Übergangshilfe in Jemen: Resilienz stärken und ländliche Haushalte fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Resilienz und Partizipation auf lokaler Ebene im Jemen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jemen
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2024

Europäische Fahne

Ausgangssituation

In Jemen herrscht seit 2014 ein Bürgerkrieg, der zur weltweit größten humanitären Krise geführt hat. Bereits vor dem gewaltsamen Konflikt galt Jemen als eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Ein überwiegender Anteil der Bevölkerung von etwa 80 Prozent ist verwundbar und auf humanitäre Hilfe angewiesen. Nahrungsmittel sind knapp, was vor allem bei Kindern zu Mangelernährung und Krankheiten führt. Derzeit sind 14,3 Millionen Menschen akut von Hunger bedroht.

In vielen Landesteilen ist die physische und soziale Infrastruktur veraltet und in den Kriegsgebieten zudem teilweise zerstört. Zwei Drittel der Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen. Hiervon sind vor allem ohnehin schon verwundbare Gruppen betroffen, die von öffentlichen Dienstleistungen und Nothilfe abhängig sind: Kinder, junge Menschen, Frauen, alleinstehende Familienvorstände, Menschen mit Behinderungen, auch Kriegskombattant*innen sowie ehemalige Kindersoldat*innen und die Minderheit der Al-Muhammasheen. 
Aktuell zeichnet sich ab, dass sich diese erschreckenden Zahlen aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie der Ausweitung der Cholera noch weiter verschlechtern.

Aufgrund der humanitären Lage wurde ein Übergangshilfevorhaben beauftragt, das als Brücke zwischen humanitärer Hilfe und längerfristiger Entwicklungszusammenarbeit (EZ) im Krisenkontext des Jemens dient. 

Ziel

Die Resilienz lokaler Institutionen und verwundbarer Bevölkerungsgruppen haben sich in den drei Gouvernoraten Dhamar, Ibb und Hadramaut verbessert.

Stärkung der institutionellen und beruflichen Kapazitäten von NGOs und akademischen Institutionen in Friedensthemen - Einführungsworkshop 30. Mai

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist in vier übergreifenden Komponenten tätig:

Zum einen verbessert es Basisdienstleistungen, indem es zerstörte soziale und physische Infrastruktur wie Schulen und Wasserleitungen wiederherstellt.

Weiterhin verbessert es die produktiven Lebensgrundlagen ländlicher Haushalte, beispielsweise indem es Bäuer*innen zu innovativen Anbau- und Bewässerungstechniken berät. Zudem führt es Cash-for-Work (CfW) -Maßnahmen durch, um eine vorübergehende Stabilisierung der ländlichen Haushalte zu erreichen.

Das Vorhaben verbessert drittens die Lebensgrundlagen handwerklicher Fischer*innen in der Küstenregion des Hadramaut, indem es Anlandestellen und Vermarktungsstrukturen wiederaufbaut und Frauen und Jugendliche in der Wartung von Fischernetzen und Bootsmotoren weiterbildet.

Viertens unternimmt das Vorhaben Maßnahmen, um sozialen Zusammenhalt und friedliches Zusammenleben zu fördern. Dazu führt es Pilotprojekte mit lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen durch.

Das Vorhaben hat zwei Kooperationspartner: die AKKON Universität in Berlin führt Maßnahmen zur Gesundheitsprävention, Wasserversorgung und Abfallentsorgung durch. Die Seton Hall University in New Jersey entwickelt zudem auf Basis einer eigens durchgeführten Studie einen Mechanismus, um konfliktsensible Kleinprojekte umzusetzen.

gizIMAGEMasken_3

Stand: November 2020

Downloads