Forests4Future: Wäldern eine Zukunft geben

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globalvorhaben Wiederherstellung waldreicher Landschaften und gute Regierungsführung im Waldsektor (Forests4Future) 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Deutschland, Äthiopien, Madagaskar, Togo, Côte d’Ivoire, Laos
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

tree nursery and kitchen garden in adamaoua-cameroun

Ausgangssituation

Rund ein Drittel der Erdoberfläche ist von Wäldern bedeckt. Ihr Wert ist unermesslich: Rund 80 Prozent der bekannten Tier- und Pflanzenarten außerhalb der Ozeane befinden sich in Wäldern. Gleichzeitig ist der Wald für jeden fünften Menschen die Lebensgrundlage.

Jährlich gehen jedoch mehr als 7,6 Millionen Hektar Wald verloren – ein Großteil davon in den Tropen und Subtropen für die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen. Mit dem Verlust der Waldflächen geht ein wichtiger Kohlenstoffspeicher verloren, zudem setzt ihre Zerstörung zusätzlich klimaschädliche Treibhausgase frei.

Der Waldschutz stellt eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen den Klimawandel dar: Natürliche Regeneration, Aufforstung sowie Agroforstmaßnahmen, die Ackerbau mit Bäumen kombinieren, können Kohlenstoff langfristig binden. Erosionsschutz und eine verbesserte Wasserverfügbarkeit tragen zudem maßgeblich zur Anpassung an den Klimawandel bei.

Auf internationaler Ebene gibt es eine Vielzahl von Vereinbarungen zum Schutz, zur nachhaltigen Nutzung und zur Wiederherstellung von Wäldern. Hierzu gehört die im Jahr 2014 verabschiedete „New York Declaration on Forests“ (NYDC), die zum Ziel hat, Entwaldung vollständig zu stoppen. Zusätzlich beabsichtigt sie, dass Wälder und baumreiche Landschaften auf einer Fläche von 350 Millionen Hektar bis zum Jahr 2030 wiederhergestellt werden sollen. Damit knüpft sie an die Ziele der Bonn Challenge an – ein weiteres globales Ziel für die Wiederherstellung von waldreichen Landschaften.

Die ehrgeizigen Ziele zum Waldschutz konnten bisher nur unzureichend umgesetzt werden. Der politische Wille ist in den Partnerländern vorhanden, allerdings bremsen schwache Regierungsstrukturen in der Forstwirtschaft und mangelnde Koordination von Einzelmaßnahmen die Zielerreichung.

Ziel

Der Wiederaufbau von Wäldern und baumreichen, produktiven Landschaften wird in Äthiopien, Madagaskar und Togo zunehmend umgesetzt. Die Regierungsführung in der Forstwirtschaft ist verbessert. Der EU-Prozess zur Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und zum Handel in der Forstwirtschaft ist in Zusammenarbeit mit den Ländern Côte d’Ivoire und Laos maßgeblich vorangebracht.

Timber truck in Bolikhamxay province - Sebastian Koch 2013

Vorgehensweise

Im Auftrag und in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verfolgt das Vorhaben Forests4Future unterschiedliche Handlungsfelder.

Es berät das Bundesministerium zu den Themen Forest Landscape Restoration (FLR) sowie zur Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und dem Handel in der Forstwirtschaft (FLEGT). Weiterhin begleitet das Vorhaben die African Forest Landscape Restoration Initiative (AFR100) konzeptionell und beteiligt sich an der Steuerung der Initiative. Forests4Future kümmert sich um Fragestellungen im Zusammenhang mit der Bonn Challenge und weiteren internationalen Initiativen mit FLR-Bezug. Zudem werden europäische und internationale Prozesse zur Verbesserung der Regierungsführung im Waldsektor begleitet, vor allem FLEGT. Wichtige Beiträge, um die nationalen FLR-Ziele in ausgewählten Partnerländern zu erreichen, werden umgesetzt.

Auf einer Fläche von 2.000 Hektar sollen in Äthiopien, Madagaskar und Togo Aufforstungsmaßnahmen realisiert werden. Diese verbessern die Biomasse und verringern die Erosion – welches sich positiv auf die Biodiversität und Wasserverfügbarkeit auswirkt.

Weiterhin soll das Einkommen aus der Nutzung von Wäldern und baumreichen, produktiven Landschaften bei 1.700 Haushalten in den Regionen um durchschnittlich 10 Prozent gesteigert werden. Frauen und junge Menschen sollen besonders unterstützt werden.

deforestation in Ban Khangkao Houameuang district - Sebastian Koch 2014c