Wasserressourcen in Jordanien effizient und nachhaltig bewirtschaften

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Management von Wasserressourcen in Jordanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Ministry of Water and Irrigation
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

Ausgangssituation

In Jordanien herrscht akuter Wassermangel: bedingt durch geringe Niederschläge, starkes Bevölkerungswachstum und eine ineffiziente Bewirtschaftung der Wasserressourcen. Die jährlich verfügbare Menge erneuerbarer Wasserressourcen beträgt rund 60.000 Liter pro Person – ein Drittel des tatsächlichen Verbrauchs. Damit gehört Jordanien zu den zehn wasserärmsten Ländern weltweit. Der größte Anteil des Wassers wird für landwirtschaftliche Bewässerung genutzt (65 Prozent, Stand 2017).

Für Jordanien ist es enorm wichtig, die Wasserressourcen zu schützen. Die Infrastruktur muss besser geplant und das Wasser in der Landwirtschaft sorgsamer genutzt werden. Das Vorhaben unterstützt die Regierung und die Wasserversorger dabei effizienter zu arbeiten.

Ziel

Die drei staatlichen Wasserinstitutionen steuern die Bewirtschaftung der begrenzten Wasserressourcen besser.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in fünf Handlungsfeldern.

Ein nationaler Wasserbewirtschaftungsplan wird erstellt. Dieser basiert auf aktuellen Daten und Modellen zur langfristigen Ressourcenverfügbarkeit. Er entwickelt Möglichkeiten für den dauerhaften Umbau der Wasserinfrastruktur. Dabei spielt die verstärkte Nutzung von Entsalzungstechnologien eine Rolle. Das Vorhaben arbeitet mit den verantwortlichen Abteilungen des Wasserministeriums (Ministry of Water and Irrigation, MWI), der Wasserbehörde (Water Authority of Jordan, WAJ) und der Jordantalbehörde (Jordan Valley Authority, JVA) sowie den Wasserversorgern zusammen. Gemeinsam werden die technischen Planungsfähigkeiten gestärkt.

Um die Bewässerung im Jordantal effizienter und wassersparender zu gestalten, unterstützt das Vorhaben die JVA beim Aufbau kompetenter Wassernutzergemeinschaften. Diese übernehmen die Koordination der Wasserverteilung und die Wartung der Bewässerungssysteme. Durch die verstärkte Eigenverantwortung der Nutzer*innen soll zukünftig flexibler, kostengünstiger und verlustfreier bewässert werden.  

Für einen erfolgreicheren Betrieb sollen die Wasserversorgungsunternehmen besser gesteuert werden. Ein neues Leistungserfassungssystem liefert belastbare Daten, damit die WAJ eine effektive Regulierung durchsetzen kann.

Zusätzlich wird die Privatwirtschaft stärker beteiligt. Um den Bereich für private Firmen attraktiver zu machen, berät das Vorhaben die WAJ bei der Entwicklung von tragfähigen Geschäfts- und Vertragsmodellen. Dabei soll die Wasserversorgung nicht privatisiert, sondern zu Teilen durch private Unternehmen unterstützt werden.

Weiterhin werden Führungs- und Managementkapazitäten im MWI und in der WAJ gestärkt. Damit reagiert das Vorhaben auf den bevorstehenden Generationswechsel in den Wasserinstitutionen. Ein Trainingsprogramm für weibliche Führungskräfte im Bereich der Wasserdienstleistungen wird entwickelt, um deren Präsenz zu fördern.