NAP-Branchendialoge stärken Menschenrechte in internationalen Lieferketten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beratung zu Branchendialogen zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP)
Auftraggeber: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Land: Deutschland
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

Ausgangssituation

Unternehmen können sowohl positiv als auch nachteilig auf die Einhaltung der Menschenrechte wirken. Zum einen kann dies durch ihre eigene Geschäftstätigkeit geschehen, zum anderen auch durch ihre Geschäftsbeziehungen zu anderen Unternehmen entlang globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten. Dies schließt sowohl Beziehungen zu allen Unternehmen ein, die als Zulieferer Rohstoffe oder verarbeitete Produkte fördern, herstellen und vertreiben als auch zu Unternehmen, die Dienste wie Recycling anbieten. Viele international anerkannte Rahmenwerke fordern, dass Unternehmen ihrer Sorgfaltspflicht zur Achtung der Menschenrechte in globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten nachkommen.

In diesem Kontext hat die Bundesregierung 2016 den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) im Bundeskabinett verabschiedet. Sie setzt damit die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNLP) der Vereinten Nationen in Deutschland um.

Im NAP formuliert die Bundesregierung die klare Erwartung gegenüber deutschen beziehungsweise in Deutschland ansässigen Unternehmen, dass diese die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in angemessener Art und Weise umsetzen. Vor diesem Hintergrund führt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) NAP-Branchendialoge durch. Diese werden in jenen Branchen der deutschen Wirtschaft geführt, in denen besondere menschenrechtliche Herausforderungen vorliegen.

Ziel

Das Vorhaben trägt durch fachlich-methodische Beratung des BMAS sowie durch Planung und Umsetzung der NAP-Branchendialoge dazu bei, dass diese einen effektiven Beitrag zur Umsetzung des NAP und der UNLP leisten.

Vorgehensweise

In den NAP-Branchendialogen werden für ausgewählte Branchen von Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften gemeinsam Handlungsanleitungen und Best Practice-Beispiele erarbeitet. Diese tragen dazu bei, dass Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in der Lieferkette verstärkt nachkommen.

Die Branchen werden auf Grundlage einer vom BMAS beauftragten wissenschaftlichen Studie ausgewählt. Diese analysiert den Menschenrechtsschutz in globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten. Branchendialoge sind ein Unterstützungsangebot der Bundesregierung, eine Mitarbeit erfolgt freiwillig. Das Vorhaben unterhält hierfür in enger Absprache mit dem BMAS die „Geschäftsstelle NAP-Branchendialoge“, die für die Umsetzung von bis zu drei Branchendialogen verantwortlich ist.