Inklusive Bildung in Jordanien verbessern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Qualität der inklusiven Bildung in Jordanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Bildungsministerium
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Ausgangssituation

Jordanien hat sich für die wichtigsten internationalen Menschenrechtskonventionen im Bereich der Bildung verpflichtet, darunter das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention, BRK). Im Jahr 2007 hat die jordanische Regierung das Gesetz über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verabschiedet und anschließend Schlüsselstrategien für den Bildungsbereich vorgelegt: den Education Strategic Plan (2018-2022) und den 10-Jahresplan zu inklusiver Bildung (2020-2030). Diese sollen allen Menschen den gleichen Zugang zu Bildung ermöglichen. 

Trotz erzielter Fortschritte reichen die derzeitigen Handlungsfähigkeiten noch nicht aus, um ein inklusives Bildungssystem im Land umzusetzen. Das Bildungsministerium schätzt, dass 20.000 Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten und Seh- oder Hörbehinderungen die öffentlichen Schulen Jordaniens besuchen, jedoch sind sie nicht ausreichend in die Schulaktivitäten eingebunden. Nur 150 öffentliche Grundschulen nehmen derzeit Kinder mit körperlichen Behinderungen auf. Hinzu kommt, dass Kinder und Erwachsene mit Behinderungen oft unter sozialer Ausgrenzung leiden.

Ziel

Jordanien hat bessere Voraussetzungen, um ein inklusives Bildungssystem auszugestalten.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Handlungsfähigkeit des Bildungsministeriums, der Schulbehörden sowie des Schulpersonals, um die Bildungsziele der jordanischen Regierung zu erreichen. 

Das Projekt unterstützt insbesondere die Umsetzung des 10-Jahresplans zu inklusiver Bildung (2020-2030). Er bildet gemeinsam mit zuvor verabschiedeten Strategien die Grundlage für die Arbeit in vier Schwerpunktbereichen:

Ausbau der nationalen Planungs- und Managementfähigkeiten, um inklusive Bildung auf Grundlage der neuen Gesetzgebung auszugestalten. Das Vorhaben bereitet derzeit die Entwicklung eines Aktionsplans und einer Lenkungsstruktur vor, um des 10-Jahresplans zu inklusiver Bildung umzusetzen und zu kontrollieren. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Obersten Rat für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, dem Bildungsministerium und anderen relevanten Ministerien.
Vorbereitung von Maßnahmen für inklusive Bildung in den Schulen. Das Projekt arbeitet ein langfristiges, inklusives Bildungsprogramm aus und setzt dieses zunächst in Pilotschulen um. Ein regelmäßiger Austausch zwischen den Pilotschulen und den weiteren Schulen desselben Schulverbandes hilft dabei, Erfahrungen auszutauschen und Anreize für eine Aufstockung der Mittel zu schaffen.
Durchführung von Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau für Bildungsbehörden, Schuldirektor*innen, Lehrkräfte, Eltern und andere relevante Akteur*innen. 
Sensibilisierung der relevanten Akteur*innen. Nach der Bewertung des Bedarfs an Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen finden verschiedene Veranstaltungen statt, um Schüler*innen, Eltern und die Gesellschaft besser über inklusive Bildung zu informieren. 

Wirkungen

Das Projekt unterstützte die Veranstaltung zur Eröffnung des 10-Jahresplans zu inklusiver Bildung der jordanischen Regierung. Darauf aufbauend begleitet das Vorhaben die Umsetzung des 10-Jahresplans.

Aufgrund der Corona-Pandemie verhängte Jordanien eine Ausgangssperre, die die Bereitstellung von Bildungsdienstleistungen für Lernende erschwerte. Mit einer Webinar-Reihe gibt das Projekt Impulse, wie COVID-19-Maßnahmen im Bildungsbereich auch die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen und anderen vulnerablen Gruppen berücksichtigen können.