Dreieckskooperation zwischen Argentinien, Bolivien und Deutschland: Capacity Building für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasservorkommen und Energieressourcen im Weinbau

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Dreieckskooperation „Capacity Building für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasservorkommen und Energieressourcen im Weinbau“
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bolivien (begünstigtes Land), Argentinien (Anbieterland des Globalen Südens)
Politischer Träger: Ministerium für Entwicklungsplanung (Ministerio de Planificación del Desarrollo, MPD)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018, abgeschlossen

Ausgangssituation

Die Provinz Tarija in Bolivien leistet durch ihre landwirtschaftliche Produktion, insbesondere durch den Weinbau, einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Allerdings werden die dafür genutzten Wasservorkommen nicht effizient bewirtschaftet. Da Tarija die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffene Provinz des Landes ist, könnte sich die Umweltsituation in der Provinz durch den problematischen Umgang mit Wasser langfristig stark verschlechtern. Darüber hinaus deuten die Klimaprognosen darauf hin, dass sich Temperaturen und Niederschläge für die Landwirtschaft in Tarija ungünstig verändern werden.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die Wasservorkommen in der Provinz besser und nachhaltiger zu bewirtschaften.

Ziel

Der Umgang mit Wasser und Energie im Weinbau der Provinz Tarija ist verbessert. Die Verfügbarkeit von Ressourcen ist optimiert. Dank neuer Bewässerungsmethoden können Kleinbäuerinnen und Kleinbauern besser produzieren und ihre Lebensqualität steigern.

Vorgehensweise

Das Projekt bietet technische Beratungsleistungen und einen Wissenstransfer, um die Bewirtschaftung von Wasservorkommen und Energie in der bolivianischen Provinz Tarija zu institutionalisieren und eine Strategie für deren nachhaltige Nutzung zu entwickeln. Die Provinzregierung von Tarija und weitere nationale und lokale Akteure arbeiten dazu mit der Allgemeinen Abteilung für Bewässerung von Mendoza (DGI) in Argentinien zusammen. Durch ihre langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der umfassenden Bewirtschaftung von Wasservorkommen ist die DGI ein Vorbild für den Aufbau einer vergleichbaren Institution in Bolivien.

Darüber hinaus werden die in der Nationalen Vereinigung Weinbau zusammengeschlossenen Winzerinnen und Winzer sowie die kleinen Winzerbetriebe von Tarija im effizienten Umgang mit Wasser sowie in der Anwendung neuer Bewässerungstechniken geschult. Die DGI und der argentinische Weinproduzent Santa Rita Estates unterstützen die Schulungen mit ihrem Fachwissen.

Finanziert wird das Projekt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Bolivien und Argentinien profitieren vom Erfahrungsaustausch mit deutschen Weingütern und Unternehmen, die neue Technologien für den effizienten Umgang mit Energie und Wasser entwickeln.

Wirkungen

Im Rahmen des Projekts konnten Schulungen für Winzer*innen zum nachhaltigen Umgang mit Wasser erfolgreich durchgeführt werden. Das technische Personal der Provinzregierung von Tarija hat an institutionellen Schulungen zur Bewirtschaftung der Wasservorkommen teilgenommen.

Auf institutioneller Ebene hat das Vorhaben in Tarija an der Gründung eines Büros für die umfassende Bewirtschaftung der Wasservorkommen (SEDEGIA) nach dem Vorbild der argentinischen DGI mitgewirkt. Dieses Büro wird künftig für die Bewirtschaftung der Wasservorkommen der Provinz zuständig sein.

Darüber hinaus soll auf der Grundlage des von den argentinischen Partnern eingebrachten Wissens ein Strategieplan Weinbau mit einem Planungshorizont bis 2040 erarbeitet werden. Darin sollen Maßnahmen für ein effizientes Wassermanagement durch die Stakeholder der bolivianischen Weinbranche festgelegt werden.