Grüne Infrastruktur in Amman verbessern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Pilotprojekt Verbesserung der Lebensbedingungen in Ammans Armutsgebieten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt
Gesamtlaufzeit: 2017 to 2021

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Ausgangssituation

Die Städte Jordaniens, einem der wasserärmsten Länder der Welt, wachsen rasant. In nur zehn Jahren hat sich die Bevölkerung der Hauptstadt Amman von 1,9 Millionen im Jahr 2004 auf über vier Millionen im Jahr 2015 verdoppelt. Die meisten der zugewanderten und geflüchteten Menschen ließen sich im Osten der Stadt nieder. Dieser ist dichter besiedelt und ärmer als andere Gegenden und die ohnehin rückständige Infrastruktur wird durch die Zugezogenen überbeansprucht. Die Planung des öffentlichen Grünraums spielte bei der rapiden Urbanisierung eine untergeordnete Rolle. Dadurch wurde Ost Amman zu einem Betondschungel, in dem die Bevölkerung nur wenig Zugang zu Grünflächen hat. 

Bewohner*innen dichter, ungeplanter Stadtgebiete sind anfälliger für die Folgen des Klimawandels und extremer Wetterereignisse, vor allem für die jährlich wiederkehrenden Überschwemmungen. Der mit etwa 2,5 Prozent sehr geringe Anteil städtischer Grünflächen verschlechtert die Luftqualität, verstärkt urbane Wärmeinseln und setzt die verbleibende biologische Vielfalt unter Druck. Die Zivilgesellschaft wird bei der Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten bisher kaum beteiligt, vor allem Frauen und Kinder können ihren Lebensraum wenig aktiv mitgestalten.

Ziel

Die partizipative Entwicklung von Grünflächen in den Armutsgebieten Ammans ist durch die Umsetzung von Pilotprojekten und die Stärkung der jordanischen Partner verbessert.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in enger Partnerschaft mit der Stadtverwaltung von Amman und dem jordanischen Umweltministerium zusammen. In drei Baumaßnahmen setzt das Vorhaben beispielhaft Elemente grüner Infrastruktur um und veranschaulicht so alternative Möglichkeiten der Stadtbegrünung. Die neu geschaffenen Erholungsräume tragen dazu bei, die Lebensqualität der Anwohnenden zu verbessern. Grüne Infrastrukturnetzwerke erleichtern den Zugang zum öffentlichen Personennahverkehr, unterstützen Fußgängerfreundlichkeit, tragen zum Erhalt biologischer Vielfalt bei und mildern städtische Hitzewellen. Das nachhaltige Regenwassermanagement zielt darauf ab, die Abwasserinfrastruktur zu entlasten und die öffentlichen Bau- und Wartungskosten zu senken. Lokale Architekten und Ingenieure übernehmen die Bauplanung und -ausführung.

Die Anwohnenden werden sowohl bei der Planung als auch bei der Gestaltung der Pilotprojekte einbezogen. Die Gestaltung der grünen Infrastrukturelemente erfolgt genderspezifisch. Genderspezifische Aktivitäten der Designworkshops arbeiten die besonderen Bedürfnisse von Frauen heraus und beziehen diese in die Freiraumgestaltung ein. Durch die Planung öffentlicher Freiräume als Interaktionsbereiche werden Integration und sozialer Zusammenhalt verbessert. Dass sowohl Jordanier*innen als auch Nicht-Jordanier*innen einbezogen werden, unterstützt eine friedliche und inklusive Stadtentwicklung. 

Wissenstransfer stärkt die Leistung der Stadtverwaltung. Schulungen am Arbeitsplatz verbessern Wissen und Erfahrungen ausgewählter Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung. Die Mitarbeiter*innen des Umweltministeriums werden ebenfalls in die Schulungsmaßnahmen einbezogen, um so das Potenzial grüner Infrastrukturentwicklung in der Klima- und Umweltpolitik zu unterstützen.

Indem die Ergebnisse des Pilotprojekts modelliert und die Wirkungen grüner Infrastruktur bei der Anpassung an den Klimawandel dargestellt werden, leistet das Projekt einen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz. Das neu geschaffene Wissen trägt dazu bei, die Mitarbeiter*innen für die sozialen, ökologischen und ökonomischen Werte grüner Infrastruktur zu sensibilisieren. Diese Werte werden durch Austauschtreffen und andere Dialogplattformen des Umweltministeriums verbreitet.

Wirkungen

Die partizipativen Entwürfe tragen aktiv zur städtischen Widerstandsfähigkeit von Amman und der Abschwächung des Klimawandels bei und unterstützen die lokale Anpassung an den Klimawandel. An den minderungsrelevanten Elementen des partizipativen Designs wurden, zum Beispiel durch Community Design Workshops, schätzungsweise 70 Begünstigte in direkter Weise beteiligt.

Die Stadtverwaltung von Amman und das Umweltministerium nutzen den positiven Wert, den grüne Infrastruktur mittlerweile erlangt hat, und arbeiten ihn in den ‚Amman Klimaplan‘ ein.

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