ab dem Alter von 6 Jahren besucht und dauert 4 Jahre, es folgt die 7jährige Sekundarstufe (je ein Abschnitt von 5 bzw. 2 Jahren). Die Regierung ist bemüht, Haus- haltskürzungen im Bildungsbereich zu vermeiden. In den letzten Jahren wurden Reformen im Bildungswesen vorgenommen, so etwa die Einführung gestufter Studiengänge nach amerikanischem Modell (Bachelor, Master) und die Neustrukturierung der Oberstufe an den Schulen. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden die zahlreichen neuen Colleges, die Schülern ab der 10. Klasse die Möglichkeit weiterführender Schulbildung, verbunden mit beruflicher Qualifizierung, eröffnen.

koran(© GNU FDL) Grundsätzliche Probleme des Bildungswesens sind die niedrigen Gehälter der Lehrkräfte, die zum Teil mangelhafte Ausstattung der Einrichtungen, die Versorgung mit Lehrmitteln und die ungenügende Qualifizierung der Lehrkräfte bezüglich moderner Anforderungen. 1993 wurden private Bildungseinrichtungen gesetzlich untersagt. Diese Maßnahme richtete sich gegen religiöse Schulen (madrassas) der Wahhabiten, die mit Finanzhilfe Saudi-Arabiens seit 1992 entstanden waren. Die betreffenden Einrichtungen kamen unter staatliche Kontrolle. 1999 wurde die Schaffung einer islamischen Universität in Taschkent genehmigt. 1920 wurde in Taschkent die erste sowjetische Universität Mittelasiens gegründet.

Gesundheit


Sport in Usb.

Gesundheit, Medizin & Pharma
Die Gesundheitsversorgung ist unterfinanziert. Das in der Sowjetunion relativ leistungsfähige, stark zentralisierte und subventionierte Gesundheitswesen ist kaum noch in der Lage eine ausreichende flächendeckende Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten. Armutsbezogene Krankheiten, wie Tuberkulose, aber auch HIV/AIDS (2, 3) sind auf dem Vormarsch. 

Kultur& Kunst

keramik

© ferghana.ru

Your Guide to  Uzbek Culture

Akademie der Künste

Savitskiy Art Museum (Nukus)

Keramikkunst 

Modernes Kunsthandwerk

The Ilhom Theatre (sehr empfehlungswert, wenn in Taschkent)

The Youth Theatre of Uzbekistan

Hauptstadtinszenierungen in Zentralasien: Taschkent
Im Unterschied zu den nomadisch geprägten Gebieten in Kasachstan, Kirgisien und Turkmenistan war die Region des heutigen U. schon seit dem frühen Mittelalter ein Kerngebiet islamischer Kultur. Wesentlich dafür war die hochentwickelte, persisch geprägte Stadtkultur. Insbesondere die alten Zentren in der heutigen Landesmitte, Buchara und Samarkand, haben kulturell eine außergewöhnliche Geschichte. Sie brachten viele bedeutende Philosophen, Wissenschaftler und Theologen hervor. Die Sprache und Kultur Persiens wird noch heute von vielen Menschen im Umkreis dieser Städte gepflegt, während sich die Staatssprache Usbekisch aus osttürkischen Idiomen entwickelte. Der größte Dichter des Landes, Mir Ali Sher Nava'i im 15. Jahrhundert, stammte aus Herat und hat auf Tschaghataisch und Persisch gedichtet. Zu den ältesten und wichtigsten kulturellen Überlieferungen des Landes gehört das traditionelle indoiranische Neujahrsfest Navro‘z, das im Frühling feierlich begangen wird. Navro‘z ist ein gesetzlicher Feiertag.

bild

© GNU FDL

Malerei: Die Meister der russischen Malschule legten die Grundlagen für die bildende Kunst U's am Ausgang des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. S. Judin, L. Bure und andere Maler waren die Geburtshelfer der Malerei Usbekistans. Eine bedeutende Periode in der Kunst U's waren die 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts mit einer wahrhaften Blüte der mittelasiatischen Avantgarde. Nach 1934 wurde in der bildenden Kunst gewaltsam der Stil des sozialistischen Realismus durchgesetzt, in dessen Sinn sich die Malerei der Republik bis in die 60er Jahre entwickelte (Abdulchak, Abdullajew, Mannon Saidow, Raschid Timurow, Rachim Achmedow u.a.). Die führenden Maler Ende des 20. Anfang des 21. Jahrhunderts sind Bachodyr Dshalow, Shawlon Umarbekow, Nikolai Schin, Rimma Gaglojewa, Wjatscheslaw Achunow, Akmal Nur, Alischer Mirsajew u.a.m. Mit ihrem Schaffen beeinflussten sie die zeitgenössischen Künstler der Republik am Anfang des dritten Jahrtausends. 

Religionen

kuppeln

© sitara.com

"Offizieller" Islam (+)

Islam und Frau  in U.

Usbekische islamische Opposition:
Muslim Uzbekistan

Ehem. britischer Botschafter über Usbekistan

Devout Muslims or "Wahhabis"?

Uzbek State Holds Muslim Teaching in Check

Ca. 88 % der usb. Bevölkerung sind Muslime (meist sunnitischer Islam, örtlich schiitische Minderheiten); 9 % sind orthodoxe Christen; Anfang der 90-er Jahre gab es ca. 93.000 Juden, Ende Dez. 2000 ca. 3.000 römische Katholiken. Nach der Unabhängigkeit sind überall neue Moscheen, Koranschulen und islamische Zentren in großer Menge entstanden, sie wurden zum Teil aus dem islamischen Ausland finanziert. Die neue Geistliche Verwaltung der Muslime Usbekistans steht unter staatlicher Aufsicht. Der Islam ist in Usbekistan wieder sichtbar geworden, inoffizielle islamistische Strömungen werden von der usb. Regierung jedoch entschieden verfolgt. Der radikale politische Islamismus scheint sich vor allem im Ferganatal zu konzentrieren. Seit 1998 müssen sich religiöse Gruppen und Moscheegemeinden registrieren lassen (mindestens 100 Mitglieder sind notwendig). Das neue Religionsgesetz verbietet u. a. missionarische Betätigung.
Zur außerparlamentarischen religiösen Opposition gehören die weltweit agierende Hizb ut-Tahrir al-Islami und die Islamische Bewegung Usbekistans (IBU). Die Operationen der US-Streitkräfte in Afghanistan schienen die IBU strukturell und personell geschwächt zu haben. Während die IBU ihre Ziele mit militärischer Gewalt durchsetzen will, ist die zweite wichtige islamistische Bewegung, Hizb ut-Tahrir al-Islami, offiziell gewaltfrei. Hizb ut-Tahrir al-Islami ist in U. verboten, ihre Anhänger werden verfolgt. Sie tritt für die Errichtung eines Kalifats ein, in dem bestehende soziale Probleme wie Armut und Korruption durch islamische Rechtsprechung gelöst werden sollen. Der Protest von Hizb ut-Tahrir al-Islami gegen die Regierung ist jedoch nicht nur religiöser Natur. Viele junge Menschen sehen die islamistische Opposition als einzige Möglichkeit, politisch ihren Willen zu bekunden und ihre Unzufriedenheit mit der sozialen Lage in U. zu äußern. Die Regierung wiederum benutzt Hizb ut-Tahrir al-Islami ebenso wie die IBU als "Schreckgespenst" und Sinnbild für "islamistischen Terror" und legitimiert ihre Repression mit Verweis auf die "Zustände" in Tadschikistan und Afghanistan.

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