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Ruanda

Die GIZ vor Ort

Nationale Mitarbeiter*innen: 128
Internationale Mitarbeiter*innen: 32 
Entwicklungshelfer*innen: 23
Integrierte Fachkräfte: 2

(Stand: 31.12.2019)

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH arbeitet seit über 40 Jahren in Ruanda. 

Ruanda ist eines der kleinsten und am dichtesten besiedelsten Länder Ostafrikas. Es erlangte 1962 die Unabhängigkeit. Ein Bürgerkrieg in den 1990er-Jahren gipfelte 1994 in einen Völkermord gegen die Tutsi, durch den circa eine Million Menschen starben und Ruanda stark destabilisiert wurde.

Das Land hat sich nach Ende des Völkermords kontinuierlich stabilisiert und seit 2003 finden demokratische Wahlen statt.

Den Wiederaufbau des Landes führen Frauen an – von ländlichen Dörfern bis zum nationalen Parlament, in dem Frauen 61 Prozent der 80 Sitze innehaben. Heute verzeichnet das Land bereits in vielen Bereichen Erfolge: Wirtschaft, Sicherheit, Gleichstellung, Bildung, Gesundheit und Digitalisierung. 

Trotz der Erfolge im Bereich Wirtschaft und dem damit einhergehenden hohen Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre gehören Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung weiterhin zu den größten Herausforderungen Ruandas. Die Mehrheit der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft, die dort erzielten Einkommen sind niedrig. Zudem steigt die Zahl der auf den Arbeitsmarkt drängenden jungen Menschen kontinuierlich an. 

Ruanda will die Verwaltung von Dienstleistungen zunehmend in die Verantwortung der Distrikte übergeben Dafür sind die finanziellen Mittel aber oft noch unzureichend. Zudem sind die Distrikte nur begrenzt selbst entscheidungsbefugt, sodass wichtige Themen ihrer Wahlkreise oft nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Unmittelbar nach dem Bürgerkrieg nahm die GIZ ihre Arbeit in Ruanda wieder auf. Aktuell ist sie im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in zwei Schwerpunkten tätig:

  • Gute Regierungsführung und Dezentralisierung
  • Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

Im Schwerpunkt Good Governance arbeiten die GIZ und ihre Partner unter anderem zur Finanzdezentralisierung und lokalem öffentlichen Finanzmanagement, um die lokalen Eigeneinnahmen der Distrikte zu erhöhen. Ein weiteres Thema ist bürgerorientierte, lokale Regierungsführung. Im Mittelpunkt steht hier die Unterstützung der Distriktverwaltungen, um den 11,3 Millionen Einwohner*innen effektive, effiziente und transparente öffentliche Dienstleistungen zu erbringen.

In der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung konzentriert sich die GIZ auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und vernetzt in ihrem Ansatz Privatwirtschaftsentwicklung, berufliche Bildung und Beschäftigungsmaßnahmen eng miteinander. Im Fokus stehen dabei Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), Holzwirtschaft, Kreativwirtschaft sowie die Filmindustrie. Die Vorhaben berücksichtigen dabei besonders junge Menschen, Menschen auf der Flucht und Bewohner*innen der aufnehmenden Gemeinden. Neben der Schaffung regulärer Arbeitsplätze sollen auch die Qualifikationen der Arbeitskräfte verbessert werden.

Um die Wirtschaft weiter voranzutreiben, soll außerdem die Leistungsfähigkeit des Finanzministeriums und der Zentralbank gefördert und der Tourismus- und Gastgewerbebereich ausgebaut werden. Darüber hinaus unterstützt die GIZ auch das ruandische Ministerium für IKT unter anderem beim Aufbau eines Digitalzentrums.
Neben diesen Schwerpunkten unterstützt die GIZ weitere Bereiche, ebenfalls im Auftrag des BMZ. Dazu zählen die Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die Konflikttransformation und Friedensförderung sowie die Energiegewinnung.

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Wirtschaft und Beschäftigung

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Sylvie Abagayire, Automechanikerin